1. Sprung zur Suche
  2. Sprung zur Servicenavigation
  3. Sprung zur Hauptnavigation
  4. Sprung zum Inhalt
  5. Sprung zum Footer

Psychische Erkrankungen - Angststörung

Diagnose und Behandlung

Es ist nicht immer einfach festzustellen, wann es sich noch um normale Angst handelt und ab wann eine Erkrankung besteht, die behandelt werden muss. Professionelle Unterstützung sollten Sie dann aufsuchen, wenn Sie einer oder mehrerer der folgenden Aussagen zustimmen:

  • Ich werde durch die Ängste in meiner Lebensqualität und Bewegungsfreiheit erheblich eingeschränkt
  • Wegen meiner Ängste werde ich immer depressiver
  • Wegen meiner Ängste habe ich schon Suizidgedanken gehabt
  • Ich bekämpfe meine Ängste oft mit Alkohol, Drogen oder Beruhigungstabletten
  • Wegen meiner Ängste ist meine Partnerschaft ernsthaft in Gefahr
  • Wegen meiner Ängste habe ich Probleme im Beruf oder bin deswegen arbeitslos

mehr

In einem ausführlichen Gespräch wird die Ärztin/der Arzt beziehungs­weise die Psycho­thera­peutin/der Psycho­thera­peut sich nach Ihren Beschwerden und Ihrer Kranken­geschichte erkundigen. Sie/Er wird im Verlauf des Gesprächs nach weiteren psychischen und körper­lichen Störungen fragen. Auch bestimmte Frage­bögen haben sich für die Diagnose einer Angst­störung bewährt. Da viele Frauen, die an Ängsten leiden, auch körper­liche Beschwerden haben (wie Schwindel, chro­nische Unterbauchschmerzen oder Herzrasen), ist unter Umständen auch eine körper­liche Unter­suchung sinnvoll, um organische Ursachen, wie zum Beispiel eine Schild­drüsen­erkran­kung oder Herz­probleme, auszuschließen.

Behandlung

Angststörungen lassen sich im Allgemeinen gut behandeln. Die Aus­sicht auf eine erfolgreiche Behandlung ist jedoch umso besser, je frü­her diese erfolgt. Scheuen Sie sich deshalb nicht, ärztliche Hilfe in Anspruch zu nehmen, wenn Sie an starken Ängsten leiden. Welche Art der Thera­pie für Sie am besten geeignet ist, entscheiden Sie zusammen mit Ihrer Ärztin/Ihrem Arzt oder Ihrer Psycho­­thera­peu­tin/Ihrem Psycho­thera­peu­ten, die/der Sie hierzu umfassend beraten kann. Eine wichtige Rolle spielen vor allem der Schwere­grad Ihrer Ängste sowie Ihre Wünsche und Vorstellungen. Angst­störungen zeigen oft einen sehr wechsel­haften Verlauf, daher sollten während der Behand­lung auch mögliche Rück­fälle beachtet werden.

Psychotherapie

In Deutschland anerkannte Verfahren sind unter anderem die Verhal­tens­­therapie und psycho­analytisch begründete Verfahren. Am besten wirksam ist die sogenannte kognitive Verhaltens­therapie, bei der Sie erlernen, die Denk­muster zu verstehen, die zu Ihren Ängsten führen. Dadurch ist es Ihnen im nächsten Schritt möglich, Ihr Vermei­dungs­ver­halten bewusst bewusst zu korrigieren sowie Ihre körper­lichen Symptome neu zu bewerten.

mehr

Bei einem psychoanalytischen Verfahren werden dagegen unbewusste seelische Konflikte zum Beispiel aus der Kind­heit aufgearbeitet. Eine weitere Möglichkeit besteht darin, dass Sie in Beglei­tung und im Schutz der Ärztin/des Arztes oder der Psycho­­thera­peu­tin/des Psycho­­thera­peu­ten immer wieder in die Angst auslösende Situation geführt­ werden, bis Sie selbst feststellen, dass die Angst mit der Zeit nachlässt. Auf diese Weise lassen sich in der Regel auch sehr starke Ängste gut behandeln. In manchen Fällen kann auch eine Kombi­nation mit einer medika­men­tösen Behand­lung nötig sein. Bei schweren Angststörungen kann auch ein Klinikaufenthalt sinnvoll sein. Vor Beginn der Behand­lung sollten Sie sich bei Ihrer Kranken­kasse erkundigen ob und für welche Therapien sie die Kosten übernimmt.

Medikamente

Bei einer medikamentösen Behandlung kommen häufig Antidepressiva zum Einsatz, da sie eine angstlösende Wirkung haben. Idealer­weise werden sie begleitend mit der Psycho­therapie eingesetzt, wenn diese allein keine Besserung der Symptome mit sich bringt. Die Medikamente greifen chemisch in den Hirnstoffwechsel ein und beeinflussen die Boten­stoffe Serotonin und Noradrenalin. Antidepressiva selbst machen nicht abhängig. Jedoch können die eingesetzten Medikamente Neben­wirkungen haben. Dazu zählen unter anderem Mundtrockenheit, Kopf­schmer­zen und Kreislaufprobleme, innere Unruhe und Schlaf­störungen sowie Störungen der Sexualität. Diese lassen sich bei richtiger Anwendung oft vermeiden.

mehr

Schlaf- und Beruhigungsmittel aus der Gruppe der Benzodiazepine können zwar helfen Ängste zu lösen, werden allerdings zur Behandlung von Angststörungen nicht empfohlen, da diese Medikamente schnell abhängig machen.

Sprechen Sie mit Ihrer Ärztin/Ihrem Arzt über Ihre Vorstellungen und mögliche Nebenwirkungen, die Sie beobachten, damit Sie gemeinsam die beste Lösung finden können.

Zusammenfassung

  • Erste Hinweise auf eine Angststörung kann die Beantwortung einiger Fragen liefern. In einem ausführlichen Gespräch werden die Art und Dauer der Beschwerden sowie Belas­tungs­situationen und Vorerkrankungen festgestellt. Für die weitere Diagnose können verschiedene Fragebögen genutzt werden
  • Eine Angststörung lässt sich heutzutage oftmals gut behan­deln. Es stehen verschiedene Behand­lungs­mög­lich­keiten wie Psycho­therapien oder Medikamente zur Verfügung. Welche Therapie oder Kombination für Sie geeignet ist, sollten Sie mit Ihrer Ärztin/Ihrem Arzt, Ihrer Psycho­­thera­­peutin/Ihrem Psycho­thera­peuten besprechen
  • Medikamente sollten Sie immer nur nach Rück­sprache mit Ihrer Ärztin/Ihrem Arzt oder Ihrer Psycho­thera­peutin/Ihrem Psycho­thera­peuten einnehmen

 

Letzte Aktualisierung: April 2018