Der Zusammenhang zwischen Gesundheit und sozialer Lage ist durch eine Vielzahl von Untersuchungen belegt. Das Fazit: Soziale Benachteiligung wirkt sich negativ auf die Gesundheit aus. Menschen, die sozial benachteiligt sind, erkranken häufiger und sterben früher als Menschen, die sozial gut gestellt sind. Dies trifft für Frauen und Männer gleichermaßen zu, allerdings gibt es geschlechtsspezifische Unterschiede. So begünstigen soziale Unterschiede bei Männern teilweise andere Erkrankungen als bei Frauen.
Es gibt unterschiedliche Erklärungsansätze dafür, auf welche Weise soziale Benachteiligung zu gesundheitlichen Beschwerden führt. Experten gehen davon aus, dass sozial benachteiligte Menschen oft schon größeren körperlichen und geistigen Belastungen am Arbeitsplatz ausgesetzt sind. Außerdem haben Menschen mit einem geringen Einkommen häufig weniger Naherholungs- und Ausgleichsmöglichkeiten, zum Beispiel durch weniger Grünflächen in ihrer Wohnumgebung. Bei Problemen bekommen sie meist unzureichend soziale und finanzielle Unterstützung (geringere Bewältigungsressource) und es fällt ihnen häufig schwer, ihren wirklichen Versorgungsbedarf zu äußern (geringere Kommunikations-Kompetenz).
Eine soziale Benachteiligung wirkt sich auch auf das Gesundheitsverhalten aus, zum Beispiel haben sozial benachteiligte Menschen häufiger ungesunde Ernährungsgewohnheiten, nehmen seltener Vorsorgeangebote wahr und haben einen schlechteren Zugang zur medizinischen Versorgung, da sie im Gesundheitssystem anders wahrgenommen werden als sozial besser gestellte Menschen.
In den letzten 20 Jahren rückte das Ziel, soziale Benachteiligung und gesundheitliche Ungleichheit zu verringern, in den Blick der Gesundheitsförderung und gesundheitspolitischer Programme. Dabei hatten europäische Initiativen und Strategien zur Vorsorge von gesundheitlichen Beschwerden einen großen Einfluss auf Entwicklungen in Deutschland.
Um soziale Benachteiligung zu verringern und gesundheitliche Chancengleichheit zu verbessern, rief die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung im Jahr 2001 ein Verbundprojekt ins Leben. Partner dieses Projektes sind Bundes- und Landesvereinigungen für Gesundheit, Krankenkassen, Wohlfahrtsverbände und weitere Partnerorganisationen. Ein Arbeitsschwerpunkt des Verbunds ist die Auswahl und Präsentation von guten Praxis-Beispielen, wie sich soziale Benachteiligung und gesundheitliche Ungleichheit verringern lassen.
Die Internet-Plattform www.gesundheitliche-chancengleichheit.de stellt solche Praxis-Beispiele zur Gesundheitsförderung bei sozial Benachteiligten zur Verfügung und dokumentiert zudem zahlreiche Projekte und Angebote für sozial benachteiligte Frauen.
Das Portal zur Frauengesundheit der BZgA bietet im Bereich Organisationen einen Überblick wichtiger Institutionen und Netzwerke, die zu sozialer Benachteiligung und Gesundheit forschen, Strategien und Konzepte entwickeln und neue Praxisansätze in der gesundheitlichen Prävention und Versorgung für sozial Benachteiligte erproben. Nicht alle Organisationen haben einen frauen- oder geschlechtsspezifischen Arbeitsschwerpunkt, sondern sie wurden wegen ihrer Bedeutung und Reichweite in die Datenbank aufgenommen.
Organisationen, die unter Selbsthilfe und Beratung in der Datenbank zu finden sind, haben zum Teil keinen ausdrücklichen Schwerpunkt im Bereich Gesundheit, doch übernehmen sie für die Suche nach Unterstützung eine Wegweiserfunktion, zum Beispiel für Arbeitslose oder allein Erziehende. Auch im Bereich Informationen/Materialien/Broschüren sind Ratgeber und Broschüren aufgenommen, die Betroffene über Möglichkeiten sozialer Unterstützung und finanzieller Hilfen informieren. Darüber hinaus finden sich in diesem Bereich allgemein verständliche Informationen für Interessierte, zum Beispiel Berichte über Projekte und Programme. Ein Überblick zur Gesetzeslage und öffentlicher Hilfen bietet der Bereich Rechtliche Regelungen. Weiterführende Informationen, u.a. Forschungsberichte und fachliche Übersichtsdarstellungen, aktuelle statistische Daten sind in dem Bereich Fachpublikationen/Daten zusammengestellt.
Auf dem jährlich von Gesundheit Berlin e.V. organisierten Kongress Armut und Gesundheit werden Möglichkeiten der Gesundheitsförderung und Versorgung bei sozial Benachteiligten diskutiert.
Die Publikation der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung stellt gesundheitsfördernde Angebote dar, die nach Good-Practice-Kriterien arbeiten und damit einen Beitrag zur Qualitätsentwicklung in der Gesundheitsförderung leisten. Es sind auch Angebote und Projekte für sozial benachteiligte Frauen dokumentiert.
Die Internet-Plattform "gesundheitliche Chancengleichheit" der BZgA gibt einen qualifizierten Überblick über Projekte und Maßnahmen zur Gesundheitsförderung bei sozial Benachteiligten. Mit ihr können Adressen und konkrete Informationen auch zu Angeboten und Projekte für sozial benachteiligte Frauen recherchiert werden.
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Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung ist eine Fachbehörde im Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Gesundheit.