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Darmkrebs

Nutzen des Tests auf verborgenes Blut im Stuhl

Seit dem 1. April 2017 haben Sie Anspruch auf den immunologischen Test auf verborgenes Blut im Stuhl (iFOBT). Damit wurde der chemische Test (gFOBT) abgelöst. Für den immunologischen Test liegen noch nicht so umfangreiche Studien vor wie für den chemischen Test. Daher finden Sie nachfolgend Studienergebnisse zum chemischen Stuhltest dargestellt. Da der immunologische Test weniger störanfällig ist als der chemische, wird davon ausgegangen, dass der immunologische Stuhl­test mindestens genauso gut, wahrscheinlich aber besser als der che­mi­sche Test ist. Somit können Sie sich an den nachfolgend dargestellten Nutzen zum chemischen Stuhltest orientieren. Möglicher­weise ist der Nutzen des immunologischen Tests aber etwas größer.

Um den Nutzen des Stuhltests zu überprüfen, wurden Personen im Alter von 45-80 Jahren über einen Zeitraum von 10 Jah­ren unter­sucht. Inner­halb von 10 Jahren starben 7 von 1.000 Personen an Darmkrebs, wenn sie keinen Stuhltest durchgeführt haben. Diese Zahl ver­ringerte sich auf 4 von 1.000 Personen, wenn der Stuhltest jährlich durch­geführt wurde. Somit haben 3 von 1.000 Personen einen Nutzen durch die jährliche Teilnahme am Stuhltest.

Durch die jährliche Teilnahme am Test auf verborgenes Blut im Stuhl starben 3 von 1.000 Personen weniger an Darmkrebs und haben damit einen Nutzen von der Früh­erkennungs­unter­suchung.

Risiken und Nebenwirkungen des Tests auf verborgenes Blut im Stuhl

Für den Test auf verborgenes Blut sind keine direkten Neben­wirkungen bekannt. Aller­dings ist es einigen Men­schen un­an­ge­nehm den Stuhl­test selbst durch­zu­führen. Zur Ab­klä­rung eines positiven Stuhltests wird eine Darm­spiegelung durch­geführt. Bei der Darm­spiegelung sind Sie zusätz­lichen Risiken ausgesetzt.

Die Genauigkeit des Tests bestimmt, wie viele falsch-positive und falsch-negative Ergeb­­nisse auftreten. Der immunologische Stuhltest erkennt eindeutiger als der chemische Stuhl­test, ob Darm­krebs vorliegt oder nicht vorliegt. Damit sind mit dem immunologischen Stuhltest weniger falsch-positive bzw. falsch-negative Testergebnisse zu erwarten als mit dem chemischen Test. Falsch-positive Test­­ergeb­nisse können zu unnötigen Unter­suchungen führen. Dies bedeutet, dass bei einem falsch-positiven Stuhltest eine Darm­spiegelung durchgeführt wird, obwohl keine Darm­krebs­erkrankung vorliegt. Aller­dings werden wäh­rend der Darm­spiegelung auch eventuell bestehende Vor­stufen von Darm­krebs entfernt. Dies verhindert möglicher­weise die Ent­stehung von Darm­krebs. Ein falsch-negatives Ergebnis kann dazu führen, dass Sie sich in falscher Sicher­heit wiegen und somit vielleicht Anzeichen von Darmkrebs ignorieren.

Zusätzlich ist der Stuhltest mit allgemeinen Nach­teilen von Früh­erken­nungs­unter­suchungen verbunden. Zu diesen allgemeinen Nach­teilen zählt, dass die Teilnahme am Stuhl­test eine Darm­krebs­erkrankung nicht verhindern kann. Zudem kann die Teil­nahme am Stuhl­test die Lebens­qualität beeinträchtigen. Beispiels­weise wird die Warte­zeit auf das Test­ergebnis von vielen Menschen als belastend empfunden. Außer­dem kann die Behand­lung von Darm­krebs die Lebens­qualität stark beeinträchtigen.

Zu den allge­meinen Nach­teilen von Früh­erkennungs­unter­suchungen zählt auch, dass trotz regel­mäßiger Teil­nahme am Stuhl­test Darm­krebs zu spät erkannt werden kann. Dies ist bei sogenannten Intervall­karzi­nomen der Fall. Es handelt sich dabei meist um schnell wachsende Tumore.

Zusammenfassung

  • Durch eine jährliche Teilnahme am Test auf verborgenes Blut im Stuhl werden etwa 3 von 1.000 Personen davor bewahrt an Darmkrebs zu sterben
  • Direkte Nebenwirkungen und Risiken des Stuhltests sind nicht bekannt. Allerdings kann die Wartezeit auf das Test­er­geb­nis belasten
  • Das Testergebnis ist nicht immer eindeutig
  • Bei einem positiven Testergebnis wird eine Darmspiegelung durch­geführt. Bei der Darmspiegelung können Vorstufen ent­fernt werden. Die Darmspiegelung ist mit zusätzlichen Risiken verbunden


Letzte Aktualisierung: Februar 2019