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Aktuelle Meldungen

App auf Rezept: Einfluss von Ärzten ist bislang gering

KKH forsa-Umfrage: Zahl der Nutzer von Fitnesstrackern hat sich verdoppelt

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn will digitale Angebote stärken. Sein Entwurf für das neue Digitale Versor­gungs­gesetz – DVG sieht unter anderem vor, dass Ärzte künftig nicht mehr nur Arznei- und Heil­mittel verschreiben dürfen, sondern auch Gesund­heits-Apps für Smart­phones, Smartwatches und Tablets. Auf Empfehlung ihres Arztes nutzen allerdings bislang nur wenige Patienten im Alter von 18 bis 50 Jahren solche digitalen Fitnesstracker. Das ist das Ergebnis einer aktuellen forsa-Umfrage im Auftrag der KKH Kauf­männische Kranken­kasse. Nur vier Prozent der Befragten gaben an, dass ihr Arzt ihnen geraten habe, die Gesundheitsdaten via App aufzuzeichnen. Die Motive für die Nutzung sind in erster Linie eigeninitiiert: 72 Prozent wollen sich selbst kontrollieren, für jeden zweiten Befragten dienen solche Apps als Anreiz für eine gesündere Lebensweise und 47 Prozent sehen darin einen reinen Spaßfaktor. Nur neun Prozent wurden von Freunden und Bekannten beeinflusst.

Allerdings werden die Gesundheits-Apps immer beliebter, wie die Umfrage belegt: Die Zahl der Nutzer hat sich in den vergangenen vier Jahren verdoppelt. Während bei einer von der KKH im Jahr 2015 initiier­ten forsa-Umfrage nur 14 Prozent angaben, Gesundheits­daten per Fitness­tracker aufzuzeichnen, hat heute nahezu jeder dritte befragte Bürger im Alter von 18 bis 50 Jahren eine solche App. Auch der Anteil der grundsätzlichen Befürworter ist in den vergangenen vier Jahren deutlich gestiegen. Die Idee, Ge­sund­heits­daten per Smartphone zu kontrollieren, finden heute mehr als zwei Drittel der Befragten gut, im Jahr 2015 war es nur jeder Zweite. Vor allem die jüngere Genera­tion der 18 bis 29-Jährigen steht dem Trend positiv gegenüber.

Allerdings bestehen weiterhin Bedenken bezüglich eines möglichen Datenmissbrauchs: Mehr als jeder zweite befragte Bürger sorgt sich aktuell wie auch schon im Jahr 2015 davor, dass die gesammelten Gesund­heits­daten in die Hände Dritter gelangen und missbräuchlich verwendet werden könnten. Der An­teil der Befragten, die die Datensicherheit kritisch sehen, fällt unter aktuellen Nutzern von Fitness­trac­kern zwar deutlich geringer aus, ist aber mit 42 Prozent immer noch vorhanden. „Die Bedenken sind nicht ganz unbegründet“, sagt Dr. Wolfgang Matz, Vorstandsvorsitzender der KKH. „Große Konzerne verfügen über umfangreiche, nicht kontrollierbare gesundheitsbezogene Datensammlungen.“

Mit dem neuen Gesetzesvorhaben DVG sollen auch Krankenkassen einen größeren Gestaltungsspielraum im Bereich der digitalen Versorgung erhalten. „Die im DVG vorgesehene Möglichkeit der Datenauswertung entspricht unserer langjährigen Forderung, denn wir besitzen bereits heute einen umfangreichen Daten­schatz, mit dem zum Beispiel Krankheiten verhindert werden könnten“, erklärt der Kassenchef. Dennoch sieht Dr. Matz weiteren Verbesserungsbedarf: „Der Gesetz­entwurf sichert noch nicht ausreichend ab, dass die Daten vor einer reinen gewinnorientierten Nutzung geschützt werden. Die Entscheidung über die Aus­wertung der Daten muss stets in den Händen des Versicherten liegen. Deshalb sollte die Diskussion um die Auswirkungen des Gesetzes sorgfältig geführt werden.“

Das Meinungsforschungsinstitut Forsa hat 1.002 Personen zwischen 18- und 50 Jahren vom 24. Mai bis 3. Juni 2019 sowie vom 11. bis 18. Dezember 2015 bundesweit repräsentativ befragt.

Zitiert nach einer Pressemitteilung der KKH Kauf­männische Kranken­kasse vom 05.07.2019

Weitere Informationen zu Gesundheits-Apps finden Sie im Frauengesundheitsportal