
Krebserkrankungen bei Frauen
Jährlich erkranken in Deutschland etwa 347 von 100.000 Frauen an Krebs. Die häufigste Krebsart bei Frauen ist Brustkrebs. Krebs kann aber auch im Gebärmutterkörper, am Gebärmutterhals, in den Eierstöcken und an der Vulva entstehen. Je früher eine Krebserkrankung entdeckt wird, desto größer sind die Heilungschancen.
Regelmäßige gynäkologische Untersuchungen können dabei helfen, Erkrankungen frühzeitig festzustellen. Manchmal führt aber eine Untersuchung auch zu falschem Alarm. Ob Sie eine Früherkennungsuntersuchung in Anspruch nehmen, ist Ihre persönliche Entscheidung. Um Ihnen diese Entscheidung zu erleichtern, informieren wir Sie über verschiedene Krebserkrankungen, ihre Behandlungsmethoden und Möglichkeiten der Früherkennung. Die hier dargestellten Erkenntnisse sind qualitätsgeprüft und neutral.
Die Diagnose einer Krebserkrankung ist für die meisten Frauen ein Schock. Trotzdem muss nicht vorschnell oder "kopflos" reagiert werden. Sie sollten sich Zeit nehmen für die Entscheidung über die für Sie optimale Behandlung. Eine Krebserkrankung an den weiblichen Sexualorganen hat meist große Auswirkungen auf das weitere Leben, auch mit Blick auf die Partnerschaft und die Sexualität. Eine vertrauensvolle ärztliche Begleitung und möglicherweise eine psychoonkologische Betreuung können hilfreich sein, mit der Krebserkrankung umzugehen.
Im Frauengesundheitsportal finden Sie Informationen zu Früherkennung, Ursachen, Diagnose und Behandlungsmethoden bei
Letzte Aktualisierung: Januar 2026
Hauptsache, man tut es! Stuhltest und Darmspiegelung ähnlich wirksam in der Darmkrebsvorsorge
Zum Darmkrebsmonat März macht das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ) auf die Ergebnisse einer neuen Studie aufmerksam: Sowohl regelmäßige Stuhltests als auch Vorsorge-Darmspiegelungen können die Zahl der Darmkrebserkrankungen und Todesfälle deutlich senken – bei konsequenter Teilnahme sind beide Strategien ähnlich wirksam.
Darmkrebs zählt in Deutschland nach wie vor zu den häufigsten Krebserkrankungen und ist eine der häufigsten krebsbedingten Todesursachen. In Deutschland können Frauen und Männer ab 50 Jahren zwischen zwei Angeboten der Darmkrebsvorsorge wählen: einem immunologischen Test auf Blut im Stuhl (FIT) alle zwei Jahre oder bis zu zwei Darmspiegelungen (Vorsorgekoloskopien) im Abstand von zehn Jahren. Nur, wenn der Stuhltest positiv ausfällt, ist eine Darmspiegelung erforderlich. Die langfristigen Auswirkungen dieser Optionen haben Forschende um Hermann Brenner vom DKFZ nun mithilfe eines etablierten Simulationsmodells untersucht.
Bis zu 80 Prozent weniger Darmkrebs-Todesfälle
Die Ergebnisse zeigen: Wenn die Vorsorgeangebote konsequent genutzt werden, lassen sich bis zu drei Viertel aller Darmkrebserkrankungen verhindern. Die Zahl der Todesfälle durch Darmkrebs kann sogar um mehr als 80 Prozent reduziert werden – unabhängig davon, ob die Vorsorge primär über den Stuhltest oder über die Vorsorgekoloskopie erfolgt. Besonders große Effekte ergeben sich, wenn beide Verfahren sinnvoll kombiniert werden, etwa Koloskopien in jüngeren Jahren und ergänzende Stuhltests im höheren Alter.
„Unsere Analysen zeigen sehr klar: Beide Vorsorgestrategien sind hochwirksam. Entscheidend ist nicht so sehr, welche Methode gewählt wird, sondern dass die Vorsorge von möglichst vielen Menschen genutzt wird“, sagt Studienleiter Hermann Brenner vom DKFZ.
Informierte Entscheidung und persönliche Präferenz
Die Studie unterstreicht, dass Menschen eine informierte Wahl treffen können: Die Vorsorgekoloskopie ist aufwendiger, bietet jedoch den Vorteil, dass Krebsvorstufen direkt erkannt und entfernt werden können. Der Stuhltest ist weniger invasiv und einfacher durchzuführen, muss dafür aber häufiger wiederholt werden. Eine Darmspiegelung ist nur bei einem positiven Testergebnis erforderlich. In ihrer Wirksamkeit gegen Darmkrebs sind beide Ansätze bei regelmäßiger Teilnahme vergleichbar.
Aus Sicht der Forschenden ist die hohe Teilnahme an der Darmkrebsvorsorge der entscheidende Faktor, um die Krankheitslast in Deutschland weiter zu senken. „Wenn alternative Angebote dazu beitragen, mehr Menschen zur Vorsorge zu motivieren, ist das ein großer Gewinn für die Krebsprävention und die öffentliche Gesundheit“, so Brenner.
In der aktuellen Analyse waren die die Forschenden von einer maximalen Nutzung der Vorsorgeangebote ausgegangen, um die maximalen möglichen Effekte darzustellen. Doch Hermann Brenner betont, dass die tatsächliche Gesamtnutzung der Darmkrebsvorsorge in Deutschland deutlich hinter den Teilnahmequoten zurückbleibt, die in Ländern wie den Niederlanden, Dänemark oder den USA erreicht werden. „Um dahinzukommen, braucht es gut organisierte Vorsorgeprogramme mit wiederholten persönlichen Einladungen sowie Maßnahmen, die die Vorsorge so einfach wie möglich gestalten, wie zum Beispiel die direkte Zusendung von Stuhltests oder das Angebot von Koloskopieterminen“, fasst der Präventionsexperte zusammen.
Dmitry Sergeev, Thomas Heisser, Michael Hoffmeister, Hermann Brenner: Koloskopie versus Test auf Blut im Stuhl versus keine Vorsorgeuntersuchung - Vergleichende Analyse der Langzeiteffekte. Dtsch. Ärzteblatt 2026, DOI: 10.3238/arztebl.m2025.0208
Zitiert nach einer Pressemitteilung des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) vom 25.02.2026