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Welt-POI-Tag am 25. Oktober 2026: Rheinland-Pfalz fördert Projekt „POI-Connect“
Wenn die Wechseljahre zu früh kommen: POI-Register wächst weiter
Zum zweiten Welt-POI-Tag ziehen die Deutsche Menopause Gesellschaft e.V. (DMG) und das Institut für digitale Gesundheitsdaten gGmbH (IDG) Bilanz: Die Pilotphase des Registers für prämature Ovarialinsuffizienz (POI) ist abgeschlossen. Zwischen November 2024 und März 2026 wurden 250 Patientinnen an 8 Standorten aufgenommen. Nun bauen die DMG und das IDG das Register aus: Das vom Land Rheinland-Pfalz mit rund 300.000 Euro geförderte Projekt „POI-Connect“ nimmt neben POI-Patientinnen auch Frauen mit früher Menopause vor dem 45. Lebensjahr auf und soll Wege zur Behandlung verkürzen.
Wenn die Periode über Monate ausbleibt, Hitzewallungen auftreten oder der Schlaf leidet, denken junge Frauen selten an Wechseljahre. Doch hinter solchen Beschwerden kann eine prämature Ovarialinsuffizienz (POI) stehen. Dabei lässt die Eierstockfunktion vor dem 40. Lebensjahr nach. Betroffen sein können Frauen, die seit mehr als 4 Monaten Zyklusstörungen haben und bei denen das follikelstimulierende Hormon im Blut erhöht ist. Die POI kann die Fruchtbarkeit einschränken. Der Hormonmangel kann zudem das Risiko für Osteoporose, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Demenz erhöhen.
250 Patientinnen eingeschlossen – Register wächst weiter
Die DMG startete die Studie „Systematische Erfassung der Versorgungssituation für Frauen mit prämaturer Ovarialinsuffizienz (POI) in Deutschland“ Ende 2024 gemeinsam mit dem IDG. Entworfen hatte sie die Arbeitsgemeinschaft „POI“ des Jungen Forums der Fachgesellschaft. Das Register sammelt Daten dazu, wie Frauen mit POI diagnostiziert, behandelt und begleitet werden. So soll sichtbar werden, wo in Deutschland Versorgungslücken bestehen. „Die Pilotphase zeigte, dass diese Patientinnen früher erkannt und gezielter begleitet werden müssen“, sagt Dr. med. Julia Schläger aus Frankfurt am Main,
Abteilung für gynäkologische Endokrinologie am Endokrinologikum Frankfurt und Mitglied der Arbeitsgemeinschaft „POI“ im Jungen Forum der DMG. „Viele Frauen suchen lange nach einer Erklärung für ihre Beschwerden. Bei jungen Patientinnen denkt man oft nicht zuerst an die Wechseljahre.“
Die Zentren nehmen weiterhin Frauen mit POI in das Register auf. Zwei Standorte sind hinzugekommen: die Technische Universität München und das Universitätsklinikum Freiburg. Ein weiterer neuer Partner ist das Institut für Medizinische Biometrie und Informatik (IMBEI) der Universitätsmedizin Mainz für die Evaluation und statistischen Analysen.
„POI-Connect“ nimmt auch Frauen mit Menopause vor dem 45. Lebensjahr in den Blick
Mit dem Projekt „POI-Connect“ erhält der Registerausbau zusätzliche Unterstützung. Das Ministerium für Wissenschaft, Weiterbildung und Gesundheit des Landes Rheinland-Pfalz fördert das Projekt mit rund 300.000 Euro. Unter Leitung des IDG arbeiten Dr. med. Susanne Theis an der Universitätsmedizin Mainz, Dr. med. Annette Bachmann an der Universitätsmedizin Frankfurt, Dr. med. Julia Schläger am Endokrinologikum Frankfurt sowie die DMG daran, die Datenbasis zu verbreitern und die Versorgung besser zu vernetzen. Das Projekt nimmt künftig auch Frauen mit früher Menopause auf. Das betrifft jene, deren letzte Regelblutung zwischen 40 und 44 Jahren eintritt. Das Projektteam hat den Fragebogen überarbeitet und stellt ihn den Teilnehmerinnen künftig digital zur Verfügung.
Neues Netzwerk soll Wege zur Behandlung verkürzen
„POI-Connect“ soll außerdem das fachübergreifende INPOI-Versorgungsnetzwerk aufbauen. Es verbindet spezialisierte Zentren, niedergelassene Gynäkologinnen und Gynäkologen, Hausärztinnen und Hausärzte sowie weitere Fachrichtungen. Die Rhein-Main-Region dient als Pilotregion. Ziel sind klare Wege für Diagnose und Therapie sowie eine Behandlung, die sich am persönlichen Risiko der Patientinnen orientiert. „Frauen mit POI oder früher Menopause brauchen klare Anlaufstellen und eine langfristige Begleitung“, sagt Dr. med. Katrin Schaudig, Präsidentin der DMG und niedergelassene Gynäkologin aus Hamburg. „Das Register und ‚POI-Connect‘ sollen dazu beitragen, Versorgungslücken sichtbar zu machen und gezielt zu schließen.“
Weitere Informationen zum Register erhalten Betroffene sowie Ärztinnen und Ärzte über die teilnehmenden Zentren: https://www.menopause-gesellschaft.de/poi
Zitiert nach einer Pressemitteilung (PDF) der Deutschen Menopause Gesellschaft e.V. vom 25.10.2026.