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17.06.2010
Gefühltes Übergewicht belastet Jugendliche

Die Diskussion ums Schlankheitsideal

Die Sonne macht’s möglich. Endlich kommen die seit langem gekauften kurzen Röcke und T-Shirts zum Einsatz. Doch je kürzer die Kleidung, desto kritischer fällt bei vielen der Blick auf den eigenen Körper aus. Zu dick oder zu dünn? Für Schüler/-innen oft eine wichtige Frage. Die Diskussion ums Schlankheitsideal gehört daher auch in den Unterricht.

Gerade in der Pubertät ist das Körperbewusstsein besonders ausgeprägt. Viele Jugendliche halten sich für zu dick, obwohl ihr Gewicht im Normalbereich liegt. Das zeigt zum Beispiel die bundesweite KIGGS-Studie des Robert-Koch-Instituts zur Gesundheit von Kindern und Jugendlichen. Die Untersuchung fand auch heraus, dass 15 Prozent der Kinder und Jugendlichen in Deutschland übergewichtig und rund sechs Prozent adipös sind.

Teenager schätzen ihren Körper häufig falsch ein
In der Studie untersuchten die Forscher neben Körpermaßen und vielen weiteren Aspekten, wie Jugendliche ihr Gewicht selbst einschätzen und in welchem Ausmaß das subjektiv gefühlte oder tatsächliche Übergewicht die Lebensqualität der Jugendlichen beeinträchtigt. Dazu beantworteten die Mädchen und Jungen Fragen zu ihrem eigenen Wohlbefinden, zum Beispiel in Hinblick auf ihren Körper, ihr Selbstwertgefühl, Familie, Freunde und Schule. Die Auswertung aller Parameter rund um das Gewicht brachte erstaunliche Erkenntnisse: 49 Prozent der Mädchen zwischen 11 und 17 Jahren fühlen sich "ein bisschen zu dick" oder sogar "zu dick", obwohl sie genau das richtige Gewicht, also den empfohlenen Body-Mass-Index (BMI) aufweisen. Bei den normalgewichtigen Jungen sind es 26 Prozent. Umgekehrt halten sich 19,5 Prozent der männlichen Jugendlichen für "ein bisschen zu dünn" oder "zu dünn". Diese Fehleinschätzungen sind aus kinderpsychiatrischer Sicht möglicherweise schon als Störungen der Körperwahrnehmung zu werten.

Jugendliche, die sich übergewichtig fühlen, erleben in allen Lebensbereichen eine deutliche Einschränkung ihrer Lebensqualität. Das trifft auch auf diejenigen zu, die tatsächlich zu viele Kilos auf die Waage bringen. Die subjektive Einschätzung der Jugendlichen, "viel zu dick" zu sein, beeinträchtigt die Lebensqualität allerdings mehr als eine tatsächliche festgestellte Fettleibigkeit, schrieben die Wissenschaftler im Deutschen Ärzteblatt.

Der aid setzt auf eine positiv ausgerichtete Gesundheitsförderung
"Die Untersuchung bestätigt, dass Kampagnen und Aktivitäten, die einen Einfluss auf das Ernährungsverhalten bei Kindern und Jugendlichen erzielen wollen, nicht die Prävention von Übergewicht oder Erkrankungen in den Vordergrund stellen sollten", folgert Dr. Margret Büning-Fesel, Geschäftsführender Vorstand des aid. "Stattdessen ist eine positiv ausgerichtete Gesundheitsförderung erforderlich, die sich eher an einem positiven Körperbewusstsein orientiert. Im Vordergrund stehen dabei der Genuss und die Freude am Essen und an der Bewegung."

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Zitiert nach: aid-macht-schule.de

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