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Krebserkrankungen - Brustkrebs

Früherkennung und Diagnose

Ziel der Früherkennungsuntersuchungen ist es, Brustkrebs in einem frühen Stadium zu erkennen und behandeln zu können. Dadurch steigen die Heilungschancen. Da Brustkrebs in den frühen und damit noch gut behandelbaren Stadien häufig keine Beschwerden verursacht, richten sich die Früherkennungs­unter­suchungen insbesondere an Personen ohne Anzeichen für Brustkrebs.

Selbstverständlich ist es Ihre persönliche Entscheidung, ob Sie eine Früherkennungsuntersuchung in Anspruch nehmen möchten. Doch auch wenn Sie nicht an Früh­erkennungs­unter­suchungen teilnehmen und später bei Ihnen eine Krebs­erkrankung gefunden wird, trägt die Kranken­kasse die Behandlungs­kosten.

 

Mammographie-Screening

Zur Früherkennung von Brustkrebs gibt es in Deutschland ein bundesweites Screening-Programm für Frauen zwischen 50 und 69 Jahren. Sie werden alle zwei Jahre per Post eingeladen, an einem Mammographie-Screening teilzunehmen. Der Einladung sind Informationen über Brustkrebs, die Mammographie-Screening­untersuchung und über deren mögliche Vor- und Nachteile beigefügt. Die Informationen sollen Sie bei Ihrer persönlichen Entscheidung über eine Inanspruchnahme des Mammographie-Screenings unterstützen. Die Teilnahme an der Screening­untersuchung ist freiwillig.

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Die Kosten für die Untersuchung trägt die jeweilige Kranken­versicherung. Bei der Untersuchung wird eine Röntgen-Aufnahme der Brust angefertigt, in der auch Krebsvorstufen und kleine Geschwulste entdeckt werden können, die noch nicht tastbar sind. Welchen Nutzen ein regelmäßiges Mammographie-Screening hat, lässt sich am besten anhand einiger Zahlen abschätzen: Wenn 1000 Frauen über einen Zeitraum von 10 Jahren regelmäßig am Mammographie-Screening teilnehmen, werden dadurch etwa 2 bis 6 dieser Frauen vor dem Tod durch Brustkrebs bewahrt.

Risiken
Für die Mammographie sind keine direkten Nebenwirkungen bekannt. Allerdings kann die Untersuchung an sich unangenehm und auch schmerzhaft sein. Auch können Frauen zunächst auch einen falsch-positiven Befund erhalten. Was bedeutet das? Im Schnitt werden von 1000 Mammographien 970 als völlig unauffällig eingestuft. Bei 30 von 1000 Untersuchungen stellt die Ärztin/der Arzt Auffällig­keiten fest, die weiter abgeklärt werden sollten. Die betroffenen Frauen erhalten solchen Fällen eine Einladung zu weiteren Unter­suchungen. Bei nur 6 dieser 30 Frauen bestätigt sich in der Folge die Diagnose Brustkrebs, bei 24 Frauen war der Befund „falsch-positiv“ (falscher Alarm). Steht ein Verdacht auf Krebs jedoch im Raum, ist das Warten auf die endgültigen Ergebnisse der Abklärungsuntersuchungen für die Frauen nervlich sehr belastend.

Es ist auch möglich, dass Vorstadien zum Brust­krebs wie das Duktale Carcinoma in situ (DCIS) festegstellt, als (beginnender) Brustkrebs eingestuft und bereits entsprechend behandelt werden. Diese sogenannten Überdiagnosen führen zu körperlich und seelisch belastenden Behandlungen, die (im Rückblick) nicht unbedingt nötig gewesen wären. Denn ein DCIS kann zu aggressivem Brustkrebs führen, muss es aber nicht. Allerdings ist es schwer vorherzusagen, in welchen Fällen ein DCIS zu einer gefährlichen Erkrankung führen und in welchen nicht.

Wird bei Ihnen ein DCIS diagnostiziert, sollten Sie in Ruhe mit Ihrer Ärztin/Ihrem Arzt die erforderlichen Behandlungsschritte besprechen. Doch wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit für eine Überdiagnose? Aufgrund von Studien und Erfahrungswerten lässt sich sagen, dass von 1000 Frauen, die regelmäßig am Mammographie-Programm teilnehmen, etwa 9 bis 12 Frauen eine Überdiagnose erhalten und eventuell unnötig behandelt werden.

Die Untersuchung wird mit Hilfe von Röntgen­strahlung durchgeführt und ist deshalb mit einer geringfügigen Strahlenbelastung verbunden. Diese ist mit modernen Mammo­graphie-Geräten aber sehr gering und auf das Brustgewebe beschränkt, sodass normaler­weise keine schädlichen Folgen zu erwarten sind.Weitere Informationen zum Mammographie-Screening erhalten Sie bei der Kooperations­gemeinschaft Mammo­graphie, die das Screening-Programm in Deutschland koordiniert.

Tastuntersuchung

Im Rahmen der jährlichen gynäkologischen Krebsvorsorge, deren Kosten die Kranken­­versicherung übernimmt, betrachtet Ihre Frauenärztin/Ihr Frauenarzt beide Brüste und tastet sie ab. Außerdem werden die Achsel­­höhlen ausgetastet. Die Tastunter­suchung richtet sich an Frauen ab dem Alter von 30 Jahren. Zusätzlich können Sie diese Unter­suchung auch selbst zu Hause regelmäßig durch­führen. Ihre Frauen­ärztin/Ihr Frauenarzt kann Ihnen Tipps dafür geben.

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Zum Betrachten stellen Sie sich vor den Spiegel und heben evtl. auch die Arme hoch, um die Haut zu straffen. Das Tasten gelingt am besten, wenn die Haut nass oder eingeölt ist, beispielsweise beim oder nach dem Duschen. Der beste Zeitraum für eine Selbst­­unter­suchung ist zwischen dem dritten und siebten Tag nach dem Einsetzen Ihrer Regel­blutung, denn dann ist das Brust­gewebe besonders weich.  Wenn Sie die Selbstuntersuchung regelmäßig durchführen, werden Sie rasch ein immer besseres Gefühl für die Beschaffen­heit Ihrer Brust entwickeln und so schneller mögliche Veränderungen feststellen können.

Risiken
Die Selbstuntersuchung kann aber auch zu falsch-positiven oder falsch-negativen Befunden führen: Ein ertasteter Knoten muss nicht bedeuten, dass Sie an Krebs leiden, stellt aber zunächst eine erhebliche psychische Belastung dar. Andererseits kann sich auch dann bereits Krebs gebildet haben, wenn sich die Brust unauffällig anfühlt.

Sollten Sie bei Ihren Selbstunter­suchungen Veränderungen feststellen, sprechen Sie unbedingt bald mit Ihrer Ärztin/Ihrem Arzt darüber.

Ultraschall und Magnetresonanztomographie

Manche Ärztinnen und Ärzte empfehlen Frauen ab 50 Jahren mit hoher Brustdichte zusätzlich zur Screening-Mammographie eine Ultra­­schall­­unter­­suchung der Brust oder teilweise sogar eine Magnet­­reso­nanz­­tomo­grafie (MRT, Kernspin), um Tumore zu entdecken, die in der Mammo­graphie-Aufnahme vielleicht übersehen wurden. Beide Unter­­suchungen gehören bisher nicht zum regulären Früh­­erkennungs­­­programm der gesetzlichen Kranken­­versicherung, da momentan noch wissen­schaftliche Erkennt­nisse fehlen, die zeigen, ob sich mit solchen Zusatz­­unter­­suchungen das eigentliche Ziel der Früh­erkennung erreichen lässt, nämlich das Risiko zu senken, an Brust­krebs zu sterben.

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Studien zeigen zwar, dass durch diese ergänzenden Unter­suchungen tatsächlich Tumore gefunden werden, die beim Mammo­graphie-Screening nicht gesehen wurden. Allerdings werden auch öfter Auffällig­­keiten, beispiels­­weise harmlose Zysten entdeckt, bei denen es sich nicht um Krebs handelt. Solche Befunde können für die Frauen belastend sein, weil sie Sorgen bereiten und weitere Unter­suchungen zur Abklärung (Biopsien) nach sich ziehen.

Sowohl eine Ultraschall-Unte­r­suchung als auch ein MRT sind risikolos und schmerzfrei. Allerdings empfinden manche Frauen die enge Röhre, in der sie während der MRT-Unter­suchung liegen, als beklemmend.

Ultraschall-Unter­suchung und MRT der Brust zählen bis auf Aus­nahme­­fälle - zum Beispiel bei einem auffälligen Befund wie Zysten oder bei der Nachsorge nach Brustkrebs - zu den sogenannten, privat zu zahlenden IGeL-Leistungen. Sofern Sie keine Beschwerden haben oder keine besonderen familiären Belastungen vorliegen, werden die Kosten deshalb nicht von Ihrer gesetzlichen Kranken­­versicherung getragen.

Diagnose

Bei Frauen, bei denen der Verdacht auf Brustkrebs besteht, entnimmt die Ärztin/der Arzt zunächst eine Gewebeprobe des verdächtigen Bereichs. Die Punktion wird ambulant und mit örtlicher Betäubung gemacht. Damit kann festgestellt werden, ob wirklich Brustkrebs oder eine gutartige Veränderung vorliegt. Handelt es sich um einen bösartigen Tumor, geben weitere Untersuchungen der Gewebeprobe der Ärztin/dem Arzt wichtige Informationen über die Art von Brustkrebs. Ist der Tumor bereits fortgeschritten oder liegt der Verdacht vor, dass sich bereits Metastasen gebildet haben, sind weitere Untersuchungen notwendig. Mit zusätzlichen Untersuchungen lässt sich außerdem ausschließen, dass der Krebs bereits Metastasen gebildet hat.

Zusammenfassung

  • Wenn Brustkrebs früh erkannt wird, steigen die Heilungs­chancen
  • Frauen im Alter von 50-69 Jahren haben alle zwei Jahre Anspruch auf ein kostenloses Mammo­graphie-Screening - die Frauen erhalten eine schriftliche Einladung und Informationen zu dieser Untersuchung
  • Die regelmäßige Selbstuntersuchung der Brust verbessert das Gefühl für die Beschaffen­heit der Brust und ermöglicht es Frauen schneller auf Veränderungen zu reagieren
  • Ultraschall­untersuchung und Magnet­­resonanz­­tomo­graphie gehören nicht zum regulären Früh­erkennungs­­programm der gesetzlichen Kranken­­versicherung; die Unter­­suchungen nur in speziellen Fällen zum Einsatz
  • Bei Verdacht auf Brustkrebs verschafft eine Gewebe­probe Gewissheit

 

Letzte Aktualisierung: Januar 2018