Behinderung

Was bedeutet Behinderung?

Der Begriff Behinderung bezeichnet eine körperliche, geistige oder seelische Einschränkung. Behinderung ist keine Krankheit, sondern ein komplexer Prozess von Ursachen und Folgen. Wie sich eine Behinderung auf das Leben eines einzelnen Menschen und seiner Familie auswirkt, ist sehr verschieden.

Das Sozialgesetzbuch versteht Behinderung als eine Lebenssituation, in der Menschen in ihrer körperlichen Funktion, geistigen Fähigkeit oder seelischen Gesundheit eingeschränkt sind und daher ihre Teilhabe am Leben in der Gesellschaft beeinträchtigt ist. Dieses Verständnis orientiert sich an den Vorschlägen der Weltgesundheitsorganisation. Behinderung sollte nicht anhand wirklicher oder vermeintlicher Defizite begriffen werden, sondern im Vordergrund steht die Teilhabe in verschiedenen Lebensbereichen.

Frauen und Behinderung

In Deutschland leben rund 3,2 Millionen Frauen, also etwa 8 Prozent der weiblichen Bevölkerung, mit körperlichen, geistigen und/oder seelischen Beeinträchtigungen. Bei Männern liegt der Anteil etwas höher. Behinderungen treten vor allem bei älteren Menschen auf.

Menschen mit schweren Behinderungen brauchen oft Unterstützung, um selbstbestimmt zu leben
und gleichberechtigt am Leben in der Gesellschaft teilzuhaben. Mädchen und Frauen mit Behinderungen waren in diesem Sinn lange Zeit doppelt benachteiligt, indem sie zum einen als Frau und zum anderen als Mensch mit Behinderung Nachteile erfahren haben. Bis zur Reform der sozialrechtlichen Regelungen (SGB IX)  im Jahr 2001 berücksichtigte das Schwerbehinderten- und Rehabilitationsrecht kaum die speziellen weiblichen Lebensumstände und schloss damit viele Frauen vom Zugang zu Leistungen aus. Auch die Maßnahmen der Gesundheitsvorsorge und in der Versorgung von Menschen mit Behinderungen berücksichtigten die besonderen Bedürfnisse und Lebensumstände von Frauen nur unzureichend.

In den letzten Jahrzehnten ist in der Behindertenpolitik jedoch einiges in Bewegung gekommen, nicht zuletzt durch die Initiativevon Selbsthilfeprojekten und Netzwerken von und für Frauen mit Behinderungen. Durch ihren Einsatz sind neue Informations- und Hilfsangebote entstanden, zum Beispiel speziell für Mädchen mit Behinderungen oder für Frauen mit geistigen und seelischen Beeinträchtigungen. Auch das Thema Gewalt und insbesondere sexuelle Gewalt gegen Frauen und Mädchen mit Behinderungen wurde intensiv aufgearbeitet und spezielle Angebote wie Selbstverteidigungs- und Selbstbehauptungskurse für behinderte Mädchen und Frauen geschaffen. Das aktuelle Rehabilitationsrecht unterstützt auch die sexuelle Selbstbestimmung von Frauen mit Behinderungen sowie ihr Recht auf Partner- und Elternschaft.

Einmischen Mitmischen. Informationsbroschüre für behinderte Mädchen und Frauen. Neuauflage 2007

Cover der Broschüre

Das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend hat die Informationsbroschüre "Einmischen Mitmischen" neu aufgelegt, die sich an behinderte Mädchen und Frauen richtet. Die Broschüre wurde dabei hauptsächlich von behinderten für behinderte Frauen verfasst. In der Broschüre finden behinderte Mädchen und Frauen Tipps zur Durchsetzung ihrer Rechte und erfahren, wo und wie sie Unterstützung finden.

Frauen-Beauftragte in Einrichtungen für behinderte Menschen

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Das Projekt wird vom Netzwerk Mensch Zuerst e.V. und dem Weibernetz realisiert und unterstützt vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend.

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