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Das Problem heißt Gewalt gegen Frauen

Sexuelle Übergriffe sind zu verurteilen – egal wo sie stattfinden und wer sie verübt

Die Übergriffe in der Silvesternacht in Köln, Hamburg und an anderen Orten sind sehr erschreckend. Der bff: Bundesverband Frauen­bera­tungs­stellen und Frauennotrufe verurteilt die Taten ganz deutlich und solidarisiert sich mit den betroffenen Frauen und deren Unter­stützungs­personen.

Das Ausmaß der Übergriffe, wie sie jetzt in Köln und in anderen Städten stattgefunden haben, zeigt, dass sexuelle Gewalt noch immer ein großes Problem und leider oft Realität im Leben von Frauen ist. Sexualisierte Gewalt hat oft gravierende Folgen für die Betroffenen.

Geschlechtsspezifische Gewalt gegen Frauen wird in der überwie­genden Anzahl von Männern verübt. Frauen sind von Gewalt betroffen, unabhängig von Alter, Herkunft, sozialer Schichtzugehörigkeit, ob sie eine Behinderung haben oder nicht. Das gilt nicht nur für sexuelle Übergriffe, sondern auch für körperliche oder psy­chi­sche Formen von Gewalt.

Frauen sind an vielen Orten nicht vor Gewalt geschützt, so beispielsweise im öffentlichen Raum oder eben bei Großver­an­stal­tungen. Sehr viele Übergriffe finden auch dort statt, wo Mädchen und Frauen sich sicher fühlen sollten - etwa in der eigenen Wohnung oder vertrauten Umgebung. Oft sind den Frauen die Täter bekannt. Es sind oft Partner, Expartner, Angehörige oder Freunde, von denen die Gewalt und die Übergriffe ausgehen.

Studien belegen, dass jede siebte Frau in Deutschland strafrechtlich relevante Formen sexualisierter Gewalt, d.h. sexuelle Nötigung oder Vergewaltigung erlebt. Jede vierte Frau wird Opfer häuslicher Gewalt. Bei sexueller Belästigung sind die Zahlen noch höher: Mehr als jede zweite Frau ist von sexueller Belästigung betroffen, auf der Arbeit, auf der Straße oder an anderen Orten.

Die ambulanten Fachberatungsstellen, die sich im bff zusammen­ge­schlos­sen haben, setzten sich seit mehr als 30 Jahren für den Schutz der sexuellen Selbstbestimmung und das Recht auf ein Leben ohne Gewalt ein. Die Erfahrung zeigt, wie wichtig es ist, immer wieder neu auf Gewalt gegen Frauen als gesamtgesellschaftliches Problem aufmerksam zu machen.

Die aktuellen Ereignisse verdeutlichen umso mehr, dass es wirksamer Strategien zur Prävention und zum Schutz vor sexualisierter Gewalt bedarf, und zwar solcher, die Frauen nicht die Verantwortung dafür geben, was passiert ist. Denn die Täter müssen ihr Verhalten ändern und nicht Frauen.

Notwendig ist eine breite gesellschaftliche Debatte über den Schutz der sexuellen Selbstbestimmung von Frauen und dem Schutz vor sexualisierter Gewalt, denn Gewalt gegen Frauen geht uns alle an. Diese Debatte muss ohne eine Instrumentalisierung und pauschale Vorverurteilung von Migranten und männlichen Flüchtlingen geführt werden.

Hilfe in einer Beratungsstelle vor Ort finden Sie hier: www.frauen-gegen-gewalt.de/organisationen.html.

Weitere Informationen auf der Internetseite des bff: www.frauen-gegen-gewalt.de/vergewaltigung-verurteilen.html.

Zitiert nach einer Meldung des Bundesverbands Frauenberatungsstellen und Frauennotrufe vom 06.01.2016