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Sexuelle Gesundheit - Sexuell übertragbare Infektionen

HIV/AIDS

Zu den bekanntesten sexuell übertragbaren Infektionen gehört die­jenige mit dem Humanen Immun­defizienz-Virus, HIV. Das HI-Virus schädigt das mensch­liche Immun­system und führt unbehandelt zur Immun­schwäche­krank­heit AIDS.

Verbreitung

In Deutschland sind Frauen mit HIV eine Minder­heit. Das Robert Koch-Institut schätzt, dass Ende 2017 rund 86.000 Menschen mit HIV in Deutsch­land leben. Davon sind rund 16.900 Frauen, also knapp 20 Prozent. Weltweit sind etwas mehr als die Hälfte aller Menschen mit HIV Frauen. Die Weltgesund­heits­organisation (WHO) zählte Ende 2017 rund 36,9 Millionen Menschen, die mit dem HI-Virus leben. Welt­weit vermutet die WHO für 2017 rund 1,8 Millionen neue HIV-Infektionen.

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Die meisten Menschen mit HIV leben in Afrika, wo mehr als die Hälfte aller HIV-Infektionen bei Frauen fest­gestellt werden. Seit 2010 kann die Aus­brei­tung von HIV in den meisten afrikanischen Ländern aufgehalten werden. Ein Grund für den weltweiten Rückgang der Zahl von Neuinfek­tionen um 39 Prozent liegt in der ver­besserten Aufklärung und im Zugang zu antiretroviralen Medika­men­ten (ART). Anders zeigt sich die Situation in Ost­europa, ins­be­sondere in Russland. Hier steigt die Zahl der festgestellten Infektionen, und rund die Hälfte aller Diagnosen betrifft Frauen. 

Übertragung und Anzeichen

HIV wird vor allem übertragen, wenn HIV-haltige Körperflüssigkeiten wie Sperma oder Blut in den Körper ge­langen. In manchen Fällen kann sich eine akute HIV-Infektion durch Fieber, Durchfall oder eine Schwel­lung der Lymph­kno­ten bemerkbar machen. Diese Anzeichen können jedoch auch auf andere Erkran­kungen hin­deuten und werden daher häufig nicht mit einer HIV-Infek­tion in Ver­bin­dung gebracht. Meist klingen die Beschwerden nach einiger Zeit wieder ab. Oftmals zeigen sich auch gar keine Symptome.

Diagnose und Behandlung

Eine HIV-Infektion lässt sich mit einer Blutuntersuchung feststellen. Der HIV-Test kann in einer Arztpraxis oder anonym beim Gesund­heits­amt durch­geführt werden. Seit Oktober 2018 sind auch sogenannte HIV-Selbsttests in Deutschland zugelassen. Diese sind in Apotheken, Drogerien oder über das Internet erhältlich. Verwendet werden sollten ausschließlich geprüfte Selbsttests (CE-Kennzeichen).
Ein positives Unter­suchungs­­ergeb­­nis kann sehr belas­tend sein, der Test daher sollte immer mit einer Beratung ver­bun­den werden. In Deutschland sind HIV-Infektionen heute medi­zi­nisch sehr gut behandelbar. Viele Menschen mit HIV ver­tragen die Medikamente gut und haben inzwischen eine nahezu normale Lebens­erwartung.

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Für viele Frauen ist eine HIV-Infektion noch immer damit verbunden, sich sozial ausgegrenzt zu fühlen. So leben sie oft sehr vereinzelt und fühlen sich isoliert. Der Austausch mit anderen Betroffenen und die verschie­denen Angebote zur Selbsthilfe spielen daher eine wichtige Rolle. Auch AIDS-Hilfen und Gesundheitsämter bieten Beratung und Unterstützung.

Prävention

Sehr guten Schutz vor HIV bietet Safer Sex  mit richtig angewandten Männer- und Frauenkondomen. Eine Ansteckung mit HIV ist ebenfalls nicht möglich, wenn eine HIV-Infektion so gut behandelt ist, dass die Viren im Blut der infizierten Menschen nicht mehr nachweisbar sind. Hier sprechen Fachleute vom "Schutz durch Therapie".

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Seit 2017 ist in Deutschland auch die Vorbeugung mit ART-Medikamenten als so genannte Prä-Expo­si­tions­prophylaxe, kurz PrEP, möglich. Die PrEP kann für Personen mit einem erhöhtem HIV-Risiko in Frage kom­men. Dazu gehören Menschen, die Sex ohne Kondom mit Partnern haben, bei denen eine undiagnos­tizierte HIV-Infektion wahr­schein­lich ist. Die Ein­nahme sollte nur unter ärztlicher Betreuung erfolgen. Außer­dem sollten regelmäßig Tests auf weitere STI durch­geführt werden. Die PrEP schützt aus­schließ­lich vor HIV, nicht aber vor anderen STI. Sie ist daher kein Ersatz für Safer Sex.
ART-Medikamente können auch noch schützend zum Einsatz kommen, wenn der Kondom-Gebrauch versagt hat. In diesen Fällen handelt es sich um eine Post-Expositionsprophylaxe (PEP). Bei einer PEP werden ART-Medikamente eingenommen, um nach einem Risikokontakt die Wahr­schein­lich­keit für eine Ansteckung mit HIV zu verringern. Die PEP ist nur für Not­fall­situationen gedacht und kein Ersatz für Kondome. In jedem Fall sind bei der Einnahme von Medikamenten zur HIV-Prävention gute Beratung und eine regel­mäßige medi­zi­nische Betreuung unerlässlich.

In der Zukunft könnten auch Impfstoffe zur Prävention von HIV eine Rolle spielen. Jedoch ist die Entwicklung einer Impfung gegen HIV äußerst schwierig. Trotz intensiver For­schung ist es bisher noch nicht gelungen, einen erfolg­reichen Impfstoff herzustellen.

Schwangerschaft

Frauen mit HIV können fast immer gesunde Kinder bekommen. Mit einigen Vorsichts­maß­nahmen liegt das Risiko einer HIV-Übertragung von der Mutter auf ihr Baby bei unter einem Prozent. Voraus­setzung ist, dass die Infektion bekannt ist. Aus diesem Grund wird im Rahmen der Vorsorge allen schwangeren Frauen ein HIV-Test angeboten. Der Test ist freiwillig und das Ergebnis wird nicht im Mutter­pass vermerkt. Die Kosten für den Test werden von der Kranken­kasse übernommen. Der Test kann im Laufe der Schwanger­schaft auch wieder­holt werden.

Zusammenfassung

  • HIV, Humanes Immundefizienz-Virus, schädigt das Immun­sys­tem und führt unbe­han­delt zu AIDS. In Deutschland sind weniger Frauen als Männer betroffen
  • HIV wird vor allem durch Sperma oder Blut übertragen. Häufig zeigen sich bei einer Infektion keine oder wenige Beschwerden
  • Im Rahmen der gesetzlichen Vorsorge wird allen schwangeren Frauen ein freiwilliger HIV-Test ange­boten. Wird die Infektion erkannt und entsprechend gehan­delt, ist das Risiko einer Über­tra­gung von der Mutter auf das Kind äußerst gering
  • HIV-Infektionen sind gut mit Medikamenten behandelbar. Betrof­fene haben eine fast normale Lebens­er­war­tung
  • Noch immer werden Menschen mit HIV diskriminiert. Der Kontakt mit anderen Betroffenen und Bera­tungs­angebote in AIDS-Hilfen und Gesundheitsämtern können helfen mit der Erkrankung umzu­gehen
  • Richtig angewandte Kondome bieten sehr guten Schutz vor einer HIV-Infektion. Auch Medikamente können in der Präven­tion eine Rolle spielen

 

Letzte Aktualisierung: Juni 2019