1. Sprung zur Suche
  2. Sprung zur Servicenavigation
  3. Sprung zur Hauptnavigation
  4. Sprung zum Inhalt
  5. Sprung zum Footer

Herz-Kreislauf-Gesundheit

Herzrythmusstörungen

Das Herz besteht aus einer linken und einer rechten Herz­hälfte, die jeweils in einen Herz­vor­hof und eine Herz­kammer unterteilt werden. Nor­maler­weise erregen elek­trische Impulse das Herz sehr regel­mäßig und immer in der gleichen Abfolge.

mehr

Der Ablauf eines normalen Herz­schlags verläuft folgen­der­maßen:

  1. Im rechten Vorhof sitzt der Taktgeber des Herz­schlags. Dieser sogenannte Sinus­kno­ten, ist kein wirk­licher Knoten, sondern eine Gruppe von speziellen Herz­muskel­zellen, die selbst­ständig elek­trische Signale erzeu­gen können. Normaler­weise gibt der Sinus­knoten in Ruhe etwa 60-80 Mal pro Minute das Signal für einen Herz­schlag. Wenn Sie sich kör­per­lich belas­ten, bekommt der Sinus­knoten über Nerven und Hormone das Signal, die Schlag­fre­quenz zu erhöhen.
  2. Das elek­trische Signal verbreitet sich dann auf beide Vor­höfe, die sich zu­sam­men­ziehen und das Blut in die Herz­kammern drücken. Um von den Vor­höfen in die Herz­kam­mern zu gelangen, muss das elek­tri­sche Signal durch den sogenannten AV-Knoten.
  3. Vom AV-Knoten oder Vorhofkammer-Knoten aus wird der elek­trische Impuls in die Herz­kam­mern geleitet, die sich darauf­hin zu­sam­men­ziehen und das Blut weiter pumpen. Ist der Kreis­lauf zu Ende, kommt aus dem Sinus­knoten der nächste Impuls.

Da das elektrische Leitungs­system sehr komplex ist, gibt es auch sehr viele verschie­dene Stö­run­gen, die auftreten können. Neben harm­losen Störungen wie bei­spiels­weise vereinzelten Extra­schlägen (Extra­sys­tolen) gibt es auch lebens­be­droh­liche Rhythmus­ver­än­derun­gen. Sehr gefähr­lich sind zum Bei­spiel Stö­run­gen, bei denen die Herz­kam­mern so schnell schlagen, dass sie dabei kein Blut mehr pumpen (Kam­mer­flim­mern) und es zum plötz­lichen Herz­tod kommen kann.

Ärztinnen und Ärzte teilen die Rhyth­mus­stö­run­gen danach ein, ob der Herz­schlag zu langsam (brady­kard) oder zu schnell ist (tachy­kard).

Ursachen

Die Ursachen für eine Herzrhythmus­störung sind viel­fältig. Die häufigsten Gründe sind:

  • Koronare Herzkrankheit
  • Bluthochdruck
  • Herzklappenfehler
  • Herzmuskelentzündung
  • Erkrankungen des Herzmuskels
  • Funktionsstörung der Schilddrüse

Auch bestimmte Medikamente können Herz­rhythmus­stö­rungen auslösen.

mehr

Der Herzschlag kann verlang­samt sein, wenn einer der Takt­geber des Herzens, also der Sinus­knoten oder der AV-Knoten, nicht mehr richtig arbeitet. Ein zu lang­samer Herz­schlag kann aber auch andere Ursachen haben, wie zum Beispiel eine Schild­drüsen­unter­funk­tion. Bei Menschen, die sehr viel Sport treiben, kann eine Herz­frequenz von 40 Schlägen pro Minute in Ruhe normal sein.

Ist der Herzschlag zu schnell, kann die Ursache dafür in den Vor­höfen oder in den Herz­kam­mern liegen. Beim Vor­hof­flim­mern produ­zieren die Vor­höfe zu viele und un­regel­mäßige elek­trische Impulse. Die Fre­quenz der Vor­höfe liegt dann häufig über 300 Schlägen pro Minute. Aller­dings leitet der AV- nicht alle Erre­gun­gen an die Kammern weiter. Deshalb kann die Herz­fre­quenz der Kammern beim Vor­hof­flim­mern zu schnell, zu langsam oder auch normal sein. Der Herz­schlag ist jedoch immer unregel­mäßig.

Anzeichen

Mögliche Symptome bei Herz­rhythmus­störungen sind unter anderem:

  • Herz­stolpern (Palpi­ta­tionen)
  • Herz­rasen (bei schnellem Herz­schlag, Tachykardie)
  • Schwin­del, Benommen­heit, Verwirrt­heit
  • Ohn­machts­anfälle, kurz­zei­tiger Bewusst­seins­verlust (Synkopen), Krampf­anfälle
  • Herz­schmerzen und Herz­enge (Angina pectoris)

mehr

Nicht immer sind die Anzeichen für eine Herzrhythmusstörung eindeutig. In manchen Fällen können sie auch ganz fehlen. Um festzustellen, ob eine Herzrhythmusstörung vorliegt, kann die Ärztin/der Arzt neben einer körperlichen Untersuchung auch ein Elektrokardiogramm (EKG) durch­führen. Dabei werden die elektrischen Herzströme grafisch dargestellt. Um zu ermitteln, welche Rhythmusstörung genau vorliegt, kann sich noch eine Elektrophysiologische Untersuchung (EPU) anschließen. Durch die Untersuchungen lässt sich feststellen, ob der Herz­schlag zu langsam, zu schnell oder unregelmäßig ist.

Behandlung

Ist bei einem zu langsamen Herz­schlag eine Behand­lung erfor­derlich, erfolgt diese meis­tens mit einem Herz­schritt­macher. Geht der schnelle Herz­schlag von den Herz­kammern aus, ist das immer ein Notfall. Die Herz­fre­quenz liegt zwischen 100-150 Schlägen pro Minute, daraus kann Kammer­flim­mern mit Fre­quenzen von über 320 Schlägen pro Minute entstehen. Es droht der plötzliche Herz­tod.

mehr

Herzrhythmusstörungen mit zu schnellem Herz­schlag behandeln Ärztinnen und Ärzte entweder mit Medika­men­ten oder sie versuchen das Herz mit einem elek­trischen Strom­stoß wieder in den rich­ti­gen Takt zu brin­gen. Wenn es nicht gelingt, den Herzrhythmus durch Medika­mente zu stabi­li­sieren, kann eine soge­nannte Kathe­­ter­­abla­tion in Frage kommen. Bei der Be­hand­lung werden spezielle Sonden in das Herz eingeführt. Anschlie­ßend werden ausgewählte Stel­len im Herzen durch Strom­stöße oder Kälte verödet. Treten die Rhythmus­störungen immer wieder auf, implan­tieren Ärztinnen und Ärzte beson­ders bei den gefähr­lichen Formen einen kleinen Defi­brillator (ICD), der immer dann, wenn das Herz aus dem Takt kommt, einen Strom­stoß ab­gibt.

Zusammenfassung

  • Im Ruhezustand schlägt ein gesundes Herz etwa 60 bis 80 Mal pro Minute. Das Herz erhöht die Schlag­fre­quenz bei kör­per­licher Belastung
  • Liegt eine Herzrhythmus­störung vor, unter­schei­den Ärztin­nen und Ärzte, ob der Herz­schlag zu lang­sam (brady­kard) oder zu schnell ist (tachy­kard)
  • Um eine Störung festzustellen, wird ein Elektro­kardio­gramm (EKG) durch­ge­führt. In man­chen Fällen ist eine Elektro­phy­sio­lo­gische Unter­suchung (EPU) not­wen­dig
  • Ein zu langsamer Herz­schlag muss nicht immer behan­delt werden. Ist eine Behand­lung erfor­der­lich, geschieht dies in den meisten Fällen mit einem Herz­schritt­macher
  • Eine zu schnelle Herz­frequenz kann zu Kammer­flim­mern und zum plötz­lichen Herz­tod führen. Herz­rhyth­mus­störungen mit einem zu schnellen Herz­schlag werden mit Medika­men­ten oder Strom­stößen behan­delt. Treten die Störun­gen wieder­holt auf, wird ein Defi­brillator in das Herz eingesetzt

               

              Letzte Aktualisierung: Mai 2019