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Ernährung

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Gelegentlicher Fleischverzicht könnte vor Typ-2-Diabetes schützen

Wer weniger isst, lebt länger und gesünder – darauf verweisen zahlreiche Studien zur positiven Wirkung des (Inter­vall-)­Fas­tens. Doch neben der vermin­derten Kalorienaufnahme spielt auch das Verhältnis der einzelnen Nahrungsbestandteile eine wichtige Rolle. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler vom DIfE, Partner des Deutschen Zentrums für Diabetesforschung, konnten nun im Tiermodell zeigen, dass allein die Reduzierung der Aminosäure Methionin Typ-2-Diabetes verhindert. Ihre Ergebnisse veröffentlichten sie im FASEB Journal.

In früheren Untersuchungen fand das Forscherteam der Abteilung Experimentelle Diabetologie am Deut­schen Institut für Ernährungsforschung (DIfE) bereits heraus, dass Mäuse, die eiweißarmes Futter beka­men, unter anderem verbesserte Blut­zucker­werte hatten und mehr Energie verbrauchten als Tiere, die Standardfutter erhielten. Die aktuellen Ergebnisse zeigen nun, dass bereits die Verringerung einer ein­zelnen Aminosäure im Futter sich positiv auf die Gesundheit auswirkt. So verbesserte eine Ernährung arm an Methionin den Zucker­stoff­wechsel der Mäuse und deren Empfindlichkeit für das Hormon Insulin. „Interessan­ter­weise beobachteten wir die positiven Wirkungen der methioninarmen Kost, ohne den Eiweiß­gehalt zu verringern und unabhängig von Nahrungsaufnahme und Körperfett“, erklärt Dr. Thomas Laeger, Leiter des Projekts.

Übertragbarkeit auf den Menschen: Der Fibroblast growth factor 21 und mögliche Vorteile einer veganen und vegetarischen Ernährung

Die Daten der Studie sprechen dafür, dass der Fibroblast growth factor 21 (FGF21) die schützende Wirkung der methioninarmen Ernährung vermittelt: Wird weniger der Aminosäure aufgenommen, setzt die Leber vermehrt FGF21 frei. Vegetarische oder vegane Kost enthält im Vergleich zu fleisch- und fischhaltigen Spei­sen meist geringe Mengen an Methionin. „Gemeinsam mit Kolleginnen und Kollegen der Abteilung Mole­kulare Toxikologie und des Bundesinstituts für Risikobewertung konnten wir zeigen, dass Menschen, die sich vegetarisch oder vegan ernähren, verglichen mit Mischköstlern erhöhte FGF21-Spiegel im Blut haben,“ so Erstautorin Teresa Castaño-Martinez. Bereits nach vier Tagen vegetarischer Ernährung erhöh­ten sich die FGF21-Mengen auch im Blut der Mischköstler.

„Sollten sich die Befunde aus dem Tiermodell auf den Menschen übertragen lassen, wäre das für die Be­hand­­lung von Diabetes ein wichtiger Schritt. Statt Kalorien zu zählen und generell auf schmackhafte eiweiß­reiche Lebensmittel zu verzichten, müsste nur der Methioninanteil im Essen reduziert werden. Möglicherweise reicht es bereits, wenn Betroffene hin und wieder eine vegetarische Woche einlegen und somit ihre FGF21-Spiegel in die Höhe treiben. Das könnte die Akzeptanz einer Ernährungsumstellung erheblich vereinfachen", sagt Laeger. Berücksichtigt werden müsse jedoch, dass bestimmte Gruppen, darunter beispielsweise Kinder, schwangere und stillende Frauen, einen erhöhten Bedarf an Methionin haben.

Neues Wissen zu den Entstehungsmechanismen des Typ-2-Diabetes vertiefen

Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sind sich einig, dass die Spur unbedingt weiterverfolgt wer­den sollte. Wichtig wäre nun, herauszufinden, inwieweit die verminderte Methionin­aufnahme tatsächlich zur Erhöhung der FGF21-Spiegel beiträgt. Künftig möchte das Forscherteam weitere Unter­suchungen mit Veganern durchführen, um zusätz­liche Indizien für die mögliche Betei­ligung der Aminosäure Methionin an der Entstehung von Typ-2-Diabetes aufzudecken.

Zitiert nach einer Pressemitteilung des Deutschen Institutes für Ernährungsforschung vom 25.06.2019