Was ist psychische Gesundheit?
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) definiert psychische Gesundheit als „Zustand des Wohlbefindens, in dem der Einzelne seine Fähigkeit ausschöpfen, die normalen Lebensbelastungen bewältigen, produktiv und fruchtbar arbeiten kann und imstande ist, etwas zu seiner Gemeinschaft beizutragen“.
Was sind psychische Erkrankungen?
Typische psychische Erkrankungen sind Angst- und Zwangsstörungen, Depressionen, Essstörungen und Psychosen. Psychische Erkrankungen treten sehr häufig auf: Im Laufe eines Jahres durchleben etwa 15 Prozent der Frauen und 8 Prozent der Männer in Deutschland eine depressive Phase. Fast jeder Fünfte erkrankt im Laufe seines Lebens mindestens ein Mal an einer Depression. Auch Angststörungen sind weit verbreitet. Pro Jahr erkrankt jede fünfte Frau und fast jeder zehnte Mann an einer Angststörung.
Was sind die Ursachen für psychische Erkrankungen?
Psychische Erkrankungen haben eine Vielzahl von Ursachen. Dazu gehören biologische Faktoren wie Erbanlagen und Hormone, individuelle Erfahrungen, zum Beispiel in der Kindheit, und soziale Faktoren. Auch wirtschaftliche und gesellschaftliche Faktoren wie Krieg oder das Leben in einer Krisenregion haben einen Einfluss. Frauen und Männer reagieren ganz unterschiedlich auf die verschiedenen Lebenseinflüsse. Daher spielt auch das Geschlecht eine wichtige Rolle bei der Entstehung und im Verlauf von psychischen Erkrankungen.
Frauen und Männer erkranken an verschiedenen Störungen
Frauen haben ein erhöhtes Risiko für psychische Erkrankungen wie Angststörungen und Depressionen. Außerdem treten psychische Störungen bei ihnen häufig als Begleitsymptom einer anderen Erkrankung auf (komorbide Störung). Männer sind stärker als Frauen gefährdet, eine Alkoholabhängigkeit zu entwickeln, Frauen eher als Männer gefährdet, von Arzneimitteln wie Schlafmitteln abhängig zu werden.
Wie äußern sich psychische Erkrankungen?
Psychische Erkrankungen äußern sich ganz unterschiedlich. Die häufigsten psychischen Störungen sind Angst- und Zwangserkrankungen sowie Depressionen. Bei einer Angststörung sind manche Menschen zum Beispiel nicht mehr in der Lage, die Wohnung zu verlassen, aus Angst, ihnen könnte außerhalb dieses Schutzraumes etwas Schlimmes geschehen. Personen mit einer Zwangsstörung fühlen sich genötigt, immer wieder bestimmte Dinge zu denken oder zu tun. Sie haben unter Umständen den inneren Drang, spezielle Rituale (zum Beispiel Hände waschen, Tür abschließen) nach ganz festgelegten Regeln auszuführen. Gelingt ihnen dies nicht, befürchten sie, dass etwas Fürchterliches passieren könnte.
Depressionen äußern sich beispielsweise durch anhaltende Niedergeschlagenheit und Traurigkeit. Weitere Symptome können Interesselosigkeit, Selbstvorwürfe, Konzentrationsschwierigkeiten, Schlafstörungen und Appetitlosigkeit sein. In schweren Fällen können Selbstmordgedanken auftreten.
Menschen mit psychischen Erkrankungen fällt es oft schwer, über ihre Probleme zu sprechen und Hilfe anzunehmen. Oft ziehen sie sich zurück. Ist die Erkrankung stark ausgeprägt, ist es den Betroffenen meist nicht mehr möglich, einen normalen Alltag zu leben und mitzugestalten.
Wie werden psychische Erkrankungen festgestellt?
Die Diagnose von psychischen Erkrankungen erfolgt in einem ausführlichen Gespräch durch einen Psychologen oder Psychiater. Oft helfen speziell entwickelte Fragebögen, die Erkrankung festzustellen. Um organische Ursachen als Grund für die Erkrankung auszuschließen, gehört auch eine körperliche Untersuchung zur Diagnostik. Bei der Beurteilung von psychischen Erkrankungen spielt die Dauer der Beschwerden eine wichtige Rolle. Jeder hat manchmal Angst oder fühlt sich niedergeschlagen. Erst wenn die Symptome über längere Zeit bestehen, diagnostiziert der Arzt / die Ärztin eine psychische Erkrankung.
Wie werden psychische Erkrankungen behandelt?
Ausgeprägte und lang andauernde psychische Erkrankungen bedürfen meist einer Psychotherapie. Ziel der Behandlungen ist es, die Ursachen für die Störung zu erkennen und Möglichkeiten zu entwickeln, mit der Erkrankung umzugehen. Die drei gängigsten psychotherapeutischen Verfahren sind:
Häufig, vor allem zu Beginn der Behandlung, sind im Rahmen der Psychotherapie auch begleitend Medikamente nötig.
Quellen:
Ziel des Aktionsbündnisses für Seelische Gesundheit ist eine Gesellschaft, die offen und tolerant mit psychischen Erkrankungen umgeht. Um dies zu erreichen, setzt sich das Aktionsbündnis für die Gleichberechtigung und Integration der Betroffenen und ihrer Angehörigen ein.
Die Internetseite der Deutschen Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin bietet praktische Vorschläge, die das Ein- und Durchschlafen erleichtern.
Die psychische Gesundheit der Bevölkerung verbessern - Entwicklung einer Strategie für die Förderung der psychischen Gesundheit in der Europäischen Union.
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