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Krebserkrankungen - Vulva- und Scheidenkrebs

Scheidenkrebs

Scheidenkrebs ist äußerst selten. Pro Jahr erkranken etwa 450 Frauen an dieser Krebs­art. Das Erkrankungs­­­alter liegt im Durch­schnitt bei 74 Jahren. Es können auch jüngere Frauen betroffen sein. In diesen Fällen liegt häufig eine Infektion mit Humanen-Papilloma-Viren (HPV) vor.

Was ist Scheidenkrebs?

Während die Vulva die äußeren weiblichen Geschlechts­organe umfasst, gehört die Scheide zu den inneren Geschlechtsorganen. Die Scheide ist ein länglicher Schlauch und besteht aus Bindegewebe und Muskel­fasern. Sie ist die Verbindung von der Gebärmutter nach außen. Als Scheiden- oder Vaginal­krebs werden bösartige Tumore der Scheide bezeichnet. Am häufigsten entarten Zellen der obersten Schleimhaut­schicht. Ärztinnen und Ärzte sprechen dann vom Platten­epithel­karzinom.

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Anzeichen
Scheidenkrebs verursacht zu Beginn meist keine Beschwerden. Erst im späteren Stadium kommt es zu leichten un­regel­mäßigen Blu­tun­gen, vor allem nach dem Geschlechts­verkehr, oder zu verstärktem Ausfluss. Der Tumor kann sich auch auf umliegendes Gewebe und weitere Organe ausbreiten. Dies kann zu Unterleibs­schmer­zen und Störungen der Harn­­blase und des Darms führen.

Die Symptome können auch auf andere Erkrankungen hindeuten. Sollten Sie entsprechende Verän­derungen bei sich feststellen, muss es sich also nicht um eine Krebs­erkrankung handeln. Sie sollten jedoch zur Sicher­heit Ihre Frauenärztin/Ihren Frauenarzt aufsuchen, um die Symp­tome abklären zu lassen.

Ursachen und Risikofaktoren
Die genauen Ursachen von Scheidenkrebs sind bisher unklar. Ein bekannter Risiko­faktor ist die Infektion mit Humanen-Papilloma-Viren (HPV-Infektion). Da eine Infektion mit den Viren in der Regel keine Beschwer­den verursacht, bemerken die meisten Frauen nichts von der Infektion. Eine Infektion mit HPV bedeutet jedoch nicht automatisch, dass Sie eines Tages Krebs bekommen werden.

Früherkennung und Diagnose

Häufig wird Scheidenkrebs erst bei der gynä­kolo­gischen Routine­­unter­­suchung fest­­ge­stellt, da er wenig Beschwerden macht. Auch Frauen im höheren und hohen Lebens­alter sollten deshalb regel­mäßig eine Gynä­kologin/einen Gynä­kologen aufsuchen. An der jährlichen Krebs­­früh­­erken­­nungs­­unter­­suchung können Frauen ab 20 Jahren teil­­nehmen. Die Kosten trägt die Kranken­­versicherung, die Teil­nahme an der Unter­suchung ist frei­willig.

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Diagnose
Wird bei Ihnen während der gynä­kolo­gischen Vorsorge­­unter­­suchung ein Zell­abstrich (PAP-Abstrich) aus einem verdächtigen Bereich in der Scheide ent­nommen, der auffällig ist, untersucht die Ärztin/der Arzt die Scheide noch einmal mit einem Unter­suchungs­­mikros­kop (Kolpos­kopie). Eine Gewebe­­probe kann die Diagnose sichern. Mittels Tast­­unter­suchung, Ultra­schall der Scheide und Spie­gelung von Harn­­wegen und Darm kann die Ärztin/der Arzt prüfen, wie sehr sich der Tumor aus­ge­breitet hat.

Behandlung

Kleine Scheidenkarzinome können operativ entfernt werden, beispiels­weise in einem von der Deutschen Krebs­gesell­schaft zertifizierten gynäkologischen Krebszentrum. Hat sich der Tumor ausgebreitet, wird die Scheide meist vollständig entfernt und möglichst später rekon­stru­iert. Je nach Ausbreitung werden bei der Operation auch die Gebär­­­mutter sowie nahe gelegene Lymph­­knoten entnommen.

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Je nach Tumorart kann auch eine Strahlen­­therapie in Betracht gezogen werden, bei der die Scheide erhalten bleibt, sich allerdings narbig ver­engt. Besonders bei fort­­ge­schrit­­tenen Tumoren kommt diese Behand­­lungs­­­methode zum Einsatz. In einigen Fällen ist eine Kombi­nation der Strahlen­­therapie mit anschließender Operation notwendig.

Nebenwirkungen
Nebenwirkungen der Therapie sind unter anderem:

  • Übelkeit und Erbrechen
  • Durchfall
  • Blutungen im Darm

Die Behandlung des Vaginal­­karzinoms kann zu einer Beein­­trächtigung der Sexualität führen. Sowohl körper­­liche als auch psychische Faktoren können hierfür die Ursache sein. Sprechen Sie mit Ihrer Ärztin/Ihrem Arzt darüber. Unter Umständen ist eine zusätzliche Beratung durch eine Psycho­onkologin/einen Psycho­­onkologen sinnvoll. Selbst­hilfe­gruppen und Krebs­beratungs­stellen können Sie eben­falls bei der Bewältigung Ihrer Erkrankung unter­stützen. Die Adressen erhalten Sie von Ihrer Ärztin/Ihrem Arzt.

Nachsorge
Regelmäßige Nachsorgeunter­suchungen helfen den behan­delnden Ärztinnen und Ärzten dabei, Neben­wirkungen - ebenso wie mögliche Rück­fälle (Rezi­dive) - rechtzeitig zu erkennen. Die Nach­sorge­unter­suchungen finden in der ersten Zeit nach Abschluss der Behand­lung in relativ kurzen Zeit­räumen statt. Diese werden aber mit zunehmendem zeit­lichen Abstand größer. Dies gilt besonders dann, wenn keine Anzeichen für ein Wieder­auf­treten der Krebs­erkrankung vorliegen. Ihre Nach­sorge­ärztin/Ihr Nach­sorge­arzt wird sie zusätzlich zur medizinischen Betreuung auch zur psychischen und sozialen Reha­bili­tation beraten.

Rehabilitation
Nach einer abgeschlossenen Krebstherapie kann sich direkt oder zeitnah eine Anschluss­heil­­behandlung (AHB) anschließen. Doch auch zu einem späteren Zeitpunkt ist eine Rehabilitation oder eine Kur möglich. Die Reha­bili­tation kann sowohl ambulant in einer Tagesklink als auch stationär durchgeführt werden. Es gibt auch spezielle Nach­­sorge­­kliniken, die auf die Bedürfnisse von Menschen mit Krebs­­erkrankungen spezialisiert sind. Ziel der Rehabilitation ist es, die körper­lichen und psychischen Folgen der Krebs­erkrankung zu verringern und die Rückkehr in den (Berufs-)Alltag zu erleichtern.

Zu den Maßnahmen gehören beispiels­weise Bewegungs­angebote, eine Ernährungs­beratung sowie psycho­­onko­­logische Unter­­stützungs­­angebote. Auch für den beruf­lichen Wieder­­­einstieg gibt es verschie­dene Unter­­stützungs­­angebote. Beispiels­weise besteht die Möglich­keit der stufenweisen Wieder­ein­glie­derung, damit Sie sich wieder an die beruf­lichen Belastungen gewöhnen.

Welche Rehabilitations­maßnahme für Sie geeignet ist, sollten Sie mit Ihrer Ärztin/Ihrem Arzt besprechen. Klinik­­sozial­­dienste, Kranken- und Renten­versicherung sowie Reha-Service­stellen können Ihnen bei Anträgen und Fragen zur Kosten­­­über­­nahme weiterhelfen. Auch Krebs­beratungs­stellen können Ihnen bei Fragen zum Thema weiterhelfen.

Vorbeugung

Mit der Entstehung des Scheiden­karzinoms werden Humane-Papilloma-Viren in Verbin­dung gebracht, beson­ders der Hochrisikotyp HPV 16. Seit 2007 über­nehmen die Kranken­­kassen bei Mädchen zwischen 9 und 17 Jahren die Kosten für eine HPV-Impfung.

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Neben der Impfung können Sie sich außer­dem selbst vor der Erkran­kung zu schützen und Ihr persön­liches Krebs-Risiko senken, indem Sie beim Geschlechts­­verkehr Kondome nutzen. Hierdurch verringern Sie Ihr Risiko, sich mit sexuell über­­trag­­baren Krank­­heits­­erregern anzustecken. Grund­­sätzlich sollten Sie Ihren Körper immer gut selbst beobachten und Ihre Ärztin/Ihren Arzt aufsuchen, wenn Sie Auf­fällig­­keiten bei sich be­mer­ken. Darüber hinaus hilft die regelmäßige In­an­spruch­­nahme von gynä­kolo­gischen Unter­suchungen, Erkran­kungen frühzeitig zu ent­decken.

Zusammenfassung

  • Scheidenkrebs entsteht in den meisten Fällen aus bös­artigen Verän­derungen der obersten Schleim­haut­schicht der Scheide
  • Anzeichen für Scheidenkrebs treten meist erst spät auf; wenn Sie Anzeichen bei sich erkennen, sollten Sie eine Ärztin/einen Arzt aufsuchen.
  • Die genauen Ursachen sind unklar, als Haupt­risiko­faktor gilt eine HPV-Infektion
  • Die Diagnose erfolgt mit Hilfe eines PAP-Abstrich aus dem auf­fälligen Bereich, einer Kolos­kopie und einer Gewebe­unter­suchung
  • Die wichtigste Behand­lungs­methode bei Scheiden­krebs ist die Operation

 

Letzte Aktualisierung: Januar 2018