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Huml startet Informationskampagne zu sexuell übertragbaren Krankheiten

Bayerns Gesundheitsministerin: Es ist wichtig, sich konsequent vor AIDS und Syphilis zu schützen

Bayerns Gesundheitsministerin Melanie Huml hat am späten Freitagabend in einem Bamberger Club ihre diesjährige Schwer­punkt­kampagne zu sexuell übertragbaren Krank­heiten (STI) gestartet. Huml erläuterte: "In den kommenden Monaten informieren wir vor allem über soziale Netzwerke wie YouTube und Insta­gram verstärkt darüber, wie man sich zum Beispiel vor AIDS oder Syphilis schützen kann. Einge­bunden sind sieben 'Internet-Influencer', die uns auf ihren Kanälen bis zum 14. Oktober 2019 unterstützen wer­den."

Die Kampagne unter dem Hashtag #STIauftour richtet sich gezielt an junge Leute im Alter zwischen 17 und 25 Jahren. Auch die App "Tellonym" kommt zum Einsatz. Dabei beantworten Experten der Bayerischen AIDS Stiftung und der Münchner Aids-Hilfe donnerstags zwischen 19:00 und 21:00 Uhr in einer anonymen Sprech­stunde direkte Fragen, ohne dass die Identität des Fragestellers bekannt wird.

Die Ministerin betonte: "AIDS ist zwar mittlerweile be­handel­bar, aber noch immer nicht heil­bar. Es ist des­halb wichtig, sich konsequent vor einer Infek­tion mit dem HI-Virus zu schützen. In der Alters­gruppe der 20- bis 35-Jährigen ist die Infek­tions­rate besonders hoch."

Huml fügte hinzu: "Viele Menschen mit einer sexuell übertragbaren Krank­heit wissen nicht, dass sie ansteckend sind. Denn zwischen einer Infek­tion und einer Diagnose beim Arzt vergehen häufig Jahre. Auch darauf weisen wir in unserer Schwer­punkt­kampagne hin."

Mit dem HI-Virus haben sich einer Schätzung des Robert Koch-Instituts zufolge 2017 in Bayern rund 340 Menschen neu infiziert. Darunter sind circa 280 Männer und 60 Frauen. Insgesamt lebten in Bayern Ende 2017 geschätzt rund 9.300 Männer und 2.400 Frauen mit dem HI-Virus.

Die Zahl der bekannten Syphilis-Fälle in Bayern war zuletzt von 678 im Jahr 2013 auf 1.018 Fälle im Jahr 2016 und 1.028 Fälle im Jahr 2017 gestiegen. Aktuell für 2018 wurden 934 Syphilis-Fälle in Bayern gemeldet. Eine Syphilis-Infektion kann unbehandelt schwere Organschäden verursachen und auch das Gehirn angreifen.

Auch andere sexuell übertragbare Krankheiten sind gefährlich. So kann eine Hepatitis-B-Erkrankung zu Leberkrebs und sogar zum Tod führen. Humane Papillomviren (HPV) sind ebenfalls lebensgefährlich. Sie gelten als Hauptverursacher von Gebärmutterhalskrebs, dem dritthäufigsten weiblichen Genitaltumor, an dem jährlich rund 600 Frauen in Bayern erkranken. Bakterielle Krankheitserreger wie die Gonokokken oder Chlamydien können unfruchtbar machen.

Die URL zur Kampagne lautet: www.sti-auf-tour.de.

Zitiert nach einer Pressemitteilung des Bayerischen Staatsministeriums für Gesundheit und Pflege vom 06.06.2019