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Ernährung

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Weihnachtsvöllerei

Wenn sich das Festessen auf der Waage niederschlägt

An den Feiertagen wird geschlemmt. Nicht selten kommen mit Braten, Rotwein und Plätzchen 6.000 Kalorien an einem Tag zusammen, mehr als das Drei­fache der empfoh­lenen Menge. Das macht sich im neuen Jahr häufig auf der Waage bemerkbar. Wissenschaftler der Uni­versi­tät Birmingham in Groß­britan­nien haben den Weih­nachts­pfunden den Kampf angesagt. Mit einfachen Regeln soll eine Gewichts­zu­nahme verhindert werden.

Für die Studie wurden knapp 300 Menschen in der Zeit von November bis Januar begleitet. Es waren vor allem Frauen im Alter von durchschnittlich 44 Jahren. Die Wissen­schaftler teilten die Probanden zufällig in zwei Gruppen ein. Die Hälfte der Teilnehmer wurde ermutigt, mindestens zweimal in der Woche ihr Gewicht zu prüfen. Sie bekamen praktische Tipps zur Gewichts­kontrolle. Dazu zählten regel­mäßige Mahl­zeiten, die Auswahl fettärmerer Varianten, jeden Tag 10.000 Schritte zu laufen, alkoholische und gesüßte Getränke zu meiden, langsam zu essen und täglich fünf Portionen Obst und Gemüse zu verzehren. Zudem bekamen sie eine Liste, mit welchen sportlichen Aktivitäten die Kalorien beliebter Festtagsspeisen und Getränke ver­brannt werden könnten. So ist für ein Mince-Pie-Törtchen ein 21-minütiger Dauerlauf und für ein kleines Glas Glühwein 32 Minuten Walking notwendig. Die Kontroll­gruppe bekam keine Ernährungstipps, sondern lediglich eine Broschüre über gesundes Leben.

Während die Teilnehmer der Kontrollgruppe über die Feiertage durchschnittlich um 0,37 kg zunahmen, ver­lor die Interventionsgruppe im Schnitt 0,13 kg an Gewicht. Der Unterschied zwischen den Gruppen lag bei durchschnittlich einem halben Kilogramm. Das ist zwar nicht viel, aber jede verhinderte Gewichts­zu­nahme ist gut für die Gesundheit, kommentieren die Wissenschaftler. Vielen fällt es schwer, sich nach den Fest­tagen wieder auf das vorherige Gewicht einzupendeln. Das kann sich über ein Jahrzehnt auf eine Gewichts­zu­nahme von 5 bis 10 Kilogramm addieren und langfristig das Risiko für Übergewicht erhöhen. Weitere Studien über einen längeren Zeitraum sollen folgen, um die Ergebnisse zu untermauern.

„Bei allen guten Vorsätzen darf der Spaß und der Genuss am Essen aber nicht verloren gehen“, betont Harald Seitz, Ernährungswissenschaftler am Bundeszentrum für Ernährung. „Wer das ganze Jahr über mehr oder weniger ausgewogen isst, kann zum feierlichen Anlass auch ohne schlechtes Gewissen über die Stränge schlagen. Denn dick werden wir nicht zwischen Heiligabend und Neujahr, sondern im Rest des Jahres – durch unsere Gewohnheiten im Alltag.“

Zitiert nach einer Meldung des Bundeszentrums für Ernährung vom 19.12.2018