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23.08.2010
Gegen Diskriminierung psychisch kranker Menschen

Pressemitteilung des Bundesministerium für Gesundheit

Das Aktionsbündnis für Seelische Gesundheit hat am 22.08 den Ab­schluss­bericht einer wissen­schaft­lichen Studie zur Wirk­sam­keit von Maß­nahmen zur Ent­stig­mati­sierung psychischer Er­krank­ungen vor­gelegt. Das Bundes­ministerium für Ge­sund­heit hatte die Studie in Auftrag ge­geben mit dem Ziel, eine wissen­schaftliche Grund­lage für die evidenz­basierte Weiter­ent­wicklung ent­sprechender Inter­ventionen zu schaffen.

Jeder dritte bis vierte Deutsche erleidet im Laufe seines Lebens eine psychische Er­krank­ung. Aber noch immer ver­drängen viele Be­trof­fene aus Scham und Angst vor negativen Re­aktionen ihrer Um­welt psychische Be­schwerden, suchen spät oder gar nicht die ver­fügbaren Hilfs­an­gebote auf und ge­raten damit in die Gefahr der Chroni­fizierung oder gar eines späteren Suizids.

Dazu Bundes­gesundheits­minister Dr. Philipp Rösler: „Psychische Er­krank­ungen werden auch heute noch in unserer Ge­sell­schaft tabuisiert. Be­trof­fene erleben nicht selten Ab­lehnung und Aus­grenzung, ins­be­sondere am Arbeits­platz oder in der Schule, aber auch in Familien oder im Freundes­kreis. Maß­nahmen zur Ent­stig­matisierung psychischer Er­krankungen müssen effektiv zu einem gesell­schaftlichen Klima der Toleranz und des Ver­ständnisses für psychisch erkrankte Menschen bei­tragen. Die Studie des Aktions­bündnis­ses liefert eine gute Daten­grund­lage für die Planung und Steuerung zukünftiger Maß­nahmen der verschie­denen Akteure.“

In Deutschland und auch welt­weit gibt es bereits zahlreiche Maß­nahmen zur Re­duzierung des Stigmas psychischer Krank­heiten. Den Au­toren der Studie zufolge sind Inter­ventionen vor allem dann wirk­sam, wenn sie neben der Auf­klärung über psychische Er­krank­ungen inter­aktiven Kontakt zu Be­troffenen ein­schließen.

Das Aktions­bündnis Seelische Ge­sundheit ist eine Initiative zur För­der­ung der seelischen Ge­sund­heit. Unter der Schirm­herrschaft des Bundes­gesund­heits­ministers be­teiligen sich über 60 Bündnis­par­tner an dem bundes­weiten Netz­werk, darunter Ex­perten der Psychiatrie und Gesund­heits­förderung, Be­troffene und ihre An­ge­hörigen. Das Bündnis will der breiten Öffentlichkeit vermitteln, dass psychische Störungen therapierbare und gerade bei frühzeitiger Behandlung auch heilbare Erkrankungen sind, die jede und jeden betreffen können. Es fördert den Austausch der beteiligten Akteure, informiert über die Chancen der Früherkennung und Prävention und ermuntert Menschen, Hilfe in Anspruch zu nehmen, und fördert so die Möglichkeiten der sozialen und beruflichen Integration von psychisch erkrankten Menschen und die gesellschaftliche Teilhabe von Betroffenen und ihren Familien.

Download der Studie

Zitiert nach Pressemitteilung Nr. 42 vom 22.08.2010 des BMG.

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