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Plötzlicher Herztod: Diabetes erhöht Risiko – Herzinfarkt-Symptome fehlen oft bei Diabetikern

Diabetiker sollten ihr Risiko für Herz- und Gefäßerkrankungen wie Herzinfarkt beim Arzt überprüfen lassen, Herzpatienten ihr Diabetes-Risiko/Zum Weltdiabetestag am 14.11.

Langjährige Diabetiker haben häufig ein sehr schwaches Schmerz­empfinden für typische Herzinfarkt-Warnsymptome wie heftige anhaltende Brustschmerzen. Somit ist für diese Patienten der Herzinfarkt oft das erste Symptom einer schon lange bestehenden Verkalkung der Herzkranzgefäße (Arteriosklerose) infolge der koronaren Herzkrankheit (KHK). „Bei Diabetikern führt die lang bestehende Überzuckerung zur Störung des Nervensystems und dazu, dass sie die typischen Brustschmerzen als Folge der Durch­blutungs­­störung des Herzmuskels nicht spüren. Somit fehlt ihnen das entscheidende Warnzeichen für ihre lebensbedrohliche Situation. Die Folge sind stumme Infarkte, Herz­rhythmusstörungen oder plötzlicher Herztod“, erläutert Prof. Dr. med. Dr. h. c. Diethelm Tschöpe vom Wissenschaftlichen Beirat der Deutschen Herzstiftung und Direktor des Diabeteszentrums am Herz- und Diabeteszentrum NRW Bad Oeynhausen. Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit) ist bei mehr als sieben Millionen Menschen in Deutschland bekannt. Ein chronisch hoher Blutzucker begünstigt die Arteriosklerose als Ursache von Herzinfarkt und Schlag­anfall, so dass bei Männern mit Diabetes das Herzinfarktrisiko um das Zwei- bis Vierfache und bei Frauen um das Sechsfache (nach der Menopause noch mehr) erhöht ist. Durch den hohen Blutzucker werden die Blutgefäße beschädigt und damit die Sauerstoffversorgung des Herzens und des ganzen Organismus beeinträchtigt. Warum Diabetes und andere Herz- und Kreislauf­erkrankungen wie Bluthochdruck und hohes Cholesterin ernst zu nehmende Risikofaktoren für Herzinfarkt und plötzlichen Herztod sind und was Betroffene tun können, um sich vor Komplikationen zu schützen, erläutert der kostenfreie Ratgeber „Bedrohliche Herzrhythmusstörungen: Wie schütze ich mich vor dem plötzlichen Herztod?“, kostenfrei zu bestellen unter www.herzstiftung.de/Herzwochen-2019.html oder Tel. 069 955128400. Herzinfarkt-Warnzeichen unter: www.herzstiftung.de/ Anzeichen-Herzinfarkt.html

Unterzuckerung erhöht Risiko für bösartige Herzrhythmusstörungen
Auch das Risiko für den plötzlichen Herztod, der bei Diabetikern auch als „Dead-in-bed-Syndrom“ bezeich­net wird, ist bei Diabetikern auf das Doppelte erhöht. Experten wie Tschöpe gehen davon aus, dass sich das erhöhte Risiko durch Unterzuckerung (Hypoglykämie) erklärt, die lebensbedrohliche Herzrhythmus­störungen auslösen kann. Dabei spielen Störungen des Mineralhaushalts (Mangel an Elektrolyten Kalium und Magnesium), die mit der Unterzuckerung verbunden sind, eine Rolle. Wichtig ist auch die Aktivierung des sympathischen Nervensystems als Alarmreaktion auf niedrige Blutzuckerwerte zum Schutz des Gehirns. „Patienten, die häufig oder gar unbemerkt Unterzuckerungen erleiden, sind erheblich mehr durch den plötzlichen Herztod gefährdet“, sagt der Herz- und Diabetesspezialist. Die Gefahr lebensbedrohlicher Herzrhythmusstörungen kann bei Diabetespatienten auch dann entstehen, wenn es infolge einer unerkannt unbehandelten KHK zum Herzinfarkt kommt. Der Herzinfarkt kann bösartige Herzrhythmus­störungen (Kammerflimmern) mit über 300 Schlägen pro Minute auslösen: Herzstillstand.

Engmaschigere Kontrolle der Blutzuckerwerte
Diabetesspezialisten wie Tschöpe fordern deshalb dringend, die Diabetesbehandlung zu individualisieren und anzupassen – „allerdings nicht um den Preis einer dauernden Stoffwechsellage mit hohen Blutzucker­werten (Hyperglykämie)“, wie er betont. Die Häufigkeit von Unterzuckerungen wird nicht nur vom HbA1c-Ziel (in der Regel unter 7 %), sondern wahrscheinlich noch mehr von Schwankungen der Blutzuckerwerte beeinflusst. Daher gilt es, bei Patienten mit hohem Risiko eine angemessene Überwachung des Blut­zuckers in die Behandlung einzuführen. Das ist heute durch kontinuierliche Glukosemessung mit einem Sensor, der in das Unterhautfettgewebe eingesetzt wird (CGM), gut möglich. Darauf basierend können für insulinspritzende Diabetiker sehr individuelle Dosierungspläne entwickelt werden, sodass sich Unter­zuckerungen vermeiden lassen. Mit Diabetesmedikamenten ist dies fast immer zu erreichen, wenn man keine Substanzen einsetzt, die die Insulinverfügbarkeit erhöhen, z. B. Sulfonylharnstoffe. Das Risiko für Unterzuckerung wird durch die Wahl des Medikaments sowie die Art und Häufigkeit der Blutzuckerkontrolle bestimmt.

Schutz vor Komplikationen: beim Hausarzt Risikofaktoren checken lassen
Diabetes- und Herzpatienten sollten grundsätzlich von ihrem Hausarzt Herzinfarkt-Risikofaktoren wie Bluthochdruck, Blutzuckerwerte, Cholesterinwerte sowie Übergewicht überprüfen lassen. „Diabetes und Herzprobleme sind eine gefährliche Kombination: Diabetes- und KHK-Patienten wissen häufig über viele Jahre hinweg nur von ihrer jeweils einen Erkrankung, aber nichts von der anderen. Deshalb sind sie stark infarktgefährdet – und das obwohl sie womöglich seit Jahren in fachärztlicher Behandlung sind.“ Klagt etwa ein Diabetespatient über häufige Atemnot, kann das ein Anzeichen einer Herzschwäche als Folge einer nicht behandelten KHK und eines nicht erkannten Bluthochdrucks sein. Und Herzpatienten mit KHK, Herzschwäche oder Vorhofflimmern sollten bei ihrem Arzt in regelmäßigen Abständen auch ihren Blut­zucker­­wert (Nüchternblutzucker) messen lassen und auf diese Blutuntersuchung bestehen. Diabetiker sollten ihren Gefäßstatus und ihre Herzfunktion überprüfen lassen.

Zitiert nach einer Pressemitteilung der Deutschen Herzstiftung vom 11.11.2019

Weitere Informationen zu Risikofaktoren von Herz-Kreislauf-Erkrankungen finden Sie im Frauengesundheitsportal