
Krebserkrankungen bei Frauen
Jährlich erkranken in Deutschland etwa 347 von 100.000 Frauen an Krebs. Die häufigste Krebsart bei Frauen ist Brustkrebs. Krebs kann aber auch im Gebärmutterkörper, am Gebärmutterhals, in den Eierstöcken und an der Vulva entstehen. Je früher eine Krebserkrankung entdeckt wird, desto größer sind die Heilungschancen.
Regelmäßige gynäkologische Untersuchungen können dabei helfen, Erkrankungen frühzeitig festzustellen. Manchmal führt aber eine Untersuchung auch zu falschem Alarm. Ob Sie eine Früherkennungsuntersuchung in Anspruch nehmen, ist Ihre persönliche Entscheidung. Um Ihnen diese Entscheidung zu erleichtern, informieren wir Sie über verschiedene Krebserkrankungen, ihre Behandlungsmethoden und Möglichkeiten der Früherkennung. Die hier dargestellten Erkenntnisse sind qualitätsgeprüft und neutral.
Die Diagnose einer Krebserkrankung ist für die meisten Frauen ein Schock. Trotzdem muss nicht vorschnell oder "kopflos" reagiert werden. Sie sollten sich Zeit nehmen für die Entscheidung über die für Sie optimale Behandlung. Eine Krebserkrankung an den weiblichen Sexualorganen hat meist große Auswirkungen auf das weitere Leben, auch mit Blick auf die Partnerschaft und die Sexualität. Eine vertrauensvolle ärztliche Begleitung und möglicherweise eine psychoonkologische Betreuung können hilfreich sein, mit der Krebserkrankung umzugehen.
Im Frauengesundheitsportal finden Sie Informationen zu Früherkennung, Ursachen, Diagnose und Behandlungsmethoden bei
Letzte Aktualisierung: Januar 2026
Krebsprävention: Diskrepanzen zwischen Wissen und Selbsteinschätzung
Zwei Befragungen des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) zeigen: In der Bevölkerung wird das persönliche Krebsrisiko häufig unterschätzt – gleichzeitig bestehen Wissenslücken über Krebsursachen und Krebsrisikofaktoren. Verlässliche und verständliche Informationen sind gefragt.
Nur 12 Prozent der Menschen in Deutschland schätzen ihr persönliches Krebsrisiko als eher oder sehr hoch ein – dabei erhält tatsächlich fast jeder Zweite in Deutschland im Laufe seines Lebens eine Krebsdiagnose. Gleichzeitig fühlen sich 61 Prozent gut oder sehr gut über Krebsvorbeugung und 62 Prozent über Krebsfrüherkennung informiert. Das zeigt eine bevölkerungsrepräsentative Befragung des Deutschen DKFZ mit 1.581 Menschen ab 16 Jahren.
Auch bei der Beurteilung des eigenen Lebensstils zeigt sich eine Diskrepanz: Zwei Drittel der Befragten bewerten ihre Lebensweise als gesund oder sehr gesund, gleichzeitig berichtet ein erheblicher Anteil von Bewegungsmangel, Übergewicht, regelmäßigem Alkoholkonsum oder Tabakkonsum.
„Information ist wichtig, aber nicht ausreichend, um Verhaltensänderungen zu bewirken. Viele Menschen fühlen sich gut informiert und halten ihre Lebensweise für gesund – gleichzeitig unterschätzen sie offenbar Risiken in ihrem Lebensstil. Für wirksame Prävention reicht es deshalb vermutlich nicht, allgemeines Wissen zu vermitteln. Entscheidend ist, den Bezug zum eigenen Risiko und zum eigenen Verhalten herzustellen“, betont Ursula Will, Autorin der Studie.
Wie gut Menschen einzelne Krebsrisikofaktoren kennen, untersuchte die CLARO-Studie. Dafür wurden 1.232 Bürgerinnen und Bürger aus Stuttgart befragt. Die überwiegende Mehrzahl erkannten Rauchen, Passivrauchen, Bewegungsmangel und Sonnenbrände als Krebsrisiken. Andere wissenschaftlich belegte Risikofaktoren waren dagegen deutlich weniger bekannt. Auch verschiedene Falschinformationen zur Krebsentstehung –beispielsweise die Nutzung von Plastiktrinkflaschen, Deosprays oder der Konsum genetisch modifizierter Lebensmittel als Krebsursache – wurden von den meisten Befragten nicht als solche erkannt.
Bei der Suche nach Informationen spielen unterschiedliche Quellen eine Rolle. In der CLARO-Studie waren Suchmaschinen im Internet die am häufigsten genutzte Informationsquelle, gefolgt von Gesundheitsfachkräften. In der bevölkerungsrepräsentativen Befragung wurden Ärztinnen und Ärzte am häufigsten als bevorzugte Ansprechpartner für Informationen genannt. Für die Bewertung von Gesundheitsinformationen waren insbesondere deren Vertrauenswürdigkeit und fachliche Überprüfung durch Expertinnen und Experten wichtig.
„Wir zeigen, dass Menschen bei Gesundheitsinformationen großen Wert auf wissenschaftliche Expertise und vertrauenswürdige Institutionen legen“, sagt Florian Herbolsheimer, einer der Leiter der CLARO-Studie. „Umso wichtiger ist es, qualitätsgesicherte Informationsangebote sichtbarer zu machen und ihren Zugang sowie ihre Vermittlung weiter zu verbessern“, ergänzt Mona Illmann, Erstautorin der Studie.
In der CLARO-Studie fühlte sich jede zweite befragte Person durch die Vielzahl an teils widersprüchlichen Informationen und Empfehlungen zur Krebsvorbeugung verunsichert. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass eine solche wahrgenommene Informationsüberforderung mit einer geringeren Kenntnis tatsächlicher Krebsrisikofaktoren einhergeht.
Beide Befragungen zeigen übereinstimmend: Zwischen dem Gefühl, gut informiert zu sein, dem Wissen über konkrete Krebsrisiken und der Einschätzung des eigenen Risikos bestehen oft Diskrepanzen. Umso wichtiger ist es, dass Menschen einfach erkennen können, ob Informationen wissenschaftlich belegt, vertrauenswürdig und für die eigenen Lebensrealität relevant sind. Eine wichtige Rolle spielt dabei auch die persönliche Beratung durch Ärztinnen und Ärzte.
Publikationen:
Gaisser A, Will U (2026) Krebsprävention in der deutschen Bevölkerung: Risikowahrnehmung, Einstellung, Lebensstil und Informationsbedarf. Forum 5/2026. DOI: 10.1007/s12312-026-01616-4
Illmann M, Steindorf K, Haussmann A and Herbolsheimer F (2026) Cancer prevention in Germany: awareness, beliefs, and information-seeking behaviors in a population-based survey. Front. Public Health, 2026; DOI: 10.3389/fpubh.2026.1868556
Zitiert nach einer Pressemitteilung des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) vom 12.10.2026.