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Leben mit Endometriose

Die häufig starken Beschwerden, die mit einer Endometriose einhergehen können, schränken die Lebens­qualität vieler betroffener Menschen erheblich ein und wirken sich auch auf die Familienplanung und die Partnerschaft aus.

Partnerschaft und Sexualität

Schmerzen beim Geschlechtsverkehr kommen bei Endometriose häufig vor. Diese Schmerzen können das Sexualleben und die Partnerschaft belasten durch

  • ein gestörtes Selbstbild der Frau
  • Libidoverringerung / -verlust
  • ein unbefriedigtes Sexualleben, auch beim Partner / bei der Partnerin

Betroffene Frauen berichten von

  • Schmerzen vor dem Geschlechtsverkehr
  • Schmerzen während der vaginalen Penetration
  • Schmerzen während oder nach dem Orgasmus

Endometriose ist nur eine Ursache für Schmerzen beim Geschlechtsverkehr. Neben einer Vielzahl von anderen organischen Ursachen können auch psychische Faktoren eine Rolle spielen.

Vielen betroffenen Frauen kann das Gespräch helfen, z. B. mit…

  • dem Partner / der Partnerin
  • der Ärztin / dem Arzt
  • anderen Betroffenen aus Selbsthilfegruppen
  • der Psychotherapeutin / dem Psychotherapeuten oder anderen Therapeutinnen / Therapeuten

Unerfüllter Kinderwunsch

Wird bei Untersuchungen wegen ungewollter Kinderlosigkeit eine Endometriose diagnostiziert, treten viele Fragen auf. Wichtig ist, Endometriose schließt eine Schwangerschaft nicht aus. Allerdings kann die Fruchtbarkeit (Fertilität) bei Endometriose eingeschränkt sein. Ein unerfüllter Kinderwunsch und eine Endometriose werden häufig in Verbindung gebracht. Wie stark dies der Fall ist, hängt unter anderem von der Ausprägung und Lage der Endometriose ab. Die Zusammenhänge sind jedoch komplex und noch nicht vollständig geklärt. Beispielsweise können Verwachsungen oder Veränderungen an den Eileitern die Chancen auf eine Schwangerschaft beeinträchtigen.

Ob und wie sich eine Behandlung auf die Chance einer Schwangerschaft auswirkt, hängt unter anderem von der Ausprägung der Endometriose ab. Neben der Endometriose sind u.a. auch das Alter von Partnerin und Partner mit Kinderwunsch sowie die Fruchtbarkeit des Mannes entscheidende Einflussfaktoren auf die Chance für den ersehnten Nachwuchs. Häufig ist die emotionale Belastung der Kinderwunschpatientinnen hoch. Die Endo­me­triose in Kombination mit unerfülltem Kinderwunsch kann nicht nur die Frauen, sondern auch die Partnerschaften belasten. Eine fachkundige gynäko­logische und psychologische Unterstützung bringen oft Erleichterung.

Grundsätzlich besteht die Möglichkeit der künstlichen Befruchtung auch bei Frauen mit Endometriose, auch wenn Verwachsungen vorliegen, auch wenn ein Eierstock fehlt. Welche Behandlung geeignet ist und wie hoch die Erfolgsaussichten sind, hängt von der individuellen Situation und weiteren Faktoren der Fruchtbarkeit ab. Eine Beratung in einer spezialisierten Kinderwunschpraxis kann dabei unterstützen.

Durch Hormontherapien wird versucht, die Aktivität der Endometriose zu hemmen, im Idealfall zu unterdrücken. Ob eine Schwangerschaft nach der Therapie möglich ist, hängt von vielen Faktoren ab. Bei bestehendem Kinderwunsch muss eine hormonelle Behandlung der Endometriose in der Regel angepasst oder unterbrochen werden. Wie dabei vorgegangen wird, sollte ärztlich besprochen werden.

Auswirkungen einer Schwangschaft

Eine Schwangerschaft kann bei Endometriose möglich sein. Wie sich die Erkrankung während der Schwangerschaft entwickelt, ist individuell unterschiedlich.

Auswirkungen im Alltag

Endometriose kann nicht nur körperliche Beschwerden verursachen, sondern sich auch auf den Alltag, die psychische Gesundheit, soziale Beziehungen und das Berufsleben auswirken. Wie stark die Erkrankung belastet, ist dabei von Frau zu Frau unterschiedlich.

Chronische oder wiederkehrende Schmerzen, Erschöpfung und die Unsicherheit, wann Beschwerden auftreten, können den Alltag einschränken. Auch ein unerfüllter Kinderwunsch, Schwierigkeiten in der Partnerschaft oder das Gefühl, wegen der Erkrankung nicht verstanden zu werden, können psychisch belastend sein. Stress, Ängste oder depressive Verstimmungen können auftreten. Dabei können sich körperliche und psychische Belastungen gegenseitig verstärken: Anhaltende Schmerzen können Stress und Anspannung auslösen, während psychische Belastungen wiederum das Schmerzempfinden beeinflussen können.

Auch das Berufsleben kann durch Endometriose beeinträchtigt sein. Schmerzen, Erschöpfung oder notwendige Arzttermine können die Leistungsfähigkeit einschränken und zu Fehlzeiten führen. Für manche Betroffene kann es schwierig sein, berufliche Anforderungen mit den Beschwerden zu vereinbaren.

Wenn die Erkrankung dauerhaft belastet, kann psychologische oder psychotherapeutische Unterstützung, z. B. in speziellen Beratungsstellen oder Selbsthilfegruppen, sinnvoll sein.

Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG) (2025). Diagnostik und Therapie der Endometriose (S2k-Leitlinie). AWMF-Registernr.: 015-045. https://register.awmf.org/de/leitlinien/detail/015-045; zuletzt abgerufen am 13.08.2026

Endometriose-Vereinigung Deutschland e. V. (o.J.). Endometriose, Sexualität und Partnerschaft. https://www.endometriose-vereinigung.de/sexualitaet-und-partnerschaft/; zuletzt abgerufen am 13.08.2026

Endometriose-Vereinigung Deutschland e. V. (o.J.). Endometriose und Kinderwunsch. https://www.endometriose-vereinigung.de/kinderwunsch/; zuletzt abgerufen am 13.08.2026

Endometriose-Vereinigung Deutschland e. V. (o.J.). Endometriose und Arbeit. https://www.endometriose-vereinigung.de/endometriose-und-arbeit/; zuletzt abgerufen am 13.08.2026

Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) (2024). Endometriose. https://www.gesundheitsinformation.de/endometriose.html; zuletzt abgerufen am 13.08.2026 

Tipps zum Weiterlesen

Anlaufstellen


Letzte Aktualisierung: August 2026