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Arzneimittel nach Ablauf des Verfalldatums entsorgen

Medikamente sollten nach Ablauf des Verfall­datums nicht mehr angewendet, sondern entsorgt werden. Das gilt auch, wenn sie äußerlich einwand­frei wirken. „Immer wieder behaupten selbst­­ernannte ‚Experten‘, dass man Medika­mente auch nach Ablauf des Verfall­datums ohne Risiko einnehmen könne. Das ist falsch“, sagt Mathias Arnold, Vizepräsident der ABDA – Bundes­vereinigung Deutscher Apo­theker­verbände. „Verfall­daten auf Arznei­mittel­packungen sind weit mehr als eine Empfeh­lung. Das unterscheidet sie vom Mindest­halt­bar­keits­datum auf Lebens­mitteln.“

Auf jeder Medikamenten­packung muss ein Verfall­datum aufgebracht sein, gekenn­zeichnet mit der Angabe „verwendbar bis“. In der Regel sind indus­triell hergestellte Medika­mente bis zu fünf Jahren verwendbar. Wenn eine Packung einmal ange­brochen ist, kann sich die Aufbrauchfrist je nach Präparat auf wenige Wochen verkürzen. Diese Aufbrauch­frist ist beispiels­weise bei Augen­tropfen zu beachten.

Die Angabe des Verfalldatums ist Teil der Zulassung des Arznei­mittels. Es basiert auf umfang­reichen experi­men­tellen Daten des Herstellers. Die Relevanz und Verbind­lichkeit dieser Angabe ist daran erkennbar, dass nach dem Arzneimittel­gesetz ein Arznei­mittel die Verkehrs­fähig­keit verliert, wenn das Verfall­datum über­schritten ist.

Die Beurteilung von abgelaufenen Arzneimitteln ist selbst für Apotheker als Arzneimittel­experten in den meisten Fällen nur möglich nach chemischer Analyse oder Literatur­recherche zu möglichen Abbau­produkten. Beides ist aufwändig und der Nutzen dürfte den Aufwand nur in Ausnahme­fällen rechtfertigen. Verlässliche Angaben der Hersteller zu einer Nutzung von Medika­menten nach Ablauf des Verfall­datums gibt es nur in Ausnahme­fällen.

Zitiert nach einer Pressemitteilung der Bundes­vereinigung Deutscher Apothekerv­erbände vom 10.01.2019

Weitere Informationen zu Medikamenten finden Sie im Frauengesundheitsportal