
Schmerzhafte, starke oder unregelmäßige Regelblutungen
Jeden Monat baut sich die Gebärmutterschleimhaut bei Frauen in der fruchtbaren Lebensphase auf, damit sich hier eine befruchtete Eizelle einnisten kann. Kommt es nicht zur Schwangerschaft, stößt der Körper die Schleimhaut wieder ab - die Regelblutung (Menstruation) setzt ein. Bei manchen Frauen treten dabei Beschwerden auf, zum Beispiel Bauchschmerzen, besonders starke oder unregelmäßige Blutungen.
Inhaltsverzeichnis
Mögliche Störungen und Beschwerden der Regelblutung
Schmerzhafte Regelblutungen
Während der Menstruation zieht sich die Gebärmuttermuskulatur in unregelmäßigen Abständen zusammen. Viele Frauen nehmen diesen Vorgang lediglich als ein leichtes Ziehen wahr. Andere haben dagegen schmerzhafte Krämpfe, die in den Rücken und die Beine ausstrahlen können. Dazu können Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Kopfschmerzen und allgemeines Unwohlsein kommen. Wenn die Schmerzen sehr stark sind, neu auftreten oder mit der Zeit zunehmen, sollten Sie sie ärztlich abklären lassen. Das gilt auch, wenn die Schmerzen Ihre alltäglichen Aktivitäten oder Lebensqualität deutlich beeinträchtigen oder die bisherige Behandlung nicht ausreichend hilft.
Starke Regelblutungen
Normalerweise verlieren Frauen während ihrer Menstruation druchschnittlich etwa 60 Milliliter Blut. Bei mehr als 80 Millilitern Blut sprechen Ärztinnen und Ärzte von einer starken Regelblutung. Im Alltag lässt sich die Blutmenge allerdings nur schwer einschätzen. Ein Hinweis auf eine starke Regelblutung kann sein, wenn Sie Binden oder Tampons bereits nach ein bis zwei Stunden wechseln müssen oder die Blutung Ihren Alltag deutlich beeinträchtigt. Auch sehr große Blutklumpen oder Blutungen, die ungewöhnlich lange dauern, können Anzeichen für eine starke Regelblutung sein. Starke Regelblutungen können außerdem zu Eisenmangel und Blutarmut führen.
Unregelmäßige Regelblutungen
Manche Frauen haben unregelmäßige Menstruationszyklen. Beträgt der Abstand zwischen zwei Blutungen mehr als 35 Tage, jeweils gerechnet vom ersten Blutungstag bis zum nächsten Blutungsbeginn, gilt er als verlängert. Bei einem verkürzten Zyklus ist der Abstand zwischen zwei Blutungen kürzer als 25 Tage. Blutungen außerhalb des normalen Menstruationszyklus nennt man azyklisch. Bei manchen Frauen kommt es auch zu Dauerblutungen.
Ursachen für Regelschmerzen und Zyklusstörungen
Schmerzhafte, starke oder unregelmäßige Regelblutungen können unterschiedliche Ursachen haben. Häufig spielen hormonelle Veränderungen eine Rolle. Je nach Beschwerdebild kommen jedoch auch andere Ursachen infrage.
Regelschmerzen können allein durch das Zusammenziehen der Gebärmuttermuskulatur entstehen. Eine weitere Ursache ist ein Überschuss an oder eine verstärkte Reaktion auf sogenannte Prostaglandine. Dies sind hormonartige Botenstoffe, die das Schmerzempfinden beeinflussen. Wenn die Schmerzen erst später im Leben beginnen, besonders stark sind oder zunehmen, können auch Erkrankungen wie Endometriose, Adenomyose oder Myome die Ursache sein. Manchmal sind die Schmerzen auch eine Nebenwirkung der (Kupfer)-Spirale.
Starke Regelblutungen können beispielsweise durch gutartige Veränderungen der Gebärmutter wie Myome und Polypen verursacht werden. Auch hormonelle Veränderungen, bestimmte Erkrankungen oder Störungen der Blutgerinnung können eine Rolle spielen. Manchmal findet sich jedoch keine eindeutige Ursache für die starken Blutverluste.
Unregelmäßige, azyklische oder ausbleibende Regelblutungen können unter anderem durch hormonelle Veränderungen, Stress, starke Gewichtsveränderungen (z. B. aufgrund von Magersucht) oder übermäßige körperliche Belastung (z. B. im Leistungssport) entstehen. Auch Erkrankungen wie das polyzystische Ovarialsyndrom (PCOS) oder Veränderungen der Gebärmutter können zu einem unregelmäßigen Zyklus führen.
Der häufigste Grund für eine ausbleibende Regelblutung bei Frauen zwischen 20 und 30 Jahren ist eine Schwangerschaft.
Diagnose bei Regelschmerzen und -störungen
Welche Untersuchungen erforderlich sind, hängt von den Beschwerden und möglichen Ursachen ab. Um festzustellen, woher die Menstruationsbeschwerden kommen, wird die Ärztin oder der Arzt Ihnen zunächst einige Fragen stellen, beispielsweise nach der ersten Regelblutung, dem bisherigen Zyklus- und Blutungsverhalten oder nach einer möglicherweise bestehenden Schwangerschaft. Eventuell bittet sie/er Sie außerdem, für einen bestimmten Zeitraum einen Menstruationskalender zu führen. Die Ärztin / der Arzt kann auch eine gynäkologische Untersuchung, bei der Scheide, Gebärmutter und Eierstöcke abgetastet wird, und eine Ultraschalluntersuchung durchführen. Bei sehr starken Blutungen kann außerdem eine Blutuntersuchung sinnvoll sein, um beispielsweise einen Eisenmangel oder eine Blutarmut festzustellen.
Behandlung von Menstruationsbeschwerden und Zyklusstörungen
Bei starken Regelblutungen können Medikamente wie Tranexamsäure die Blutungsstärke während der Regel verringern. Auch entzündungshemmende Schmerzmittel wie Ibuprofen können die Blutungsstärke reduzieren und gleichzeitig Regelschmerzen lindern. Hormonelle Behandlungen, zum Beispiel mit einer Hormonspirale, können ebenfalls dazu beitragen, die Blutung zu verringern. Hat Ihre Ärztin oder Ihr Arzt einen ausgeprägten Eisenmangel oder eine Blutarmut festgestellt, kann eine Behandlung mit Eisenpräparaten erforderlich sein. Eine ausgewogene und eisenreiche Ernährung, z. B. mit rotem Fleisch, Nüssen und Hülsenfrüchten, kann die Eisenversorgung unterstützen.
Zur Behandlung von Regelschmerzen können Medikamente gegen Schmerzen die Symptome lindern. Auch hormonelle Verhütungsmittel können Regelschmerzen verringern. Wärme, zum Beispiel durch eine Wärmflasche oder ein warmes Bad, kann ebenfalls helfen. Regelmäßige körperliche Bewegung kann die Beschwerden bei manchen Frauen ebenfalls lindern. Manchmal können auch Entspannungstechniken wie autogenes Training oder Akupunktur helfen. Probieren Sie am besten selber aus, was Ihnen bei Regelschmerzen guttut.
Liegen körperliche Ursachen, wie zum Beispiel Myome vor, lassen sich diese in einigen Fällen mit Medikamenten behandeln. In manchen Fällen kann ein operativer Eingriff erforderlich sein, um die Beschwerden zu lindern.
Lassen Sie sich von Ihrer Ärztin / Ihrem Arzt beraten, welche Behandlungsmethode für Sie am besten geeignet ist.
Berufsverband der Frauenärzte e.V. (BVF), Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG) (2018). Hormonstörungen.
https://www.frauenaerzte-im-netz.de/erkrankungen/hormonstoerungen/; letzter Zugriff: 11.08.2026
Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) (2023). Regelschmerzen. https://www.gesundheitsinformation.de/regelschmerzen.html; letzter Zugriff: 11.08.2026
Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) (2024). Starke Regelblutung. https://www.gesundheitsinformation.de/starke-regelblutung.html; letzter Zugriff: 11.08.2026
Kirsch, E., Rahman, S., Kerolus, K., Hasan, R., Kowalska, D. B., Desai, A. & Bergese, S. D. (2024). Dysmenorrhea, a Narrative Review of Therapeutic Options. Journal of pain research, 17, 2657–2666. https://doi.org/10.2147/JPR.S459584
Tipps zum Weiterlesen
- Frauenärzte im Netz: Hormonstörungen
- Gesundheitsinformation.de: Starke Regelblutung
- Gesundheitsinformation.de: Regelschmerzen
- Women Engage for a Common Future e. V.: Broschüre Giftfreie Menstruation
- Endometriose-Vereinigung Deutschland e. V.: Jung und Endo - Endometriose und Adenomyose bei Jugendlichen
Letzte Aktualisierung: August 2026