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06.10.2010
Alkoholkonsum: Gynäkologen sollten Patientinnen besser über Risiken aufklären

„Die besonderen gesundheitlichen Risiken des Alkoholkonsums von Frauen werden bislang zu wenig beachtet.“ Das hat die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Mechthild Dyckmans, am Dienstag am Rande der Tagung „Alkohol - für Frauen (k)ein Thema?“ in Berlin erklärt. Ihr Ziel ist es deshalb, den Alkoholkonsum bei Frauen mehr zu thematisieren und ihm in der Präventionsarbeit mehr Aufmerksamkeit zukommen zu lassen.

In Deutschland gelten nach Angaben von Dyckmans 370.000 Frauen als alkoholabhängig. Doch die meisten Präventionsprogramme sind noch immer auf Männer ausgelegt. „Es stimmt, dass immer noch mehr Männer als Frauen Alkohol konsumieren. Doch uns erschreckt besonders der Anstieg des Alkoholkonsums junger Mädchen“ betonte die Drogenbeauftragte.

So wurden im Jahr 2008 etwa 2.400 Mädchen zwischen 10 und 15 Jahren aufgrund einer Alkoholvergiftung in einem Krankenhaus behandelt. Zum Vergleich: Bei den gleichaltrigen Jungen waren es 300 weniger.

Dyckmans problematisierte am Rande der Tagung auch den Alkoholkonsum Schwangerer.  „Nur zwei von zehn Frauen schaffen es, während der Schwangerschaft nichts zu trinken. Das darf nicht sein“, erklärte sie. „Schon heute leisten Gynäkologen wichtige Arbeit, wenn sie Schwangere über die negativen Folgen ihres Alkoholkonsums aufklären“, ergänzte Dyckmans.

Sinnvoll wäre es nach ihren Worten, diese Facharztgruppe in Zukunft noch stärker in die Präventionsarbeit einzubinden. Gynäkologen könnten zum Beispiel Patientinnen schon vor der Schwangerschaft, zum Beispiel bei Routineuntersuchungen, über die Folgen übermäßigen Alkoholkonsums aufklären.

Zitiert nach Pressemitteilung aerzteblatt.de vom 05.10.2010

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