Einfluss von Lebensstilfaktoren auf die Verwendung von Supplementen in der Brandenburger Ernährungs- und Krebsstudie
Details
| AutorIn | Klipstein-Grobusch, K. u.a. |
| Erscheinungsjahr | 1998 |
| In | Zeitschrift fuer Ernaehrungswissenschaft - European Journal of Nutrition, Nr. 37(1), 1998, S. 38-46 |
| Internet | Text |
Kurzbeschreibung
Unterschiede in Ernährungsgewohnheiten und Lebensstilfaktoren, die mit der regelmäßigen Verwendung von Supplementen bzw. einem hohen Verzehr von Obst und Gemüse einhergehen, werden zunehmend diskutiert, um den in epidemiologischen Studien beobachteten protektiven Effekt antioxidativ wirksamer Vitamine auf die Entstehung chronischer Erkrankungen zu interpretieren. Im Rahmen der prospektiven "Brandenburger Ernährungs- und Krebsstudie" untersuchten wir, ob sich Studienteilnehmer, die regelmäßig Supplemente - Mineralstoffe, Vitamine, Eiweißkonzentrate, Kleie/Leinsamen, Ballaststoffe, Bierhefe/Hefeflocken oder Knoblauchpillen - zu sich nahmen, sich in ausgewählten Lebensstilfaktoren sowie in ihrer Aufnahme an Vitaminen, Mineral- und Ballaststoffen sowie Fett und Cholesterin aus Lebensmitteln von den Studienteilnehmern unterscheiden, die keine Supplemente zu sich nahmen. Von den 10.522 Teilnehmern (4.500 Männer, 6.022 Frauen) der Kohortenstudie im Alter von 35-65 Jahren, die zwischen Januar 1995 und Juli 1996 rekrutiert wurden, gaben 32,6% der Frauen und 25,5% der Männer an, eines oder mehrere der gefragten Supplemente im vergangenen Jahr regelmäßig eingenommen zu haben. Die Verwendung von Vitaminpräparaten wurde von 18,8% der Frauen und 15,8% der Männer angegeben; für Mineralstoffpräparate waren es 14,2% der Frauen und 8,6% der Männer. Knoblauchpräparate wurden von 9,7% der Männer und 9,3% der Frauen regelmäßig verwendet. Die Einnahmeprävalenz war für Frauen generell höher als für Männer und bei älteren Teilnehmern ausgeprägter als bei jüngeren. Die am häufigsten verwendeten Kombinationen waren Vitamin- und Mineralstoff-, sowie Knoblauch- und Mineralstoff- oder Vitaminpräparate. Eine signifikant höhere Verwendung von Supplementen war mit einer höheren Schulbildung, regelmäßiger sportlicher Betätigung, einem subjektiv als nicht zufriedenstellend beurteiltem gesundheitlichen Zustand und einer Ernährungsumstellung aufgrund gesundheitlicher Probleme assoziiert. Ein Zusammenhang zwischen der Verwendung von Supplementen und dem Rauchstatus sowie einem erhöhten Alkoholkonsum konnte nicht beobachtet werden. Ein erhöhter BMI (BMI >=30) war mit einer signifikant erhöhten Verwendung von Knoblauchpräparaten und mit einer signifikant erniedrigten Verwendung von Mineralstoff und Vitaminsupplementen bei Frauen assoziiert. Sowohl bei Frauen als auch bei Männern war der Verzehr von Obst und Gemüse sowie die Aufnahme an Vitaminen, Mineral- und Ballaststoffen aus Lebensmitteln höher bei den Teilnehmern, die Mineralstoff- und Vitaminpräparate verwendeten. Zusammenfassend beobachteten wir in der Brandenburger Ernährungs- und Krebsstudie, dass die Verwendung von Supplementen, speziell von Vitamin- und Mineralstoffsupplementen, neben Alter und Geschlecht von Lebensstilfaktoren beeinfluss wurde. Diese waren einerseits mit einem gesundheitsbewussten Verhalten und andererseits mit einem subjektiv als nicht zufriedenstellendem Gesundheitszustand assoziiert. Studienteilnehmer, die Mineralstoff-, aber auch Vitaminpräparate verwendeten, zeichneten sich zudem durch eine bessere alimentäre Versorgung mit antioxidativ wirksamen Lebensmitteln und Nährstoffen aus (aus Medline Alert).
(letzte Aktualisierung am: 15.12.2011)