Unemployment impairs mental health - meta-analyses
Arbeitslosigkeit beeinträchtigt die psychische Gesundheit - Meta-Analysen
Details
| AutorIn | Karsten, Paul I; Moser, Klaus |
| Erscheinungsjahr | 2009 |
| In | Journal of Vocational Behavior, Vol. 74, No. 3, S. 264-282. |
Kurzbeschreibung
"Im Rahmen einer Metaanalyse, die 237 Querschnittsstudien und 87 Längsschnittstudien umfasst, wurde die Auswirkung von Arbeitslosigkeit auf die psychische Gesundheit untersucht. Als durchschnittlicher Gesamtwert wurde ermittelt, dass Arbeitslose mehr Stress erleben als Erwerbstätige (d = 0,51). Für einige Indikatorvariablen der psychischen Gesundheit wurden signifikanten Unterschiede gefunden: wechselnde Symptome von Stress, Depressionen, Angst, psychosomatische Symptome, subjektives Befinden und Selbstvertrauen. Die durchschnittliche Anzahl von Personen mit psychischen Problemen bei Arbeitslosen beträgt 34 Prozent, im Vergleich zu Erwerbstätigen mit 16 Prozent. Eine Analyse der Moderatoren zeigt, dass Männer und Arbeiter mehr Stress erleben als Frauen und Angestellte. Lineare und kurvenförmige moderierende Effekte der Arbeitslosigkeitsdauer wurden ebenso ermittelt. Außerdem zeigt sich, das die negativen Auswirkungen von Arbeitslosigkeit auf die psychische Gesundheit stärker ausfallen in Ländern mit geringem Niveau wirtschaftlicher Entwicklung, stärkerer Einkommensungleichheit und gering ausgeprägter Arbeitslosenversicherung. Die Metaanalyse von Längsschnittstudien und natürlichen Experimenten bestätigt die Annahme, dass nicht nur eine Korrelation zwischen Arbeitslosigkeit und Stress besteht, sondern ein kausales Verhältnis. Scheinbar inkonsistente Ergebnisse von Längsschnittstudien älterer Metaanalysen können durch ein erneutes Testen von Artefakten erklärt werden. Es werden auch mit psychischer Gesundheit verbundene Selektionseffekte beim Verlust des Arbeitsplatzes und bei der Arbeitssuche festgestellt, sie sind jedoch schwach. Mit einer Auswirkung von d = -35 erweisen sich Interventionsprogramme für Arbeitslose als mäßig effektiv bezüglich der Stressbewältigung bei Langzeitarbeitslosen." (Informationssystem des IAB)
(letzte Aktualisierung am: 28.02.2012)