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Brustkrebs

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Wellness bei Krebs – Genießen mit Vorsicht

Es regnet und schneit und der Wind bläst eiskalt. Vor allem in der dunklen Jahres­zeit haben Wellness-Oasen mit Angeboten aller Art Hochkonjunktur. Ob Rotlicht, Fango­packung, Thermal­­bad oder eine Massage mit ätheri­schen Ölen – der Körper fühlt sich danach entspannt und wohlig warm. Auch viele Krebs­patien­ten wünschen sich diese Behaglichkeit, sind aber häufig unsicher, ob dies in ihrer Situation ratsam ist. Der Krebsinfor­mations­dienst des Deutschen Krebs­­for­­schungs­­zentrums erläutert das Für und Wider.

Keine wissenschaftlichen Belege für Tumoraktivierung
Grund für die Bedenken vieler Krebspatienten ist die diffuse Befürchtung, durch Wärme jeglicher Art könnte die Tumorerkrankung erneut ausbrechen oder sich beschleunigen. Eine weitere These: Tumor­zellen könnten sich durch Massieren, Drücken oder Kneten im Körper verbreiten. „Für beides gibt es der­zeit keine belastbaren Beweise. Wir empfehlen aber grundsätzlich im Vorfeld das Gespräch mit dem be­han­delnden Arzt", so Dr. Susanne Weg-Remers, Leiterin des Krebs­informations­dienstes am Deutschen Krebs­forschungszentrum. Seit über 30 Jahren beantworten Ärztinnen und Ärzte kostenlos alle Fragen zum Thema Krebs telefonisch täglich von 8 bis 20 Uhr unter 0800-420 30 40 oder per E-Mail unter krebsinforma­tions­dienst@dkfz.de

Problem Kreislauf
Ein heißes Bad, der Saunagang oder eine Massage – all das kann die Durchblutung verändern und so den Stoffwechsel beeinflussen. In Anbetracht der besonderen Situation von Krebspatientinnen und -patienten ist es daher ratsam, vorsichtig zu sein. Denn während und oft auch noch nach einer belastenden Behand­lung kann der Kreislauf geschwächt sein. Zu viel Wärme verkraftet der Körper dann eventuell nicht. Das gilt übrigens auch schon für die Wärmflasche und das heiße Bad zu Hause.

Das ist zu bedenken

  • Viele Krebstherapien machen die Haut zeitweilig empfindlicher. Zu langes Baden in warmem Wasser kann sie aufweichen. Inwiefern Mineralsalze, ätherische Öle, Moorschlamm und andere Packungen oder Peelings und Massagen verwendet werden können, sollten die behandelnden Ärzte entscheiden.
  • Vor allem nach Operationen sollten Belastungen der Haut vor Abschluss der Wundheilung in der betroffenen Region vermieden werden. Auch während der Strahlentherapie ist Vorsicht geboten.
  • Mechanische Manipulationen und Massagen an einem vermuteten oder bereits diagnostizierten Tumor sollten besser unterbleiben.
  • Wurden Lymphknoten entfernt oder bestrahlt, oder verlegt ein Tumor die Lymphbahnen, steigern Wärme oder unsachgemäße Manipulation das Risiko für ein Lymphödem.
  • Bei der Anwendung ätherischer Öle ist die Allergiegefahr zu berücksichtigen. Zu hoch konzentriert können sie die Haut oder die Atemwege reizen.
  • Schwimmbäder und Wellness-Einrichtungen werden von vielen Menschen frequentiert, so dass die Keimbelastung entsprechend hoch ist. Die körpereigenen Abwehrkräfte können therapiebedingt beeinträchtigt und damit überfordert sein.

Individuelle Entscheidung
Was der eine gut verträgt, kann negative Folgen für einen anderen haben: Die eine Brustkrebspatientin kann problemlos in die Sauna, bei der anderen entwickelt sich ein Lymphödem im Arm. Hat der eine Patient trotz Strahlen- oder Chemotherapie keine Probleme mit der Haut, zeigt der andere nach einer Fango­packung starke Hautreaktionen. Therapiefolgen, die eigentlich schon ausgeheilt sind, können erneut auftauchen. Daher gilt: Bei der Entscheidung für oder gegen Wärmeanwendungen jeglicher Art, Massagen und der Wellness zu Hause ist die individuelle Situation des Patienten ausschlaggebend. Ansprechpartner für eine Einschätzung ist der behandelnde Arzt.

Zitiert nach einer Pressemitteilung des Deutschen Krebsforschungszentrums vom 24.01.2019

Weitere Informationen zu Krebserkrankungen finden Sie im Frauengesundheitsportal