Sexual violence and its health consequences for female children in Swaziland: a cluster survey study
Sexuelle Gewalt und ihre gesundheitlichen Folgen für Mädchen in Swaziland

Details

AutorInReza, Avid u.a.
Erscheinungsjahr2009
InThe Lancet, Volume 373, Issue 9679, Pages 1966 - 1972, 6 June 2009
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Kurzbeschrei­bung

"Eine UNICEF-finanzierte Studie in Swasiland konnte zeigen, dass sexuelle Gewalt gegen junge Frauen lebenslange Folgen in Form von sexuell übertragbaren Erkrankungen (STDs), Schwangerschaftskomplikationen und Fehlgeburten, unerwünschten Schwangerschaften oder Depressionen nach sich zieht. (...)

Sexuelle Gewalt gegen junge Frauen - also definitionsgemäß 18-Jährigen oder jüngeren - ist ein erhebliches globales Gesundheits- und Menschenrechtsproblem und bereitet im südlich der Sahara gelegenen Afrika zunehmend Sorgen. Allerdings haben sich bislang nur wenige Studien mit sexueller Gewalt in dieser Altersgruppe beschäftigt. In dieser Studie wurden die Daten einer nationalen repräsentativen Auswahl von Mädchen und Frauen im Alter von 13 bis 24 Jahren aus ausgewählten Haushalten in Swasiland erhoben. Der Fragebogen berücksichtigte die Formen sexueller Gewalt, die die Beantwortende vor dem Erreichen des 18. Lebensjahres erlebt hatte, Umstände der Häufigkeit und gesundheitsbezogenen Verhältnisse. Insgesamt hatten 1244 Frauen und Mädchen geantwortet (96 Prozent der Befragten).

Die Forscher stellten fest, dass 33 Prozent der Befragten von einem sexuellen Übergriff vor dem Erreichen des 18. Lebensjahres berichteten. Die häufigsten Täter des ersten Übergriffs waren Männer oder Jungen aus der unmittelbaren Nachbarschaft (32 Prozent) sowie Freunde oder Ehemänner (26 Prozent). Die erste Tat ereignete sich meist im eigenen Haus der Befragten (26 Prozent). Sexuelle Gewalt war verknüpft mit einer dreieinhalb-fachen Zunahme lebenslanger Probleme mit sexuell übertragbaren Erkrankungen wie auch der Risiken von Schwangerschaftskomplikationen oder Fehlgeburten. Sexuelle Gewalt verdreifachte das Risiko unerwünschter Schwangerschaften und verdoppelte nach eigenen Angaben das Risiko von Depressionen. (...)

In einem begleitenden Kommentar folgern Dr. Laura Murray und Dr. Gilbert Burnham vom Center for Refugee and Disaster Response an der Johns Hopkins Bloomberg School of Public Health im US-amerikanischen Baltimore: „Bislang haben Gesundheitsprogramme die Bedürfnisse sexuell missbrauchter Kinder weit gehend ignoriert, da solche Programme einen breiteren Schwerpunkt in der reproduktiven Gesundheit und der geschlechtsspezifischen Gewalt bei Erwachsenen anstreben. Eine die Kinder einbeziehende Verschiebung des Schwerpunkts ist in Gebieten mit hoher HIV-Seroprävalenz umso dringender. Die fortwährende weltweite Tragödie gegenüber den Kindern ist zu groß, um weiterhin missachtet zu werden.“ (zitiert aus: Newsletter der Deutschen Liga für das Kind)

(letzte Aktualisierung am: 12.07.2010)

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