Brustkrebs

Was ist Brustkrebs?
Der Begriff Brustkrebs (medizinisch Mammakarzinom) bezeichnet eine bösartige Gewebsneubildung der Brust. Brustkrebs die ist häufigste Krebserkrankung bei Frauen. In Deutschland erkrankt etwa jede elfte Frau im Lauf ihres Lebens an Brustkrebs. Derzeit erkranken rund 58.000 Frauen an Brustkrebs.

Was sind die Ursachen von Brustkrebs?
Die genauen Ursachen von Brustkrebs sind unklar. Es gibt jedoch verschiedene Faktoren, die Brustkrebs begünstigen können. Mögliche Risikofaktoren sind zum Beispiel:

  • Höheres Lebensalter
  • Brustkrebs bei Mutter oder Schwester
  • Hormontherapie (z.B. in den Wechseljahren)
  • Gutartige Brusterkrankung (z.B. knotige Brustdrüsen-Veränderungen)
  • Regelmäßiger Alkohol und Tabakkonsum
  • Übergewicht

Auch Frauen ohne Kinder oder Mütter, die erst im höheren Lebensalter ein Kind geboren haben, tragen ein höheres Risiko an Brustkrebs zu erkranken. Weitere Risikofaktoren sind eine frühe erste Regelblutung und spät einsetzende Wechseljahre.

Wie äußert sich Brustkrebs?
Brustkrebs entwickelt sich in der Regel unbemerkt und verursacht meist keine Schmerzen. Frauen entdecken den Tumor oft zufällig, oder bei der Selbstuntersuchung der Brust. Manchmal macht sich Brustkrebs auch durch folgende Veränderungen bemerkbar:

  • Veränderung der Brustgröße, -form oder -lage
  • Vorwölbung oder Einziehung der Brust
  • Veränderung der Brusthaut
  • Veränderungen der Brustwarze (Einziehung, Flüssigkeitsabsonderung)
  • Knoten in der Achselhöhle oder um den Brustvorhof
  • Unerklärlicher Gewichtsverlust

Wie wird Brustkrebs festgestellt?
Brustkrebs fängt nicht erst mit der Feststellung eines ausgeprägten Tumors an. Es gibt Vorstufen, die sich mittels Früherkennungs-Untersuchungen rechtzeitig erkennen und erfolgreich behandeln lassen.
Auch vermeidbares Risikoverhalten wie übermäßiger Alkoholkonsum sowie Brustkrebs-Erkrankungen in der Familie erhöhen das persönliche Risiko, an Brustkrebs zu erkranken. Die Aufklärung über die verschiedenen Risikofaktoren und die Wahrnehmung der bestehenden Früherkennungs-Maßnahmen können die Chance auf Heilung bedeutend verbessern.

Besteht der Verdacht auf Brustkrebs, erkundigt sich die Frauenärztin / der Frauenarzt (Gynäkologin / Gynäkologe) in einem ausführlichen Gespräch (Anamnese) nach der Art und Dauer der Beschwerden. Dabei fragt er / sie auch nach Vor- und Begleiterkrankungen und ob mögliche Risikofaktoren vorliegen. Anschließend folgt eine gründliche körperliche Untersuchung. Die Gynäkologin / der Gynäkologe untersucht die Brust auf äußerliche Veränderungen und tastet nach Knoten und Verhärtungen. Danach überprüft er / sie, ob die Lymphknoten unter den Achseln verdickt sind. Weitere mögliche Verfahren in der Brustkrebs-Diagnostik sind unter anderem:

  • Ultraschall-Untersuchung
  • Röntgenuntersuchung der Brust (Mammografie)
  • Gewebeentnahme (Biopsie)

Wie wird Brustkrebs behandelt?
Brustkrebs ist keine Erkrankung, deren Behandlung allein in die Hände von Ärztinnen oder Ärzten fällt. Ein ganzes Team verschiedener Berufsgruppen steht der erkrankten Frau zur Seite - sie selbst kann Teil dieses Teams werden und ihren eigenen Weg finden, den sie in dieser speziellen Situation gerade gehen kann. So haben zum Beispiel Physiotherapeuten /Physiotherapeutinnen, speziell ausgebildete Therapeutinnen und Therapeuten (Psychoonkologie) und die Selbsthilfegruppen einen hohen Stellenwert in der Behandlung von Brustkrebs.

Ein frühzeitig erkannter Brustkrebs lässt sich meist gut behandeln. In der Regel wird der Tumor operativ aus der Brust entfernt. Meist bleibt die Brust dabei erhalten (brusterhaltende Therapie). Ist der Tumor jedoch sehr groß, ist es unter Umständen nötig, die Brust vollständig zu entfernen (Mastektomie). Die Brust lässt sich auf Wunsch der Patientin mit einer plastischen Operation anschließend wiederherstellen.

An eine brusterhaltende Operation schließt sich meist eine Bestrahlung der betroffenen Brust an. Ziel ist es, den Brustkrebs daran zu hindern, erneut aufzutreten (Rezidiv). In seltenen Fällen ist eine Bestrahlung auch nach einer Mastektomie sinnvoll.

Nach einer Operation erfolgt oft noch eine medikamentöse Brustkrebs-Behandlung. Die Ärztinnen / Ärzte stimmen die Medikamente dabei individuell auf die Erkrankte ab. In Frage kommen Chemotherapie, Hormontherapie und Immuntherapie.

Wie verläuft Brustkrebs?
Wie Brustkrebs verläuft, hängt unter anderem von der Größe des Tumors ab. Weiterhin spielt es eine Rolle, ob sich der Krebs schon ausgebreitet hat, zum Beispiel in die angrenzenden Lymphknoten. Generell gilt: Je eher Brustkrebs erkannt wird, desto größer ist die Heilungschance.

Neben der aktiven Behandlungsphase ist bei Brustkrebs auch eine regelmäßige Nachsorge nötig. Sie hilft, mögliche neue Tumorzellen rechtzeitig zu erkennen und entsprechend zu behandeln.
Die Nachsorge spielt auch bei der Krankheitsverarbeitung eine wichtige Rolle. Oft kommen erst jetzt Fragen und Ängste auf, die vorher keinen Raum fanden.

Viele Frauen beginnen nun wieder, ihrem eigenen Körper zu vertrauen, und finden den Mut, sich mit der Krankheit und dem eigenen Leben auseinanderzusetzen. Unterstützen können sie dabei zum Beispiel Angebote von ortsnahen Sportgruppen oder auch kreative Angebote, die über verschiedene Krebsgesellschaften und deren Landesverbände ermöglicht werden. Fehlen hier nicht die Selbsthilfegruppen?

Wie kann man Brustkrebs früh erkennen?
Viele Risikofaktoren für Brustkrebs lassen sich nicht beeinflussen. Neben den Früherkennungs-Untersuchungen bei der Frauenärztin / dem Frauenarzt kann aber eine regelmäßige Selbstuntersuchung der Brust helfen, Veränderungen frühzeitig zu entdecken und anschließend entsprechend zu behandeln.

Frauen im Alter zwischen 50 und 69 Jahren können an einem Mammografie-Screening (Reihen-Untersuchung zur Brustkrebs-Früherkennung) im Rahmen der gesetzlichen Regelungen zur  Krebsfrüherkennung teilnehmen. Mithilfe dieser Röntgenuntersuchung lassen sich Gewebsveränderungen in der Brust bildlich darstellen.


Quellen:

Kennzahlen Mammographie-Screening

Schriftzug

Wichtige Zahlen zum Mammographie-Screening veröffentlicht.

Bundesweite Informationsinitative zum Screening

MammoScreening_Titel_web_klein

Die Kooperationsgemeinschaft Mammographie, die Deutsche Krebshilfe und das Deutsche Krebsforschungszentrum haben eine Broschüre herausgegeben, die Frauen zuverlässig Auskunft über das Screening-Programm gibt. Die Broschüre wird jetzt an alle Haus- und Frauenarztpraxen versandt mit der Möglichkeit, diese kostenlos zu bestellen

Brustkrebs - Ein Überblick

Logo

Die Informationen zum Thema Brustkrebs stellt der Krebsinformationsdienst des Deutschen Krebsforschungszentrums online in deutscher und türkischer Sprache zu Verfügung.

Brustkrebs - Gesundheitsbericht- erstattung des Bundes

Das Themenheft 25 des Robert Koch-Instituts bietet vielzählige und fundierte Informationen zu verschiedenen Aspekten der Krankheit.

Seitenbeginn

Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung / Ostmerheimer Str. 220 / 51109 Köln / Tel +49 221 8992-0 / Fax +49 221 8992-300
E-Mail: poststelle@bzga.de / E-Mail für Bestellungen von Medien und Materialien: order@bzga.de

Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung ist eine Fachbehörde im Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Gesundheit.