Gewalt gegen Frauen wird heute als öffentliches Problem wahrgenommen. Man unterscheidet verschiedene Formen von Gewalt, zum Beispiel häusliche Gewalt, sexuelle Gewalt oder Ausbeutung, z.B. in Form von erzwungener Prostitution.Die im Auftrag des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend durchgeführte, breit angelegte Untersuchung Lebenssituation, Sicherheit und Gesundheit von Frauen in Deutschland kommt zu dem Ergebnis, dass 40% der Frauen körperliche und sexuelle Gewalt erlebt haben oder immer noch erleben. Am häufigsten kommen die Täter aus dem direkten Umfeld, sind Partner oder stehen der betroffenen Frau sehr nahe.
Gewalt wirkt sich unmittelbar auf die seelische und körperliche Gesundheit aus. Häufig zeigen sich die gesundheitlichen Folgen von Gewalt jedoch erst langfristig. Frauen, die Gewalt erlebt haben oder erleben, sind oft ängstlich. Manchen Frauen fällt es schwer sich zu konzentrieren, sie schlafen schlecht, verlieren ihr Selbstwertgefühl, werden depressiv oder entwickeln chronische, somatoforme Störungen wie zum Beispiel Schmerzsyndrome. Viele Betroffene versuchen ihre Erlebnisse mithilfe von Alkohol, Zigaretten oder Medikamenten zu verdrängen. Auch aus diesem Verhalten können sich vielfältige Gesundheitsbeschwerden entwickeln. Wie schwer und auf welche Weise die Gewalterlebnisse die Gesundheit schädigen, ist individuell verschieden und hängt unter anderem davon ab, in welcher Beziehung Opfer und Täter zueinander standen oder wie häufig und schwer die Angriffe waren und von den Möglichkeiten der betroffenen Frau, Unterstützung und Hilfe zu finden.
Das Informationsangebot orientiert sich am Aktionsplan II der Bundesregierung zur Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen. Dieses Handlungskonzept gibt Antworten auf die aktuellen Herausforderungen zum Schutz von Frauen vor Gewalt und fasst alle Maßnahmen der Bundesregierung zu diesem Themenfeld zusammen. Ziel des Plans ist es, den Schutz der betroffenen Frauen zu verbessern und Gewalt wirksamer zu bekämpfen.
Neben Informationen zu den verschiedenen Formen von Gewalt gegen Frauen sowie Hilfs- und Beratungsmöglichkeiten stellt das Frauengesundheitsportal auch Informationen und Angebote für Frauen und Mädchen mit Migrationshintergrund bereit. Es verweist z.B. auf muttersprachliche Informationen und kultursensible Beratungsangebote für Migrantinnen, die Opfer häuslicher Gewalt wurden. In dem Bereich Gewalt gegen Migrantinnen können Sie sich außerdem über kulturspezifische Gewaltformen, zum Beispiel die Zwangsverheiratung von Frauen informieren.
Auch von Gewalt betroffene Frauen und Mädchen mit Behinderung finden eine besondere Berücksichtigung. In der Kategorie Gewalt gegen Frauen mit Behinderung gibt es Beratungsangebote zur Selbstbehauptung und Selbstverteidigung für Frauen und Mädchen mit Behinderungen, sowie weiterführende Informationen zu Gewalt in nahen Beziehungen, z.B. im Pflegeverhältnis.
Gewalt gegen Frauen geht nicht nur die betroffene Frau und ihre Familie an. Auch das Gesundheitswesen spielt eine wichtige Rolle bei der Vorbeugung, rechtzeitigen Erkennung und angemessenen medizinischen Versorgung der Frauen. In der Kategorie Gesundheitswesen und Gewalt in nahen Beziehungen stellt das Frauengesundheitsportal Informationen und Materialien für Ärzte und Ärztinnen, Pflegende, Geburtshelfer und Hebammen sowie weitere Mitarbeiter/-innen des Gesundheitswesens zur Verfügung.
Gewalterfahrungen in der Kindheit sind ein entscheidender Risikofaktor, als Erwachsene/r erneut Opfer von Gewalt zu werden. Vorbeugung und Schutz sollten hier möglichst früh ansetzen. In Kooperation mit dem Bundesprogramm Frühe Hilfen für Eltern und Kinder und soziale Frühwarnsysteme ist bietet das Frauengesundheitsportal Informationen für Kinder und Jugendliche, Eltern und nahe stehende Personen sowie Materialien für Fachleute zum Schutz vor Vernachlässigung und Misshandlung von Kindern an.
Die Internetseite informiert über die Zusammensetzung, Wirkung und Folgen von K. O. Tropfen.
Kinder und Jugendliche finden hier ein umfassendes Informationsangebot zu häuslicher Gewalt. Die Webseite wendet sich sowohl an direkt Betroffene als auch an Kinder und Jugendliche, in deren Freundeskreis häusliche Gewalt geschieht.
Diese Broschüre ist als Unterstützung für misshandelte Frauen und Kinder gedacht. Sie soll betroffenen Frauen und Kindern helfen, das Schweigen zu brechen und zu beginnen, über ihre Situation zu reden. Dazu soll diese Broschüre Mut machen!
Die Broschüre richtet sich auch an alle, die von misshandelten Frauen und Kindern wissen und zu ihnen Kontakt haben. Sie sollen für die Thematik sensibilisiert werden, damit betroffene Frauen und Kinder Unterstützung erfahren, wenn sie über ihre Situation sprechen wollen.
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