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Gesunder Schlaf

Schlafapnoe (Atemstörungen beim Schlaf)

Etwa 2 Prozent der Frauen zwischen 30 und 60 Jahren erkranken an einem soge­nannten obstruk­­tiven  Schlaf­apnoe-Syndrom. Ärztinnen  und Ärzte verstehen darunter das Aus­setzen der Atmung über mindestens 10 Sekunden. Ab der Wechseljahre steigt die Zahl der Betroffenen Frauen erheblich an. Besonders Frauen mit Über­gewicht, Fehl­bil­dungen im Kiefer-Rachenraum sowie gedrungenem Körperbau haben ein erhöhtes Risiko zu erkranken. Alkohol­­konsum kann die Symptome verschlimmern.

Anzeichen

Das wahrscheinlich auffälligste Symptom ist lautes nächtliches und unregelmäßiges Schnarchen. Beobach­tet Ihr Partner oder Ihre Part­nerin außerdem nächtliche Atemaussetzer und empfinden Sie tags­über eine starke Müdig­keit, sind dies weitere typische Symptome einer Schlaf­apnoe. Durch die Atem­aussetzer kommt es zu einem gefährlichen Sauerstoffabfall im Blut, zusätzlich sinken Puls und Blut­druck. Daher schlägt das Atem­zentrum im Gehirn Alarm und lässt den Betroffenen kurz erwachen (Arousals).

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Weitere Symptome einer Schlafapnoe können sein:  

  • nächtliches Schwitzen
  • häufiges Wasserlassen
  • plötzliches Erwachen mit Herzrasen und Luftnot
  • trockener Mund oder Hals beim Aufwachen
  • Kopfschmerzen am Morgen
  • Konzentrationsstörungen
  • (schlecht einzustellender) Bluthochdruck

Bei Frauen treten häufiger auch untypische Symptome wie Ein- und Durch­schlaf­störungen (Insomnie) auf. Haben Sie den Verdacht, an einer Schlaf­apnoe zu leiden, können Sie durch eine ambulante Untersuchung (Polygraphie) oder im Schlaf­labor testen lassen, ob sich nachts Ihre Atmung verändert und dadurch den Schlaf stört.

Diagnose

Wenn der Verdacht auf eine Schlafapnoe besteht, wird zunächst mit einem kleinen mobilen Mess­gerät eine sogenannte Polygraphie durch­geführt. Dabei werden in häuslicher Umgebung während des Schlafes die wichtigsten körperlichen Merkmale wie Atemfluss, Herz­schlag oder Schnarch­geräusche gemessen. Wenn Hinweise auf eine schlafbezogene Atmungs­störung vorliegen oder eine andere Erkrankung ausge­schlos­sen werden soll, wird Ihre Ärztin/Ihr Arzt Sie anschließend in ein Schlaflabor überweisen.

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Dort verbringen Sie ein bis zwei Nächte, in denen Sie während des Schlafes mithilfe von Elektroden an Aufzeich­nungs­geräte ange­schlos­sen werden. Diese messen die Hirnströme (EEG) und die Aktivität des Herzens (EKG), die Körperposition, die Augen­bewegungen, die Muskel­spannung am Kinn, den Atemfluss an Mund und Nase, die Atmungs­anstrengung an Brust und Bauch sowie die Sauer­stoff­sättigung des Blutes.

Außerdem werden Schnarch­geräusche durch ein Mikrofon am Kehlkopf aufgenommen. Unter Umständen wird Ihr Schlaf auch auf Video aufge­zeichnet, darüber informiert Sie das Personal aber im Vorfeld. Die Regis­trierung der Hirn­aktivität und der Körper­funktionen zeigt, wann und wie lange Sie sich in welchem Schlaf­stadium befinden und ob eine Atmungsstörung im Schlaf vorliegt. Die Ärztin/der Arzt kann dann anhand der Werte am nächsten Tag die Art und den Schwereg­rad einer Schlaf­störung bestimmen.

Behandlung

Menschen mit einer unbehan­delten Schlafapnoe haben ein höheres Risiko, einen Herzinfarkt, einen Schlag­anfall oder eine Herz­rhythmus-Störung zu bekommen. Auch die Wahr­schein­­lich­keit für eine Depression steigt. Als Standard­therapie gilt die Behand­lung mit einer Atemmaske, die sogenannte CPAP-Behandlung, die mit Überdruck dafür sorgt, dass die Atemwege im Schlaf offen bleiben.

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Für weniger schwere Fälle kann auch eine Unterkieferschiene infrage kommen. Sie wird wie eine Spange im Mund getragen und schiebt den Unter­kiefer nach vorne. Dies soll verhindern, dass die Zunge zurückfällt und dadurch die Atemwege verengt. Zudem gibt es verschiedene Operationen, die nächtliche Atem­aus­setzer verringern sollen. Allerdings gibt es bislang wenige Studien zum Nutzen der einzelnen Operationsmethoden.

Auch Sie selbst können einiges dazu beitragen, um Ihre Schlaf­­apnoe zu lindern, indem Sie unter anderem Über­­gewicht vermeiden, denn das Fett­­gewebe im Rachen­­raum verengt die Atem­wege. Zudem hilft es manch­mal, den Kopf höher zu lagern, um die Atmung in Rücken­­lage zu erleichtern.

Schnarchen

Wieviele Menschen während des Schlafes Schnarchen ist nicht genau bekannt. Es wird jedoch davon aus­gegangen, dass 8 bis 24 Prozent der Frauen  im mittleren und höheren Lebensalter betroffen sind. Nach den Wechseljahren schnarchen Frauen häufiger.

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Ursachen

Die Schnarchgeräusche entstehen meist im Rachenraum. Während des Schlafes entspannen sich die Atemwege, wodurch sich die oberen Atem­wege verengen. Durch das schnellere Atmen fangen die Gewebe­­weich­teile im Gaumen an zu vibrieren und die typischen Geräusche entstehen. Ein erhöhtes Körper­gewicht, zunehmendes Alter, Alkohol­konsum und Rauchen sowie körperliche Besonder­heiten im Nasen- und Rachenraum beeinflussen Atemwege und Atmung und können so die Wahr­schein­lich­keit für regel­mäßiges Schnarchen erhöhen. Je nach Köper­lage, Alkohol­konsum oder dem Wechsel von der Nasen- zur Mund­atmung können sich Klang, Dauer und Laut­stärke des Schnarchens verändern.

Folgen

Das Schnarchen kann ein Symptom für die obstruktive Schlafapnoe sein, muss es aber nicht. Doch auch wenn keine gesundheitlichen Folgen durch regelmäßiges Schnarchen entstehen, kann es die Lebens­qualität erheblich einschränken. Häufig wachen die Betroffenen nachts durch ihr eigenes Schnarchen auf und leiden am Morgen an einem trockenen Rachen. In den meisten Fällen sind es jedoch der Partner oder die Partnerin, die unter dem Schnarchen leiden. In vielen Fällen fühlen sie sich durch das Schnarchen gestört und können selbst nicht schlafen.

Diagnose und Behandlung

Durch ein ausführliches Gespräch mit der Ärztin/dem Arzt, häufig unter Einbeziehung des Partners/der Partnerin sowie eine körperliche Unter­suchung, kann festgestellt werden, ob das Schnarchen ein An­zei­chen für eine Erkrankung ist. Sollte dies der Fall sein, schließen sich weitere Untersuchungen an. Ist das Schnarchen kein Hinweis auf eine Erkran­kung, ist eine medizinische Behandlung eigentlich nicht not­wendig. Ihnen stehen jedoch verschiedene Möglichkeiten zur Verfü­gung, wenn Sie Ihr Schnarchen behandeln lassen wollen:

  • Veränderung des Lebensstils: Häufig tritt Schnarchen in Zusam­men­hang mit Über­gewicht auf. Durch ein verringertes Körpergewicht kann oft auch das Schnarchen reduziert werden. Zudem sollten Sie den Konsum von Alkohol am Abend vermeiden sowie auf Nikotin und Schlafmittel verzichten. Einen stabilen Schlaf-Wach-Rhythmus einzuhalten und die Regeln zur Schlaf­hygiene zu beachten, können ebenfalls sinnvoll sein.
  • Bissschiene für den Unterkiefer: Dadurch wird der Rachen­raum gestrafft; es sind regel­mäßige Kontrollen notwendig um Verän­derungen im Gebiss festzustellen.
  • Operation: Dabei kommen besonders Verfahren mittels Laser oder der Radiofrequenzchirurgie sowie Weich­gaumen­implan­tate zum Einsatz, um überschüssige Schleim­haut zu entfernen oder Gewebe im Gaumen­bereich zu versteifen. Die Eingriffe können das Schnarchen verringern bzw. sogar beenden. Aller­dings ist in einigen Fällen eine erneute Behandlung zu einem späteren Zeitpunkt not­wen­dig. Bei Personen mit Über­gewicht sind diese Behand­lungs­me­tho­den häufig weniger wirksam.
  • CPAP-Maske: Die Beatmung durch die CPAP-Maske wird bei einer obstruktiven Schlafapnoe angewendet. Das Schnarchen wird dadurch beendet. Die Therapie wird nicht empfohlen, wenn keine medizinische Begründung vorliegt.

Darüber hinaus werden zahlreiche weitere Verfahren angeboten, um Schnarchen zu behandeln. Aller­dings gibt es keine wissenschaftlichen Belege dafür, dass Medikamente, Schnarch­sprays oder -kissen sowie Weck­apparate und ähnliches funktionieren. Auch ein abschwellendes Nasen­spray sollten Sie vermeiden. Zwar kann es die Ausprägung des Schnarchens beeinflussen, allerdings kann es bei dauerhaftem Einsatz zu Abhängigkeit und einer Schädigung der Nasen­schleim­haut führen. In jedem Fall sollten Sie mit Ihrer Ärztin/Ihrem Arzt sprechen, ob eine Behandlung Ihres Schnarchens notwendig ist und welche Behand­lungs­möglich­keiten sinnvoll sind.

Zusammenfassung

  • Besonders Frauen nach den Wechsel­jahren erkranken an einer Schlaf­apnoe. Über­gewicht und Fehl­bildungen im Rachen­raum können das Risiko einer Erkrankung erhöhen
  • Menschen mit einer Schlafapnoe haben ein höheres Risiko, einen Herzinfarkt oder einen Schlaganfall zu erleiden
  • Die wichtigsten Symptome einer Apnoe sind lautes und unregel­mäßiges Schnarchen, Atem­aus­setzer und Über­müdung am Tag. Alkohol kann die Symptome verschlimmern
  • Eine Atemmaske kann die Symptome einer Apnoe lindern. In manchen Fällen ist auch eine Operation möglich
  • Um eine Schlafapnoe zu lindern, sollten Sie Über­gewicht vermeiden und beim Schlafen den Kopf höher legen

 

Letzte Aktualisierung: Juni 2018