Aktuelle Meldungen

08.03.2011
Fortgeschrittener Brustkrebs

Ist eine hochdosierte Chemotherapie mit anschließender Transplantation eigener Blutstammzellen eine Option?

Bei Brustkrebs (Mammakarzinom) entsteht in den Milchgängen oder -drüsen der Brust neues, bösartiges Gewebe. Der Tumor kann auf die Milchgänge oder -drüsen begrenzt sein oder in das umliegende Gewebe hineinwachsen. Wenn Brustkrebs fortschreitet, kann er Tochtergeschwülste (Metastasen) bilden, die zum Beispiel in den Lymphknoten auftreten. Tochtergeschwülste, die in entfernten Organen wie in der Leber oder den Knochen auftreten, werden Fernmetastasen genannt. Brustkrebs tritt fast immer bei Frauen auf, es können jedoch auch Männer Brustkrebs haben.

In der Regel wird der Tumor und gegebenenfalls ein Teil der Lymphknoten durch eine Operation entfernt. Anschließend wird das umliegende Gewebe bestrahlt, um die restlichen Tumorzellen zu zerstören. Meistens kann die Brust dadurch erhalten werden. Manchmal ist eine Brust erhaltende Therapie aber nicht möglich, zum Beispiel wenn der Tumor sehr groß ist. Bei einem fortgeschrittenen Brustkrebs wird in der Regel eine ergänzende Behandlung eingesetzt, um zu verhindern, dass die Erkrankung erneut auftritt oder weiter fortschreitet. Diese Behandlung kann eine Chemotherapie und / oder eine Hormonbehandlung sein. Bestimmte Brustkrebsarten können auch mit einer Antikörpertherapie behandelt werden. Einen Überblick über verschiedene Krebsbehandlungen finden Sie hier.

Eine Variante der Chemotherapie ist die sogenannte dosisdichte Chemotherapie. Dabei sind die Abstände zwischen den einzelnen Chemotherapie-Anwendungen geringer als bei einer herkömmlichen Chemotherapie. Die kürzeren Intervalle sollen zu einem geringeren Wachstum der Tumorzellen zwischen den einzelnen Anwendungen führen. So soll die Wirksamkeit der Chemotherapie erhöht werden. Die Vor- und Nachteile der dosisdichten Chemotherapie werden allerdings noch in Studien untersucht. Eine weitere Variante ist die Hochdosis-Chemotherapie, bei der die Menge an Medikamenten - den Zytostatika - sehr stark erhöht ist. Ziel einer Hochdosis-Chemotherapie ist es, möglichst viele der Krebszellen zu zerstören, die sich nach einer herkömmlichen Chemotherapie möglicherweise noch im Körper befinden.

Transplantation eigener Blutstammzellen bei Brustkrebs

Blutstammzellen sind lebenswichtig. Sie befinden sich hauptsächlich im Knochenmark, einige auch im Blut selbst. Sie sind sozusagen die „Mutterzellen“, aus denen alle anderen Blutzellen heranreifen. Da durch eine hochdosierte Chemotherapie die Blutstammzellen im Knochenmark weitgehend oder vollständig zerstört werden, müssen dem Körper unmittelbar danach wieder gesunde Blutstammzellen zugeführt werden. Dies wird mithilfe einer Stammzelltransplantation erreicht.

Eine Hochdosis-Chemotherapie mit anschließender Blutstammzelltransplantation kann sehr belastend sein. Ob sie aus medizinischer Sicht infrage kommt, hängt von verschiedenen Faktoren ab, zum Beispiel vom Alter und dem allgemeinen Gesundheitszustand einer Frau.

Die Form der Blutstammzelltransplantation, die bei fortgeschrittenem Brustkrebs manchmal in Erwägung gezogen wird, nennt man autologe Stammzelltransplantation (ASZT). Dabei werden einer Person Blutstammzellen entnommen und diese eigenen Stammzellen später wieder transplantiert. Der Vorteil der Transplantation körpereigener Stammzellen gegenüber Zellen von anderen Spendern besteht darin, dass sich die eigenen Zellen mit dem Körper vertragen. Allerdings gibt es keine Garantie dafür, dass die Stammzelltransplantation gelingt: Es besteht auch bei eigenen Zellen das Risiko, dass sich die Blutstammzellen nach der Transplantation nicht im Knochenmark ansiedeln. Mehr zur Transplantation von Blutstammzellen finden Sie hier.

Wie eine autologe Stammzelltransplantation abläuft

Eine autologe Stammzelltransplantation verläuft in mehreren Schritten. In der Regel wird zunächst durch eine herkömmliche Chemotherapie ein Großteil der Krebszellen im Körper zerstört. Anschließend werden der Patientin Stammzellen aus dem Knochenmark oder Blut entnommen und eingefroren. Daraufhin erhält die Patientin eine Hochdosis-Chemotherapie, deren Ziel es ist, möglichst alle Krebszellen aus dem Körper zu entfernen. Durch die hohe Dosierung werden auch die Stammzellen im Knochenmark vollständig oder weitgehend zerstört. Daher werden nach dieser hochdosierten Chemotherapie die vorher entnommenen und konservierten Stammzellen mittels einer speziellen Transfusion über eine große Vene zurück in den Körper gegeben. Diese sollen über das Blut in die Knochen wandern und sich im Knochenmark ansiedeln. Wenn dies gelingt, beginnen sie sich zu vermehren und wieder verschiedene spezialisierte Blut- und Abwehrzellen zu bilden.

Bei einer noch intensiveren Behandlung des fortgeschrittenen Brustkrebses folgt auf die erste Stammzelltransplantation eine zweite Hochdosis-Chemotherapie. Durch die zweite Chemotherapie ist auch eine weitere Stammzelltransplantation nötig. Dieses Verfahren wird auch als Tandem-Transplantation bezeichnet.

Eine autologe Stammzelltransplantation birgt normalerweise weniger Risiken als eine Transplantation von nicht körpereigenen Spenderzellen, die sogenannte allogene Stammzelltransplantation. Trotzdem handelt es sich bei der Hochdosis-Chemotherapie mit anschließender Stammzelltransplantation insgesamt um eine belastende Behandlung, die mitunter zu lebensbedrohlichen Komplikationen führen kann. Denn kurz nach der Chemotherapie ist die Anzahl der Blutplättchen und bestimmter weißer Blutkörperchen extrem vermindert. Dadurch besteht das Risiko, dass die Blutgerinnung gestört ist und durch den Mangel an weißen Blutkörperchen Krankheitserreger nicht angemessen abgewehrt werden können. Lebensbedrohliche Blutungen und Infektionen sind daher eine mögliche Komplikation.

Mehr zum Thema Brustkrebs finden Sie unter www.gesundheitsinformation.de/...

Zitiert nach gesundheitsinformation.de

zurück zur Übersicht

Aktuelle Termine

22.05.2012 - 23.05.2012
Fachtagung | Bonn

Lebensphase Alter gestalten - Gesund und aktiv älter werden


23.05.2012 - 25.05.2012
Fachkonferenz | Marseille/Frankreich

ISHEID 2012 - International Symposium HIV and Emerging Infectious Diseases

Logo der Veranstaltung

Seitenbeginn

Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung / Ostmerheimer Str. 220 / 51109 Köln / Tel +49 221 8992-0 / Fax +49 221 8992-300
E-Mail: poststelle@bzga.de / E-Mail für Bestellungen von Medien und Materialien: order@bzga.de

Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung ist eine Fachbehörde im Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Gesundheit.