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WHO-Studie: Bewegungsmangel ist ein globales Problem

Weltweit bewegen sich jede 3. Frau und jeder 4. Mann zu wenig. Der Mangel an körperlicher Aktivität ist laut einer Studie der Welt­gesund­heits­organi­sation (WHO) vor allem in reicheren Ländern weit verbreitet. Die in Lancet Global Health (2018; doi: 10.1016/S2214-109X(18)30357-7) veröffentlichten Daten lassen wenig Hoffnung, dass die WHO ihr Ziel, den Bewegungsmangel der Weltbevölkerung bis 2025 um 10 % zu senken, erreichen kann.

Die gesundheitlichen Vorteile von körperlicher Aktivität sind bekannt: Wer sich viel bewegt, leidet seltener unter Bluthochdruck, der zu Herz-Kreislauf-Erkrankungen führt. Körperliche Aktivität kann Diabetes vorbeugen und auch eine präventive Wirkung gegen Brust- und Darmkrebs gilt als erwiesen. Körperliche Aktivität hat positive Auswirkungen auf die psychische Gesundheit und verzögert das Auftreten von Demenzen. Außerdem kann körperliche Bewegung den Menschen helfen, ein Übergewicht zu vermeiden.

Die WHO hat körperliche Bewegung deshalb in ihren „Global Action Plan for the Prevention and Control of Non-communicable Disease 2013–2020“ aufgenommen. Bis zum Jahr 2025 soll der Bewegungsmangel um 10 % sinken.

Am weitesten verbreitet ist Bewegungsmangel mit 39,1 % in Lateinamerika und in der Karibik, am seltensten ist er mit 16,3 % in Ozeanien. Zwischen 2001 und 2016 stieg die Prävalenz der körperlichen Inaktivität in den westlichen Ländern mit hohem Einkommen um mehr als 5 Prozentpunkte (von 30,9 auf 36,8 % an). In Lateinamerika und der Karibik kam es sogar zu einer Zunahme von 33,4 auf 39,1 %. Deutschland gehört laut der Untersuchung neben Brasilien, Bulgarien, den Philippinen und Singapur übrigens zu den Ländern mit dem größten Anstieg (mehr als 15 %). In Ost- und Südostasien kam es dagegen zu einem Rückgang um mehr als 5 Prozentpunkte (von 25,7 auf 17,3 %).

Frauen leiden deutlich häufiger unter Bewegungsmangel als Männer. Im Jahr 2016 betrug der Anteil bei Frauen 31,7 % gegenüber 23,4 % bei den Männern. Die Differenz hat sich seit 2001 sogar von 6 auf mehr als 8 Prozentpunkte vergrößert. Die einzige Ausnahme sind Ost- und Südostasien, wo Männer sich weniger bewegen als Frauen.

rme/aerzteblatt.de

Den gesamten Beitrag finden Sie hier

Zitiert nach einem Artikel im Ärzteblatt vom 05.09.2018