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Ernährung

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Apfel- und Birnentyp

Ist Hüftfett besser als Bauchfett?

Übergewicht erhöht das Risiko für Herzinfarkt und Diabetes. Aber auch die Verteilung des Körper­­fetts spielt eine Rolle. Während sich viel Bauch­­fett negativ auswirkt, kann ein höherer Anteil an Hüft­­fett sogar einen positiven Effekt haben. Das zumindest lässt eine aktuelle Studie der Uni­versi­tät Regens­burg vermuten.

Die Wissenschaftler untersuchten die genetischen Effekte auf Körper­form und Body-Mass-Index (BMI) und prüften, ob das Risiko für Herz-Kreislauf- und Stoff­wechsel­erkran­kungen dadurch beeinflusst wird. Erst­mals wurden Körperform und Fettmasse gemeinsam betrachtet. Für die Studie standen Daten von über 320.000 Personen aus mehr als 100 Studien auf dem Prüfstand.

Apfel oder Birne? Diese Frage stellt sich nicht nur am Obststand, sondern auch bei der Körperform. Der Schlüssel ist das Taille-Hüft-Verhältnis. Bei einem hohen Verhält­nis liegt relativ viel Bauch­fett vor, was als Apfeltyp bezeichnet wird. Beim Birnentyp ist das Taille-Hüft-Verhältnis niedrig, sodass das Hüft­fett über­wiegt. Ein weiterer Faktor ist die Fettmasse, die durch den Körpermassenindex, kurz BMI, einge­schätzt wird. Der BMI ist das Verhältnis von Gewicht (in kg) zur Körpergröße (in m zum Quadrat).

Menschen, die genetisch zu Übergewicht und einem apfel­förmigen Körper neigen, haben ein erhöhtes Risiko für Herz-Kreislauf- und Stoffwechsel­erkrankungen. Bei einem Birnen­typ ist selbst bei einem hohen BMI die Wahrscheinlichkeit für eine Diabetes­erkrankung um bis zu 80 Prozent geringer. Auch Herz-Kreis­lauf-Erkrankungen treten seltener auf. „Wenn die Fettanlagerung an der Hüfte allerdings von einer Fett­anlagerung am Bauch und einer damit verbundenen Erhöhung des Taillenumfangs begleitet wird, ist eher die Erhöhung des BMI ausschlaggebend und kann die Entwicklung von Typ-2-Diabetes, koronaren Herz­krankheiten und Herzinfarkt negativ beeinflussen“, fasst Professor Dr. Iris Heid von der Universität Regens­burg zusammen.

Die Studienergebnisse tragen dazu bei, die biologischen Mechanismen der Entstehung von Adipositas besser zu verstehen. Das könnte in Zukunft die Behandlung von extremem Übergewicht optimieren, ist im Fachblatt „Nature Communications“ zu lesen. Um das Erkrankungsrisiko einzuschätzen, sei eine gemeinsame Betrachtung von Body-Mass-Index und Verteilung des Körperfetts sinnvoll.

Weitere Informationen:

Zitiert nach einer Meldung des Bundeszentrums für Ernährung vom 12.12.2018