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Psychische Erkrankungen - Somatoforme Störung

Diagnose und Behandlung

Eine Ärztin oder einen Arzt sollten Sie immer dann aufsuchen, wenn Ihre Beschwerden anhalten, schlimmer werden, immer wieder kommen oder Sie sich besonders beeinträchtigt oder belastet fühlen. In den meisten Fällen ist die Hausärztin oder der Hausarzt eine erste Anlaufstelle. Mit einer körperlichen Untersuchung wird Ihre Ärztin/Ihr Arzt zunächst andere Erkrankungen, die eine Ursache für Ihre Beschwerden sein können, ausschließen. Bei einem ausführlichen Gespräch wird sie/er sich unter anderem auch nach Ihren aktuellen Lebensumständen, möglichen Belastungen oder anderen vorliegenden psychischen Erkrankungen erkundigen. Kann Ihre Ärztin/Ihr Arzt keine körperliche Ursache für Ihre Beschwerden finden, sollten Sie gemeinsam über die weitere Vorgehensweise entscheiden.

Behandlung

Während der Therapie geht es insbesondere darum festzustellen, wie die Beschwerden sich auswirken und wodurch sie begünstigt werden. Die Behandlung somatoformer Störungen richtet sich nach dem Verlauf. Bei einem leichteren Verlauf

  • Treten nur wenige Beschwerden auf
  • Gibt es Zeiten, in denen Sie beschwerdefrei sind
  • Ist Ihre Lebensqualität nicht zu stark beeinträchtigt
  • Liegen keine anderen psychischen Störungen vor
  • Besteht ein gutes Arzt-Patienten-Verhältnis

In diesen Fällen können Sie gemeinsam mit Ihrer Ärztin/Ihrem Arzt einen Therapieplan entwickeln. Viele Hausärztinnen und -ärzte besitzen die Zusatzqualifikation „Psychosomatische Grundversorgung“ und sind auf diesem Gebiet erfahren.

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Wenn Sie von einer somatoformen Störung betroffen sind, ist es sehr wichtig, dass Sie sich aktiv an der Therapie beteiligen. Zum Beispiel sollten Sie versuchen, Ihren Körper trotz der Beschwerden langsam wieder zu belasten und eine bestehende Schonhaltung zu durch­brechen. Setzen Sie sich kleine Ziele, die Sie ohne viel Mühe erreichen können und bleiben Sie so motiviert. Darüber hinaus können Entspan­nungs­verfahren, wie zum Beispiel Autogenes Training oder Atem­übungen helfen, dass sich die Beschwerden nicht durch Angst und damit verbundene erhöhte Muskelspannung verstärken. Zusätzlich können Sie auch verschiedene Hausmittel wie Wärmflaschen, Methoden der Traditionellen Chinesischen Medizin wie die Akupunktur oder Homöopathie ausprobieren. Sprechen Sie mit Ihrer Ärztin/Ihrem Arzt über eventuelle Nebenwirkungen bei zusätzlichen Behandlungs­methoden und die möglichen Kosten.

Für einen schwereren Verlauf sprechen

  • Mehrere Beschwerden, die häufig über einen länger anhaltenden Zeitraum auftreten
  • Starke gesundheitsbezogene Ängste sowie Schon- und Vermeidungsverhalten
  • Eingeschränkte Lebensqualität einhergehend mit sozialem Rückzug und Niedergeschlagenheit
  • Weitere psychische Störungen (Depressionen, Angststörungen)
  • Ein schwieriges Arzt-Patienten-Verhältnis

Ist der Erkrankungsverlauf schwerer, reicht die Betreuung durch die Hausärztin oder den Hausarzt möglicherweise nicht aus. In diesen Fällen kann eine Psychotherapie, zum Beispiel durch eine Fachärztin oder einen Facharzt für Psychosomatische Medizin und Psycho­therapie, gute Erfolge erzielen.

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Gemeinsam mit der Therapeutin oder dem Therapeuten werden wäh­rend der Behandlung die Ursachen der Beschwerden sowie Lö­sungs­strategien erarbeitet. Dadurch können die Beschwerden besser ein­ge­ordnet und ein hilfreicherer Umgang mit ihnen gefunden werden. In manchen Fällen kann auch eine gezielte körperliche Aktivierung durch Ausdauertraining, Rückenschule und auch Krankengymnastik ein wichtiger Bestandteil der Behandlung sein.

Medikamente

Geht die festgestellte Störung mit Schmerzen einher, können je nach der Stärke der Beschwerden oder zum Beispiel in der Anfangs­phase der Psycho­therapie zusätzlich Anti­depres­siva zum Einsatz kommen, die die Symp­tome lindern. Bestimmte Schmerz­medika­mente aber auch Schlaf- und Beruhigungs­mittel können abhängig machen. Sie sollten daher immer mit Ihrer Ärztin/Ihrem Arzt oder Ihrer Psycho­thera­peutin/Ihrem Psycho­thera­peuten besprechen, ob und in welchem Umfang Medika­mente bei Ihnen sinnvoll sind.

Zusammenfassung

  • Liegen körperliche Beschwerden vor, ist in den meisten Fäl­len die Hausärztin/der Hausarzt die erste Anlaufstelle. Diese/Dieser wird durch eine umfassende körperliche Unter­suchung und ein ausführliches Gespräch organische Ursachen für die Beschwerden ausschließen
  • Die Behandlung somatoformer Störungen richtet sich nach dem Verlauf
  • Bei einem leichteren Verlauf entwickeln Sie gemeinsam mit Ihrer Ärztin/Ihrem Arzt einen Therapie­plan, der regelmäßige Bewe­gung im Alltag beinhaltet. Zusätzlich können Entspan­nungs­­verfahren wie Autogenes Training, Haus­mittel und alternative Therapien wie die Traditionelle Chinesische Medizin die Behand­lung unterstützen
  • Ist die Erkrankung schwerer kann eine Psycho­therapie hel­fen. In manchen Fällen kann auch eine gezielte körper­liche Akti­vierung durch Ausdauer­training oder Kranken­gymnastik zusätzlich die Behandlung unterstützen
  • In bestimmten Fällen werden auch Medikamente eingesetzt, allerdings können diese Neben­wirkungen haben und abhän­gig machen. Daher sollten Sie immer mit Ihrer Ärztin/Ihrem Arzt oder Ihrer Psycho­thera­peutin/Ihrem Psycho­thera­peuten besprechen, ob Medikamente bei Ihnen sinnvoll sind

 

Letzte Aktualisierung: April 2018