Frauengesundheit ist heute ein Thema der allgemeinen Gesundheitspolitik. Es gibt einige politische Strategien und internationale Meilensteine für eine frauengerechte Gesundheitsförderung und Gesundheitsversorgung, die dies bewirkt haben.
Insbesondere die internationalen Konferenzen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zur Gesundheitsförderung in Ottawa (1986), Adelaide (1988) und Sundsvall (1993) leiteten eine Änderung in den politischen Strategien zur Frauengesundheit ein. Die Ottawa-Charta begründete eine demokratische Gesundheitspolitik, die Gesundheit als wesentlichen Bestandteil des alltäglichen Lebens begreift. Außerdem berücksichtigt sie die sozialen, persönlichen und biologischen Faktoren als Voraussetzungen für Gesundheit. Die Folgekonferenzen erklärten eine frauenorientierte Gesundheitspolitik zum zentralen Ziel der internationalen Gesundheitsförderung.
1994 legte die WHO die entsprechenden Grundsätze und politischen Strategien für Europa in der Wiener Erklärung zur Gesundheit von Frauen fest. Diese Handlungsprioritäten sind eingebettet in das „Health for All“-Rahmenkonzept der WHO, das sich die „Gesundheit für Alle im 21. Jahrhundert“ zum weltweiten Ziel gesetzt hat.
Für die Entwicklung globaler politischer Strategien - und für eine verbesserte Gesundheitsversorgung von Frauen - waren außerdem die Weltfrauenkonferenzen der Vereinten Nationen (UN) wegweisend. Zum Beispiel verabschiedete 1995 die 4. Weltfrauenkonferenz in Peking eine Aktionsplattform mit zwölf strategischen Zielen, von denen drei die Gesundheit von Frauen betreffen. Im März 2010 wurde die Umsetzung dieser Ziele auf der UN-Frauenrechtskonferenz in New York überprüft und erneut bekräftigt.
Um die Chancengleichheit von Frauen und Männern zu verwirklichen, hat die Europäische Kommission im Jahr 2000 das so genannte Gender Mainstreaming ins Leben gerufen. Gender Mainstreaming bedeutet, dass bei politischen Strategien und gesellschaftlichen Vorhaben die unterschiedlichen Lebenssituationen und Interessen von Frauen und Männern in alle Planungs- und Entscheidungs-Phasen mit einbezogen werden müssen.
Langfristig sollen somit Ungleichheiten in Rahmenbedingungen und Organisationsstrukturen beseitigt werden. Dabei stehen sich eine gezielte Förderung von Frauen und Gender Mainstreaming nicht entgegen. Gender Mainstreaming ist als Doppelstrategie zu verstehen, die eine Gleichstellungspolitik für Frauen mit einschließt.
Zu den politischen Strategien der Frauengesundheitsversorgung gehört auch die Gleichstellungspolitik. Ziel der Gleichstellungspolitik ist es, gleiche Chancen für Frauen und Männer in allen Lebensbereichen herzustellen.
Kennzeichen der modernen Gleichstellungspolitik ist es, die ganze Vielfalt von Frauen- und Männerleben, wie sie sich heute in Deutschland darstellt, zu betrachten. Es geht um gleiche Chancen von Frauen und Männern mit und ohne Kinder, in allen Altersstufen und Lebensphasen ebenso wie in besonderen Lebenssituationen.
Quellen:
Die Internetseite des Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend bietet viele Informationen und weiterführende Links zum Thema Gender Mainstreaming.
Die Gender-Checkliste des Bundesamtes für Gesundheit der Schweiz behandelt in zehn Fragen alle Projektphasen - von der Planung bis zur Evaluation. Sie ermöglicht die Durchführung und Überprüfung von Projekten auf Gendergerechtigkeit.
Auf der Webseite des Deutschen Instituts für Menschenrechte sind die Orginaldokumente, aktuelle und weiterführende Informationen sowie wichtige Links zu den Menschenrechten der Frau zusammengestellt.
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