Bundesfamilienministerium und LandFrauenverband starten Projekt für mehr Entgeltgleichheit in ländlichen Gegenden
Die Einkommensunterschiede zwischen Frauen und Männern in Deutschland sind mit im Durchschnitt 23 Prozent auch im internationalen Vergleich groß, selbst bei vergleichbarer Qualifikation und Tätigkeit liegt er bei acht Prozent. Besonders betroffen sind Frauen im ländlichen Raum - die Lohnlücke liegt dort um bis zu zehn Prozent höher als in den Städten. Zum morgigen Equal Pay Day startet das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend deshalb gemeinsam mit dem Deutschen LandFrauenverband das Projekt "Entgeltungleichheit in ländlichen Räumen".
"Gleiche Einkommensperspektiven für Frauen und Männer - davon sind wir in Deutschland leider noch immer weit entfernt", sagte Kristina Schröder, Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend. "Auf dem Land klafft die Lohnlücke zwischen den Geschlechtern sogar noch weiter auseinander als in der Stadt. Deshalb starten wir mit dem LandFrauenverband ein Projekt, um dieser Entwicklung entgegenzutreten. Denn der Grundsatz ’Gleiche Arbeit, gleicher Lohn’
muss nicht nur für Frauen und Männer in den Städten gelten, er muss auch auf dem Land gelten."
Die Vizepräsidentin des Deutschen Landfrauenverbandes, Hannelore Wörz, erklärte:
"Wir freuen uns, mit ganz konkreten Projekten in unserer neuen Initiative ’LandFrauenStimmen für die Zukunft’ das Anliegen des Equal Pay Day’s unterstützen zu können. Wir werden in Zusammenarbeit mit dem Ministerium Multiplikatorinnen schulen, die Betriebe für familiengerechte Strukturen sensibilisieren, wir fördern Wirtschaftsexpertinnen in Gremien der regionalen Selbstverwaltung und der Berufsverbände. Und wir vertiefen den begonnenen Dialog Wissenschaft und Praxis, um vor dem Hintergrund regionaler Arbeits- und Ausbildungsmärkte Leitfäden für faire Berufs- und Einkommenschancen zu erstellen und der Politik, den Betrieben und Verbänden in die Hand zu geben."
"Der Equal Pay Day ist gestartet in den großen Metropolen - Berlin, Frankfurt, Hamburg", sagte Henrike von Platen, Präsidentin der Business and Professional Women (BPW) Germany, die den Equal Pay Day in Deutschland mit Unterstützung des Bundesfrauenministeriums initiiert haben. "Dort haben schon 2008 die gut vernetzten Mitglieder des BPW erkannt, dass sich konkret etwas ändern muss, damit die Entgeltlücke in Deutschland schrumpft. Und der BPW Germany wird sich auch in Zukunft dafür einsetzen. Wir planen, Gehaltsverhandlungstrainings einzuführen und haben das Thema Frauen in Führungspositionen auf die Tagesordnung gesetzt. Ich freue mich darauf, gemeinsam mit dem Deutschen LandFrauenverband das Thema Entgeltungleichheit nun ’in die Fläche zu tragen’. Denn gerade in ländlichen Gebieten machen es Rollenstereotype, fehlende Betreuungsinfrastruktur und schlechtere Ausbildungsmöglichkeiten den jungen Frauen schwer, ihre Potenziale zu nutzen."
Das Programm "Entgeltungleichheit in ländlichen Räumen" wurde vom Deutschen LandFrauenverband entwickelt und wird vom Bundesfamilienministerium gefördert. Im Fokus stehen neben der wissenschaftlichen Ursachenforschung der Einkommensunterschiede dabei vor allem zwei Projekte:
Equal Pay Day
Seit 2008 wird alljährlich mit Unterstützung des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend der Equal Pay Day durchgeführt. An diesem Tag wird unter Federführung des Vereins Business and Professional Women e.V. auf den Missstand der bestehenden Entgeltungleichheit zwischen Frauen und Männern aufmerksam gemacht und zu dessen Beseitigung beigetragen. In ganz Deutschland finden mehrere hundert Veranstaltungen, Diskussionen und Kundgebungen zum Thema Entgeltungleichheit statt.
Zitiert nach Pressemitteilung Nr. 21/2011des BMFSF vom 24.03.2011
Mehr Informationen zum Equal Pay Day 2011 finden Sie auf den Seiten www.equalpayday.de und www.landfrauen.info.
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