Migration

Was bedeutet Migration?

Der Begriff Migration beschreibt den Wohnortwechsel in ein anderes Land. Menschen, die aus einem Land in ein anderes Land einwandern, bezeichnet man als Migranten.
In Deutschland leben rund 82 Millionen Menschen, von ihnen haben 16 Millionen Menschen einen Migrationshintergrund. Zu dieser Gruppe zählen alle, die nach 1949 nach Deutschland eingewandert sind, alle in Deutschland geborenen Ausländer und Ausländerinnen sowie alle Deutschen, deren Eltern oder ein Elternteil nach Deutschland zugewandert sind. Im Jahr 2009 lebten insgesamt 7,2 Millionen Ausländerinnen und Ausländer sowie 8,8 Millionen Deutsche mit Migrationshintergrund in der Bundesrepublik. Das heißt, fast jeder fünfte Einwohner in Deutschland kommt aus einer Migrantenfamilie oder ist selbst Migrantin und Migrant. Die Mehrheit der Personen mit Migrationshintergrund hat eigene Erfahrungen mit Migration, rund ein Drittel ist in Deutschland geboren.

Migration und Frauen

Migrantinnen befinden sich im Vergleich zur deutschstämmigen weiblichen Bevölkerung häufiger in einer schwierigen Lebenssituation. Rechtliche Unsicherheit und eine ungeklärte Zukunftsperspektive, schlechte Arbeitsbedingungen und Wohnverhältnisse, alltägliche Diskriminierung wirken sich oft belastend auf die Gesundheit aus. Migrantinnen werden im täglichen Leben oft mit Vorurteilen konfrontiert, die ihnen eine gleichberechtigte Teilhabe am gesellschaftlichen Leben erschweren sowie ihre Chancen, zum Beispiel in Ausbildung und Beruf, verschlechtern. Allerdings sind die Unterschiede zwischen Migrantinnen und Migranten in Deutschland - je nach Herkunftsland, kulturellem oder auch religiösem Hintergrund, Aufenthaltsstatus, sozialer und gesellschaftlicher Position, Alter und Geschlecht - sehr groß. Migrantinnen sind dabei häufig einer doppelten Diskriminierung - aufgrund ihres Geschlechts und ihrer Herkunft - ausgesetzt.

Migration und Gesundheit

Unterschiede zwischen Migrantinnen und der Gesamtbevölkerung sind vor allem in der Gesundheitsversorgung und in ihren Zugangsmöglichkeiten zu sozialen Diensten sichtbar.. So nehmen Frauen und Mädchen mit Migrationshintergrund zum Beispiel seltener Vorsorgeangebote während der Schwangerschaft in Anspruch. Dabei spielen sowohl sprachliche und kulturelle Barrieren, als auch psychosoziale Belastungen und Vorbehalte, die häufig auf Erfahrungen in der Migration zurückzuführen sind, eine Rolle. Zum Teil sind die Möglichkeiten der gesundheitlichen Versorgung aufgrund des Aufenthaltsstatus auch rechtlich eingeschränkt.

Wie lässt sich die Lebenssituation von Frauen mit Migrationshintergrund verbessern?

Um die Lebenssituation von Migrantinnen zu verbessern, ist es nötig, ihre Chancen auf berufliche Qualifikation und auf dem Arbeitsmarkt zu verbessern. Dazu gehören die Förderung des gesellschaftlichen Engagements von Migrantinnen ebenso wie die Einbindung ihrer Organisationen und Interessensvertretungen in politische Entscheidungsprozesse.

Um den Zugang zum Gesundheits- und Sozialwesen zu erleichtern, müssen kulturelle Besonderheiten berücksichtigt und Barrieren abgebaut werden. Dies lässt sich durch interkulturelle Fortbildungen der Mitarbeiterinnen und mit dem gezielten Angebot kultursensibler Informationen und Dienste realisieren. Um die gesundheitliche Versorgung von Migrantinnen zu fördern, ist gleichzeitig eine spezifische Forschung zu den aktuellen Lebensumständen, Schwierigkeiten und Bedürfnissen von Migrantinnen in Deutschland nötig. Wichtige Impulse sind hier in den letzten Jahren von Initiativen wie dem bundesweiten Arbeitskreis „Migration und öffentliche Gesundheit“ ausgegangen. Im „Nationalen Integrationsplan der Bundesregierung“ wurde eine Arbeitsgruppe zur Verbesserung der Lebenssituation und zur Gleichberechtigung von Frauen und Mädchen eingesetzt, die sich unter anderem mit einer Öffnung des Gesundheitswesens für Migrantinnen auseinandersetzte.

DOSSIER Muslimische Vielfalt in Deutschland

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Musliminnen und Muslimen lassen sich nicht auf ihre religiöse Identität reduzieren. Das Dossier gibt einen Einblick in die vielfältigen soziokulturellen, religiösen und politischen Initiativen der muslimischen Community in Deutschland.

Gesundheit-Gewalt-Migration

Cover der Broschuere

Für die Durchführung dieser Studie wurden Frauen deutscher und türkischer Herkunft sowie Frauen aus Ländern der ehemaligen UdSSR im Alter zwischen 16 und 75 Jahren befragt. Ein zentrales Ergebnis ist, dass die gesundheitliche Höherbelastung der Migrantinnen vor allem mit ihrer Lebenssituation, u.a. einem deutlich geringeren Bildungsniveau, unsicherer beruflicher und sozialer Einbindung sowie einem fehlenden Beziehungsnetz in Verbindung steht.

Gesundheit und Integration

Cover der Broschuere

Der bundesweite Arbeitskreis ´Migration und öffentliche Gesundheit´ der Beauftragten der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration hat ein Raster entwickelt zur Erfassung von Projekten, die die Chancengleichheit im Gesundheitsbereich fördern. Anhand dieser Richtlinien wurden bundesweit Projekte gesammelt und in diesem Handbuch zusammengestellt.

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