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Medikamente

Antibiotika bei Kindern

Kinder sind keine kleinen Erwachsenen, denen man im Rahmen einer medikamentösen Therapie einfach eine niedrigere Dosis eines Arzneimittels verabreicht. Der Anteil an Fettgewebe oder Körperwasser bzw. die Reifung und Funktionsfähigkeit einzelner Organe (Leber, Niere) spielen bei der Dosierung von Arzneimitteln eine wichtige Rolle. Da diese sich abhängig vom Alter unterscheiden, sollte die Dosierung für Erwachsene nicht einfach für Kinder herunter gerechnet werden. Wie ein Blick in die Packungsbeilagen bzw. Fachinformationen zeigt, gilt dies im besonderen Maße für den Einsatz von Antibiotika.

Probleme des Antibiotika-Einsatzes bei Kindern

Der Tatsache geschuldet, dass sich Kinder noch in ihrer Entwicklung befinden, kann nicht grundsätzlich jedes Antibiotikum eingesetzt werden. Sie können teilweise unwiderrufliche Schäden verursachen.
So dürfen bis auf wenige Ausnahmen Fluor­chinolone nicht bei Kindern und Jugend­lichen angewendet werden. Grund sind mögliche Gelenk­knorpel­schäden. Antibiotika aus der Gruppe der Tetracycline dürfen bei Kindern bis zum Alter von 8 Jahren nur nach strengster Indikationsstellung eingesetzt werden, da es ansonsten zu unwider­ruflichen Zahnverfärbungen und Zahnschmelz­defekten kommen kann.

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Auch antibiotika-typische uner­wünschten Nebenwirkungen wie Störungen des Magen-Darm-Trakts (z.B. Übelkeit und Durchfall) oder allergische (Haut-)Reaktionen sprechen gegen einen unkritischen Einsatz. So sind akute Infektionen der oberen Atemwege in ca. 80 Prozent der Fälle durch Viren verursacht und Antibiotika dement­sprechend wirkungslos. Gerade aber Kinder und Jugendliche werden häufig mit Antibiotika über- bzw. fehlversorgt. Sie erhalten im Vergleich zu allen anderen Altersgruppen die meisten Verordnungen.

Häufige Infekte bei Kindern

Während bei Erwachsenen eher chronische Erkrankungen dominieren, sind es bei Kindern vor allem akute Infektionskrankheiten. Einer der häufigsten Gründe für einen Arztbesuch im Kindesalter ist die Mittelohrentzündung. Diese kann sowohl durch Bakterien als auch durch Viren verursacht werden. Symptome können neben Ohren­schmerzen auch Hörstörungen, Reizbarkeit, Schwindel, Fieber sowie ein Paukenerguss sein. Bei einer akuten Mittelohrentzündung entwickeln sich diese Symptome meist sehr schnell, verschwinden jedoch bei etwa 60 Prozent der Kinder wieder innerhalb von 24 Stunden ohne Antibiotikatherapie. Schmerzmittel - in der Regel Ibuprofen - sowie abschwellende Nasentropfen sind dabei Mittel der Wahl.

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Die häufigste Erkrankung der unteren Atemwege bei Kindern und Jugendlichen ist eine akute Bronchitis. Darunter versteht man eine mit Husten und Schleimbildung einhergehende Entzündung der Bronchial­schleimhaut. Diese wird in der Mehrzahl der Fälle durch Viren und wesentlich seltener durch Bakterien verursacht. Eine Therapie mit Antibiotika ist somit nicht sinnvoll. Schleimlösende Arzneimittel - entweder pflanzlich oder chemisch - können hingegen das Abhusten erleichtern und die Symptome lindern.
Grundsätzlich gilt jedoch, dass gerade Erkrankungen im Säuglingsalter immer von ärztlicher Seite abgeklärt werden sollten. Auch wenn die Krankheitszeichen ungefährlich erscheinen, können ernsthafte Erkrankungen dahinter stecken, die mit einem Antibiotikum behandelt werden müssen. Generell ist die Gesamtsituation Ihres Kindes wichtig. Denn auch bei bakteriellen Infekten, die ohne Antibiotika gut behandelbar wären, spielen Alter und Begleiterkrankungen eine entscheidende Rolle bei der Frage nach der medikamentösen Therapie.

Die richtige Anwendung und Zubereitung von Antibiotika(säften) bei Kindern

Hat der Arzt oder die Ärztin Ihrem Kind aufgrund eines bakteriellen Infekts ein Antibiotikum verordnet, so ist gerade die richtige Einnahme entscheidend. Antibiotika-Säfte bieten Kleinkindern eine erleichterte Einnahme der Wirkstoffe in flüssiger Form. Der Nachteil liegt in der häufig kurzen Haltbarkeit nach Anbruch der Flasche. Aus diesem Grund werden Antibiotika als Trockensäfte hergestellt, welche dann vor Gebrauch mit frischem Leitungswasser zubereitet werden. Die richtige Zubereitung können Sie der Packungsbeilage entnehmen. Wichtig ist, diese genau zu befolgen, damit der Behandlungserfolg sichergestellt ist und es nicht zu Über- oder Unterdosierungen kommt. In der Regel wird der frisch hergestellte Antibiotikum-Saft im Kühlschrank aufbewahrt. Es sei denn Packungsbeilage oder Umkarton weisen ausdrücklich auf eine Lagerung bei Raumtemperatur hin.

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Sollte der behandelnde Arzt oder die behandelnde Ärztin keine Dosierungsempfehlung gegeben haben, richtet sich die Antibiotikum-Menge entsprechend nach dem Gewicht des Kindes. Die Dosierung kann ebenfalls der Packungsbeilage entnommen werden. Um das Antibiotikum zu verabreichen, liegt der Packung ein Messlöffel bei. Wichtig ist, dass ausschließlich dieser verwendet wird, da normale Haushaltslöffel  nicht genormt sind. Eine genaue Dosierung ist somit nicht garantiert. Gerade bei Säuglingen ist jedoch die Gabe über eine Pipette oder Spritze (ohne Nadel) am einfachsten. Eine Spritze in der passenden Größe erhalten Sie in Ihrer Kinderarztpraxis oder Ihrer Apotheke mitgeben.
Häufig haben Antibiotika-Säfte einen unangenehmen Geschmack. Hat Ihr Kind den Messlöffel mit dem Antibiotikum nicht vollständig geleert, stimmt die Dosierung nicht mehr. Sie können den Rest in etwas gesüßtem Tee auflösen. Wichtig ist jedoch, dass diese Menge dann vom Kind getrunken wird.
Die Gabe des Antibiotikums muss wiederholt werden, wenn Ihr Kind einen Großteil des Antibiotikums kurz nach der Gabe oder innerhalb der ersten Stunde wieder ausspuckt. Ist dies zweimal und mehr der Fall, wenden Sie sich bitte an Ihren Kinderarzt oder Ihre Kinderärztin.

Zusammenfassung

  • Kinder sollten möglichst nur bestimmte Antibiotika ein­neh­men, die auch für Kinder zugelassen sind, da sonst körper­liche Folgeschäden auftreten können
  • Die Dosierung von Antibiotika muss der Arzt/die Ärztin genau auf das jeweilige Kind anpassen. Die ärztlichen Vorgaben müssen bei der Einnahme eingehalten werden
  • Zur besseren Einnahme gibt es für Kinder Antibiotika in der Form von Trockensäften, die selbst zubereitet werden. Zubereitung, Lagerung und Verabreichung des Antibiotika-Saftes müssen unbedingt nach Vorgabe der Verpackungs­beilage erfolgen

Letzte Aktualisierung: Februar 2017