HIV/AIDS

Die Abkürzung HIV steht für „Human Immunodeficiency Virus“, was übersetzt „Menschliches Immunschwäche-Virus“ bedeutet. Wenn HI-Viren in den Körper eindringen, bricht nach einer Weile das Immunsystem zusammen, was zum Krankheitsbild AIDS (Acquired Immudeficiency Syndrom = Erworbenes Immunschwäche-Syndrom) führt. Wie viel Zeit zwischen der HIV-Infektion und dem Ausbruch von AIDS vergeht, kann sehr unterschiedlich sein. Moderne Medikamente schaffen es, die HI-Viren lange in Schach zu halten. Doch völlig aus dem Körper entfernen lässt sich das Virus nicht: HIV und AIDS sind noch immer unheilbar.

Weltweit tragen etwa genauso viele Frauen das HI-Virus in sich wie Männer. Das AIDS-Programm der Vereinten Nationen UNAIDS zählt für Ende 2010 weltweit mehr als 33 Millionen HIV-infizierte Frauen, Männer und Kinder. In Deutschland leben Ende 2011 etwa 14.000 Frauen, 59.000 Männer und darunter ca. 200 Kinder mit HIV oder Aids. Knapp zwei Drittel (64%) der HIV-Infizierten sind Männer, die Sex mit Männern haben. Etwa jede fünfte HIV-Infektion wird bei einer Frau festgestellt. In 2010 haben etwa 400 Frauen von ihrer HIV-Infektion erfahren.

Was sind die Ursachen von HIV und AIDS?

Die Ursache von HIV und AIDS ist eine Infektion mit dem Humanen Immundefizienz-Virus (HIV).Für das HI-Virus ist es völlig unerheblich, ob es in einen männlichen oder in einen weiblichen Körper gelangt. Die Viren dringen - unabhängig vom Geschlecht ihres Wirtes - in die Zellen des menschlichen Abwehrsystems ein, vermehren sich und verteilen sich in den unterschiedlichen Körperflüssigkeiten. Vor allem das Blut von infizierten Menschen enthält HI-Viren. Bei HIV-positiven Männern kommen die Viren auch im Sperma und bei HIV-positiven Frauen in der Scheidenflüssigkeit vor.

Wie werden HIV und AIDS festgestellt?

Eine HIV-Infektion lässt sich nur mit einer Blutuntersuchung feststellen. Der HIV-Test kann in einer Arztpraxis oder anonym beim Gesundheitsamt durchgeführt werden. Er sollte immer mit einer Beratung verbunden sein, denn ein HIV-positives Testergebnis kann weitreichende Folgen haben, zum Beispiel für den Abschluss einer Versicherung. Bei Kinderwunsch und in der Schwangerschaft sollten Frauen sich immer zu HIV beraten lassen, denn fast immer lässt sich die Ansteckung des Kindes verhindern.

Gibt es Medikamente gegen HIV und AIDS?

Die medizinische Forschung hat in den letzten Jahren große Erfolge bei der Behandlung von HIV-Infektionen gemacht. Medikamente können den Ausbruch von AIDS deutlich verzögern. Doch die Therapie kann auch unangenehme Nebenwirkungen haben. Zudem verlieren manche Medikamente ihre Wirksamkeit, weil die Viren Resistenzen bilden. HI-Viren lassen sich bisher nicht aus dem Körper entfernen.
Obwohl seit einigen Jahren intensiv an einer Schutzimpfung für HIV gearbeitet wird, ist diese bisher nicht in Sicht. AIDS ist zwar inzwischen gut behandelbar, bleibt aber eine unheilbare und tödliche Krankheit. Das gilt für Männer wie für Frauen.

Wie kann man sich vor HIV und AIDS schützen?

Frauen sind aus biologischen und sozialen Gründen besonders gefährdet, sich mit HIV anzustecken. Sie haben aber auch besondere Fähigkeiten und Möglichkeiten, sich und andere vor einer HIV-Infektion zu schützen.
Da HI-Viren vor allem in Sperma, Blut und Scheidenflüssigkeit vorkommen, ist ungeschützter Sex der weltweit häufigste Übertragungsweg für HIV. Um eine Ansteckung zu vermeiden, müssen Männer wie Frauen verhindern, dass Körperflüssigkeiten mit HI-Viren in den Körper gelangen. Unabhängig von äußeren Verletzungen haben Frauen drei Körperöffnungen, über die sie sich beim Sex mit HIV anstecken können: Den Mund, die Scheide und den After. An bestimmten Zellen im Rachen und bei Wunden im Mund und können ebenfalls HI-Viren eindringen. Deshalb sollte man keine Körperflüssigkeiten schlucken, welche die Viren enthalten könnten. Beim Sex kann es außerdem sehr leicht zu winzig kleinen, nicht spürbaren Verletzungen der empfindlichen Haut in Scheide und After kommen. Auch diese sind Eintrittspforten für das HI-Virus. Bestimmte Vorsichtsmaßnahmen sollen eine Infektion verhindern. Sie werden als „Safer Sex“ bezeichnet und senken das Risiko für eine Ansteckung beträchtlich.

Das Kondom: Frauen und Männer, die Kondome benutzen, können eine Übertragung von HI-Viren sehr wirksam verhindern. Kondome schützen außerdem vor vielen anderen sexuell übertragbaren Krankheiten und vor ungewollten Schwangerschaften. Obwohl in erster Linie Männer Kondome benutzen, sollten sich auch Frauen mit ihrer Anwendung vertraut machen. Denn je geübter alle Beteiligten damit sind, umso weniger wird das Kondom als störend empfunden. Und umso entspannter lässt sich der geschützte Sex genießen.
Das Frauen-Kondom: Nicht so bekannt und oft teurer als das Kondom für Männer, aber auch sehr sicher, ist das Kondom für Frauen. Es umgibt nicht den Penis, sondern kleidet die Scheide aus und verhindert so die Ansteckung mit HIV. Frauenkondome sind vor allem über das Internet erhältlich.
Mikrobizide: Chemische Stoffe, meist als Gel oder Creme, sollen HI-Viren im After (anal) und in der Scheide (vaginal) unschädlich machen. Diese Wirkstoffe schützen jedoch bisher nicht vor einer HIV-Infektion.
Nachsorge / Post-Expositionsprophylaxe, kurz PEP: Es gibt Medikamente, die eine HIV-Infektion verhindern können, wenn HIV-haltige Körperflüssigkeit in den Körper eingedrungen ist. Diese müssen jedoch möglichst rasch eingenommen werden. Nur dann können die Viren bekämpft werden. Wo es diese Medikamente gibt, wissen die Beraterinnen und Berater der BZgA.

Hinweis:
Raus bevor’s kommt (Coitus interruptus)
: Was Schwangerschaften nicht sicher verhütet, ist auch beim Schutz vor HIV nicht perfekt. Denn schon vor dem eigentlichen Samenerguss kann bei Männern HIV-haltige Flüssigkeit austreten.
Nicht nur beim Sex, auch beim gemeinsamen Benutzen von Spritzen und Injektionsnadeln kann HIV übertragen werden. Mit einem eigenen Spritzbesteck beim Drogengebrauch lässt sich eine Ansteckung vermeiden.

HIV-Schutz gilt nicht nur für den Einzelnen: Sich schützen und sich schützen lassen

Im Idealfall wissen alle am Sex Beteiligten gut über HIV und AIDS Bescheid. Sie schätzen und schützen sich und auch den Partner bzw. die Partnerin. Und sie tun auch sonst alles, damit der gemeinsame Sex nur angenehme Folgen hat.
Doch obwohl HIV und die Übertragungswege schon seit über 25 Jahren bekannt sind, ist der Schutz vor einer Infektion nicht für alle Menschen eine Selbstverständlichkeit. Umso wichtiger ist es, dass Frauen und Männer offen mit ihrem Wunsch nach geschütztem Sex umgehen. Das ist am einfachsten, wenn Männer und Frauen gleichermaßen Verantwortung übernehmen können. Schwieriger wird es, wenn Ängste und Abhängigkeiten im Spiel sind. Doch selbst dann lässt sich an das Verantwortungsbewusstsein des Partners appellieren.
Frauen mit HIV weisen oft darauf hin, dass ein enger Zusammenhang besteht zwischen der Bereitschaft zum geschützten Sex und der Zuneigung und Wertschätzung: Je mehr Respekt die Beteiligten für einander haben, umso leichter falle es, das Thema Schutz zur Sprache zu bringen. Und dann auch das Kondom an den Mann.
Individuelle Online-Beratung zum Schutz vor HIV bietet das Beratungsnetz der AIDS-Hilfen an.

HIV und Familie

Frauen mit HIV können fast immer gesunde Kinder bekommen. Mit einigen Vorsichtsmaßnahmen, zum Beispiel mit entsprechenden Medikamenten, liegt das Risiko einer HIV-Übertragung von der Mutter auf ihr Baby bei unter einem Prozent. Auch Männer mit HIV können gesunde Kinder zeugen, ohne ihre Partnerin zu infizieren, wenn ein Labor Spermien und Samenflüssigkeit von einander trennt. Eine HIV-Infektion muss also nicht das Ende der Familienplanung bedeuten. Allerdings erfordert die Suche nach zuverlässiger Information und guter Beratung ein wenig Ausdauer.
Für Frauen mit HIV und deren Angehörige gibt es Hilfe und Unterstützung. Weil aber viele Frauen mit HIV sehr vereinzelt leben, haben sie oft niemanden, mit dem sie über ihre Infektion sprechen können. Hinzu kommt, dass es oft Frauen sind, die sich um die Pflege und Versorgung HIV-infizierter Familienmitglieder kümmern. Der Austausch mit anderen Betroffenen und die verschiedenen Angebote zur Selbsthilfe spielen daher eine wichtige Rolle.

Auch für Kinder mit HIV gibt es eine Reihe von Hilfsangeboten. Mit dem medizinischen Fortschritt verbessern sich ihre Gesundheit und Lebenserwartung zudem laufend.

Forschung

In der Vergangenheit hat sich die Forschung zu HIV/AIDS meist auf Männer konzentriert. Obwohl inzwischen auch die frauenspezifische HIV-/AIDS-Forschung zunimmt, gibt noch viele offene Fragen an die geschlechtsspezifische HIV-/AIDS-Forschung. So weiß man zum Beispiel noch nicht, ob die für Männer ermittelten Dosierungen der Medikamente auch für Frauen passen oder welchen Einfluss sie auf den weiblichen Hormonhaushalt haben.

Hohes Schutzniveau bei HIV/Aids - Schutz gegen sexuell übertragbare Krankheiten immer wichtiger

Logo BZgA

Die BZgA veröffentlicht aktuelle Ergebnisse der repräsentativen Erhebung "Aids im öffentlichen Bewusstsein 2010". Die Studie erhebt Daten zu Wissen, Einstellungen und Schutzverhalten der Menschen in Deutschland und erfasst, ob die Botschaften der BZgA-Kampagne GIB AIDS KEINE CHANCE in der Bevölkerung ankommen.

Kampagne zum Welt-Aids-Tag

Motiv "HIV Positiv & Mutter sein?"

Um irrationale Ängste und Vorurteile gegenüber HIV-Infizierten abzubauen und HIV/AIDS in unserer Gesellschaft weiterhin zu thematisieren, haben BMG, BZgA, DAH und DAS die bundesweite Kampagne zum Welt-Aids-Tag ins Leben gerufen. In diesem Jahr steht sie unter dem Motto „Positiv zusammen leben. Aber sicher!“.

mach’s mit zeigt Liebesorte

Logo Liebesorte

Ob abendliche Romantik im Strandkorb, die erste Liebe im Jugendzimmer oder das kurze Abenteuer auf dem Autobahnrastplatz - die Orte an denen Menschen Sex haben sind so vielfältig wie die Menschen selbst. ...

Neue Wege sehen, neue Wege gehen:

Bild

Die BZgA startet den zweiten Wettbewerb zur HIV-Prävention.

Aktuelle Daten zur HIV-Verbreitung veröffentlicht

Cover des Heftes

Das AIDS-Programm der Vereinten Nationen UNAIDS zählt für Ende 2010 weltweit mehr als 33 Millionen HIV-infizierte Frauen, Männer und Kinder. In Deutschland (www.rki.de/...) lebten Ende 2010 etwa 13.000 Frauen, 57.000 Männer und darunter ca. 200 Kinder mit HIV oder Aids. Zwei Drittel der HIV-Infizierten sind Männer, die Sex mit Männern haben. Etwa jede sechste HIV-Infektion wird bei einer Frau festgestellt. In 2010 haben etwa 300 Frauen von ihrer HIV-Infektion erfahren.

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