Daten und Fakten

Das Infoblatt des Frauengesundheits­portals fasst aktuelle Daten und wichtige Erkenntnisse rund um die Gesundheit von Frauen zusammen. In einer übersichtlichen Darstellung finden Sie qualitätsgesicherte Fakten zu

Demografie und Lebenslagen

Demografie

  • In Deutschland leben rund 81,5 Millionen Menschen. Etwas mehr als die Hälfte (41,5 Millionen) sind Frauen [1].
  • Die Lebenserwartung bei Geburt liegt in Deutschland für Frauen mit 83 Jahren höher als für Männer mit 78,1 Jahren. Für das Geburtsjahr 2060 wird weiblichen Neugeborenen ein durchschnittliches Alter von 90,4 Jahren prognostiziert (männliche Neugeborene: 86,7 Jahre) [2; 3].

Alleinlebende

  • In Deutschland sind  8,5 Millionen Frauen alleinlebend (Männer: 7,5 Millionen) [4].
  • Aktuell sind ca. 2,7 Millionen Personen alleinerziehend, davon sind 2,3 Millionen (85 Prozent) Frauen [4].

Erwerbstätigkeit

  • 69,3 Prozent der Frauen zwischen 15 und 65 Jahren in Deutschland sind erwerbstätig (Männer: 77,8 Prozent) [5].

Geburten

  • Die Geburtenrate in Deutschland liegt bei 1,47 Kindern pro Frau. Das Durchschnittsalter der Frauen bei der Geburt des ersten Kindes beträgt 29,5 Jahre [6].

Pflege

  • In Deutschland haben 2,6 Millionen Menschen im Sinne der Pflegeversicherung (SGB XI) Anspruch auf Pflegeleistungen. Mehr als zwei Drittel werden zu Hause versorgt. Ca. 4,7 Millionen Menschen sind in die Pflege von Angehörigen oder Bekannten (auf nicht professioneller Basis) involviert. 65 Prozent dieser Pflegepersonen sind Frauen. [7].


Quellen:

  1. Statistisches Bundesamt. Bevölkerung auf Grundlage des Mikrozensus 2011. [Internet]: https://www.destatis.de/DE/ZahlenFakten/GesellschaftStaat/Bevoelkerung/Bevoelkerungsstand/Tabellen/Zensus_Geschlecht_Staatsangehoerigkeit.html (14.03.2016).
  2. Statistisches Bundesamt. Lebenserwartung in Deutschland. [Internet]: https://www.destatis.de/DE/ZahlenFakten/GesellschaftStaat/Bevoelkerung/Sterbefaelle/Tabellen/LebenserwartungDeutschland.html (14.03.2016).
  3. Statistisches Bundesamt. (2015). Bevölkerung Deutschlands bis 2060. 13. Koordinierte Bevölkerungs-berechnung. Wiesbaden: Statistisches Bundesamt.
  4. Statistisches Bundesamt. (2015). Bevölkerung und Erwerbstätigkeit. Haushalte und Familien Ergebnisse des Mikrozensus. Wiesbaden: Statistisches Bundesamt.
  5. Statistisches Bundesamt. (2015). Statistisches Jahrbuch 2015. Wiesbaden: Statistisches Bundesamt.
  6. Statistisches Bundesamt. (2016). Geburten. [Internet]: https://www.destatis.de/DE/ZahlenFakten/GesellschaftStaat/Bevoelkerung/Geburten/Geburten.html (14.03.2016).
  7. Robert Koch-Institut. (2015). GBE Kompakt - Pflegende Angehörige - Deutschlands größter Pflegedienst. [Internet]: https://www.rki.de/DE/Content/Gesundheitsmonitoring/Gesundheitsberichterstattung/GBEDownloadsK/2015_3_pflegende_angehoerige.pdf?__blob=publicationFile (14.03.2016).

Gesundheitliche Risiken und Erkrankungen

Übergewicht und Adipositas

  • Mehr als die Hälfte (53 Prozent) der Frauen (Männer: 67,1 Prozent) ist übergewichtig (BMI ≥25 kg/m²). Von Adipositas (BMI ≥30 kg/m²) ist fast ein Viertel (23,9 Prozent) der weiblichen Bevölkerung betroffen (Männer: 23,3 Prozent) [1].

Alkoholkonsum

  • Bei Frauen liegt der risikoarme Alkoholkonsum bei bis zu 12 Gramm reinen Alkohol pro Tag. Das entspricht etwa 0,125 Liter Wein oder 0,3 Liter Bier (an mindestens zwei Tagen pro Woche sollte ganz auf Alkoholkonsum verzichtet werden). Darüber hinaus spricht man von riskantem Alkoholkonsum [2].
  • 12,8 Prozent der Frauen in Deutschland weisen nach Selbstangaben einen gesundheitlich riskanten Alkoholkonsum auf (Männer: 15,6 Prozent) [3].
  • In Deutschland trinken Frauen weniger häufig und in geringeren Mengen Alkohol als Männer. Rund 4,3 Prozent der Frauen berichten, noch nie in ihrem Leben Alkohol getrunken zu haben (Männer: 3 Prozent) [3].

Zigarettenkonsum

  • Insgesamt rauchen ca. 30 Prozent der Bevölkerung in Deutschland. Dabei rauchen weniger Frauen (26,9 Prozent) als Männer (32,6 Prozent). Die Hälfte der Frauen (50,3 Prozent) hat nie geraucht (Männer: 33,7 Prozent) [4].

Arzneimittelkonsum

  • Schätzungen gehen von 1,4 bis 1,9 Millionen medikamentenabhängigen Personen in Deutschland aus. Zwei Drittel der Arzneimittelabhängigen sind Frauen [5].
  • Im Vergleich zu Männern erhalten Frauen in Deutschland häufiger Psychopharmaka. So bekommen Frauen in Deutschland 1,9- bis 2,9-mal mehr Neuroleptika und Antidepressiva und 1,6-mal mehr Schlafmittel als Männer verordnet [6].

Psychische Gesundheit und Erkrankungen

  • 56 Prozent der Frauen (Männer: 68 Prozent) geben an, über eine gute oder sehr gute psychische Gesundheit zu verfügen [7].
  • In Deutschland sagen deutlich mehr Frauen (13 Prozent) als Männer (8 Prozent) aus, sich seelisch belastet zu fühlen [8].
  • 10 Prozent der Frauen (Männer: 6 Prozent) in Deutschland berichten, dass bei Ihnen innerhalb der letzten 12 Monate eine Depression oder depressive Verstimmung diagnostiziert wurde. In der Gruppe der 45- bis unter 65-jährigen Frauen ist der Anteil mit 13,8 Prozent (Männer: 8,8 Prozent) am höchsten [8]
  • Die Lebenszeitprävalenz einer diagnostizierten Depression ist bei Frauen mit 15,4 Prozent fast doppelt so hoch wie bei Männern (7,8 Prozent) [9].
  • Mehr Frauen (5,2 Prozent) als Männer (3,3 Prozent) in Deutschland geben an, jemals in ihrem Leben von einem Burn-Out-Syndrom betroffen gewesen zu sein [10].
  • Alleinerziehende Frauen zeigen im Vergleich zu in Partnerschaft lebenden Müttern häufiger körperliche und psychische Beeinträchtigungen und gesundheitsriskante Verhaltensweisen [10].
  • Mehr als doppelt so viele Frauen (21,4 Prozent) wie Männer (9,3 Prozent) gaben an, in den letzten 12 Monaten eine Angststörung gehabt zu haben [10].

Herz-Kreislauf-Erkrankungen

  • In Deutschland sind Herz-Kreislauf-Erkrankungen die häufigste Todesursache. Rund 189.500 Frauen (Männer: 148.500) versterben jährlich an Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems  [11].
  • Bluthochdruck (Hypertonie) gehört zu den wichtigsten Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Mehr als ein Viertel (28,2 Prozent) der Frauen  (Männer: 28,5 Prozent) in Deutschland geben an, in den letzten 12 Monaten von Bluthochdruck betroffen gewesen zu sein [8].
  • Beeinflussbare Risikofaktoren für die Entwicklung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind Hypertonie, Fettstoffwechselstörungen, Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit) sowie Zigarettenkonsum, mangelnde körperliche Bewegung und starkes Übergewicht [10].

Krebs

  • Insgesamt erkranken in Deutschland etwas weniger Frauen als Männer an Krebs. Die Zahl der Krebs-Neuerkrankungen liegt für Frauen bei etwa 225.900 (Männer: 252.100). Die häufigste Krebserkrankung bei Frauen ist Brustkrebs. Jährlich erkranken in Deutschland rund 69.600 Frauen neu daran. Darmkrebs ist mit rund 28.500 Neuerkrankungen pro Jahr die zweithäufigste Krebserkrankung bei Frauen, gefolgt von Lungenkrebs mit rund 18.000 Neuerkrankungen [12].


Quellen:

  1. Mensink, G.B.M., Schienkiewitz, A., Haftenberger, M. et al. (2013). Übergewicht und Adipositas in Deutschland. Ergebnisse der Studie zur Gesundheit Erwachsener in Deutschland (DEGS1). Bundesgesundheitsblatt.56:786-794.  
  2. Hapke, U., von der Lippe, E., Gaertner, B. (2013). Riskanter Alkoholkonsum und Rauschtrinken unter Berücksichtigung von Verletzungen und der Inanspruchnahme alkoholspezifischer medizinischer Beratung Ergebnisse der Studie zur Gesundheit Erwachsener in Deutschland (DEGS1). Bundesgesundheitsblatt. 56:809-813.
  3. Kraus, L., Pabst, A., Gomes de Matos, E.& Piontek, D. (2013). Substanzkonsum und substanzbezogene Störungen in Deutschland im Jahr 2012. Sucht. 59 (6), 321-331.
  4. Lampert, T., von der Lippe, E., Müters, S. (2013). Verbreitung des Rauchens in der Erwachsenenbevölkerung in Deutschland. Ergebnisse der Studie zur Gesundheit Erwachsener in Deutschland (DEGS1). Bundesgesundheitsblatt. 56:802-808.
  5. Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen (Hrsg.) (2013). Gemeinsam mehr erreichen. Frauen - Medikamente - Selbsthilfe. Hamm. Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen.
  6. Glaeske, G., Schicktanz, C. (2012). Barmer GEK Arzneimittelreport 2012. Schriftenreihe zur Gesundheitsanalyse Band 14. Siegburg: Barmer GEK.
  7. Robert Koch-Institut. (2012). Daten und Fakten: Ergebnisse der Studie Gesundheit in Deutschland aktuell 2010. Berlin: Robert Koch Institut.
  8. Robert Koch-Institut. (2014). Daten und Fakten: Ergebnisse der Studie Gesundheit in Deutschland aktuell 2012. Berlin: Robert Koch Institut.
  9. Busch, M., A., Maske, U., E., Ryl, L. et al. (2013): Prävalenz von depressiver Symptomatik und diagnostizierter Depression bei Erwachsenen in Deutschland: Ergebnisse der Studie zur Gesundheit Erwachsener in Deutschland (DEGS1). Bundesgesundheitsblatt. 56(5/6):733-739.
  10. Robert Koch-Institut (2015). Gesundheit in Deutschland. Berlin: Robert Koch Institut.
  11. Statistisches Bundesamt. (2016). Todesursachen in Deutschland. Wiesbaden: Statistisches Bundesamt.
  12. Robert Koch-Institut. (2015). Krebs in Deutschland 2011/ 2012. Berlin: Robert Koch-Institut.

Erwerbsfähigkeit und Gesundheit

  • Frauen sind öfter (7,4 Prozent) und länger (11,4 Tage vs. 11,2 Tage) krankgeschrieben als Männer. Die häufigsten Ursachen für Krankschreibungen bei Frauen sind Erkrankungen des Muskel-Skelett-Systems (22 Prozent), psychische Erkrankungen (18,7 Prozent) und Erkrankungen des Atmungssystems (18,4 Prozent) [1].
  • Fast ein Fünftel der Frauen (19,1 Prozent) in Deutschland nimmt die Arbeitsbedingungen als stark oder sehr stark gesundheitsgefährdend wahr (Männer: 21,4 Prozent) [2].
  • Rund 880.400 Frauen (Männer: 874.700) in Deutschland beziehen eine Rente wegen verminderter Erwerbsfähigkeit [3].
  • Das durchschnittliche Renteneintrittsalter von Frauen wegen verminderter Erwerbsfähigkeit liegt in Deutschland bei 50,7 Jahren (Männer: 51,7 Jahre). Häufigster Grund (für einen Rentenzugang wegen verminderter Erwerbsfähigkeit bei Frauen sind psychische Störungen (49,5 Prozent), gefolgt von Erkrankungen der Muskeln, des Skeletts und des Bindegewebes [21].

Gesundheitsverhalten und Bewegung

  • Das von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfohlene Mindestmaß an körperlicher Aktivität liegt bei Erwachsenen bei 2,5 Stunden pro Woche. 65 Prozent der Frauen (Männer: 56,4 Prozent) in Deutschland berichten, weniger als 2,5 Stunden pro Woche körperlich aktiv zu sein [2].
  • Das Risiko, an koronarer Herzkrankheit, Bluthochdruck, Schlaganfall, Diabetes Typ 2 zu erkranken, ist für bewegungsaktive Personen deutlich geringer. Bewegungs- und Sportaktivitäten bewirken darüber hinaus eine Steigerung des Wohlbefindens, eine Verbesserung der geistigen Leistungsfähigkeit und eine Verringerung der Sturzgefährdung bei älteren Menschen [4].


Quellen:

  1. Busch, K. (2015). Die Arbeitsunfähigkeit in der Statistik der GKV. In: B., Badura et al. (Hrsg.) Fehlzeitenreport 2015. Berlin, Heidelberg: Springer.
  2. Robert Koch-Institut. (2014). Daten und Fakten: Ergebnisse der Studie Gesundheit in Deutschland aktuell 2012. Berlin: Robert Koch Institut.
  3. Deutscher Rentenversicherung Bund. (2015). Rentenversicherung in Zeitreihen. Berlin: Deutscher Rentenversicherungsbund.
  4. Rütten, A., Abu-Omar, K., Lampert, T., Ziese, T. (2006). Körperliche Aktivität. Gesundheitsberichterstattung des Bundes. Heft 26. Berlin: Robert Koch Institut.

Die Angaben werden regelmäßig erweitert, überprüft und aktualisiert.

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Letzte Aktualisierung: April 2016

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