Jahrbuch Sucht 2011
„Dies ist die eine gute Nachricht in einer dramatischen Situation: Der Tabakkonsum sinkt in Deutschland. Der Alkoholverbrauch bleibt entschieden zu hoch, zu riskant, zu folgenreich.“ Dr. Raphael Gaßmann, der Geschäftsführer der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen in Hamm, stellt klar: „Man kann den Eindruck gewinnen, dass die Medien und die Politik für jedes Suchtmittel eigene Regeln schaffen, je nach Lobbypartnern und Wahlterminen - und dies von einer Konsumgesellschaft gern aufgegriffen wird. Bei Tabak ist allen Konsumenten unmissverständlich klar, dass Rauchen gesundheitsschädlich ist. Aber das gilt für alle Rausch- und Nervengifte: Alkohol, psychotrope Medikamente und illegale Drogen.“
Tabak
Der Rückgang des Zigarettenverbrauchs ist deutlich, aber mit 1,6% im Jahr 2009 nur noch halb so intensiv wie im Jahr zuvor (2008: 3,8%). (...)
Alkohol
Erfreulich ist Rückgang des Alkoholkonsums in Deutschland. Im Jahr 2009 wurde mit 9,7 Liter reinen Alkohols 2,0% weniger getrunken als im Jahr zuvor (2008: 9,9
Liter reiner Alkohol). (...)
Psychotrope Medikamente
4 - 5 % aller häufig verordneten Arzneimittel besitzen ein eigenes Suchtpotenzial und sind verordnungspflichtig. Schätzungsweise ein Drittel dieser Mittel werden nicht wegen akuter Probleme, sondern langfristig zur Suchterhaltung und zur Vermeindung von Entzugserscheinungen verordnet. Dennoch wurden 2009 z. B. 28,1 Packungen Schlaf- und Beruhigungsmittel (- 2 % zum Vorjahr / 2008: 28,9 Mio.) und 10,5 Packungen Tranquilizer, die klassischen’ Benzodiazepine, (- 4 % zum Vorjahr / 2008: 11 Mio.) verkauft. (...)
Illegale Drogen
Deutschland gehört mit geschätzten 3,3 problematischen Drogenkonsumenten pro 1.000 Einwohner im Alter von 15 bis 64 Jahren zu den Ländern mit niedriger Prävalenz. (...)
Die Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen stellt fest
Die nur geringfügigen Reduzierungen im Bereich legaler Suchtmittel bestätigen die Forderungen der DHS nach Angebotsreduzierung, Preiserhöhung und Werbeeinschränkung der verschiedenen abhängig machenden Substanzen. Verhaltens- und Verhältnisprävention müssen flächendeckend und kontinuierlich eingesetzt werden, damit Deutschland endlich die internationalen Spitzenplätze im gesundheitsschädlichen Konsum verlässt.
Mehr Informationen finden Sie in der Pressemitteilung der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen (DHS) vom 26.04.2011.
Zitiert nach der Pressemitteilung der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen (DHS) vom 26.04.2011
ISHEID 2012 - International Symposium HIV and Emerging Infectious Diseases
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