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05.03.2011
Gender Food

Warum Frauen und Männer anders essen

Was auf dem Teller kommt, hängt sehr häufig vom Geschlecht ab. Denn Frauen und Männer essen anders. Diese geschlechtsspezifischen Unterschiede in der Ernährung sind kulturell geprägt: Frauen und Männer haben deswegen oft andere Ansprüche, was das Essen betrifft und messen dem Essen auch unterschiedliche Bedeutung bei.

Auf Männer und Frauen zugeschnittene Lebensmittel
Der Begriff „Gender" bezieht sich nicht auf die körperlichen Geschlechtsmerkmale, sondern beschreibt die sozialen, kulturellen und gesellschaftlichen Umstände der Geschlechtsidentität. Als „Gender Food" werden Lebensmittel bezeichnet, die „spezifisch auf Männer oder Frauen und deren unterschiedliches Konsum- und Ernährungsverhalten abgestimmt sind", erklärt Dr. Ingrid Kiefer, Leiterin des Kompetenzzentrums Ernährung & Prävention der Österreichischen Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES). Während Männer Fleischgerichte, Wurst, energiereiche deftige Kost, scharfe Gewürze und Alkohol bevorzugen, landen bei Frauen häufiger Gemüse- und Nudelgerichte, leichte Kost und Süßspeisen am Teller. Das weibliche Geschlecht greift zudem vermehrt zu einheimischem Frischobst, Gemüse, Milchprodukten, Rohkost, vegetarischer Kost und Vollkornprodukten.

Männer haben unkomplizierteren Umgang mit dem Essen
Aber nicht nur bei den Nahrungsmitteln selbst, auch bei der Einstellung zur Ernährung zeigen sich Unterschiede. So haben Frauen meist eine höhere Bereitschaft, ihr Essverhalten zu ändern und sich gesünder zu ernähren. Männer hingegen pflegen einen unkomplizierten Umgang mit dem Essen. Was für sie zählt, ist der Genuss an den Speisen und nicht das kontrollierte und gezügelte Essen. „Bei Gesundheitsthemen nimmt die Ernährung bei den Frauen einen zentralen Stellenwert ein, sie sind besser über das Thema Ernährung informiert und haben dementsprechend ein höheres Ernährungswissen. Sie essen aber auch gezügelter und sind vermehrt an sozialen Normen wie beispielsweise Gesundheit und Attraktivität orientiert", so die Universitätsdozentin. Männer hingegen messen Sport und Bewegung einen höheren Stellenwert zur Erhaltung der eigenen Gesundheit bei.
Nach wie vor ist aber auch das Einkaufen von Nahrungsmitteln hauptsächlich Aufgabe der Frauen. Ihnen obliegt häufig noch die private Versorgung und Haushaltsführung - das Kaufen von Lebensmitteln gehört dazu. Frauen beschäftigen sich aber auch bei der Lebensmittelauswahl viel intensiver mit den Produkten als Männer: Sie achten viel genauer auf die Inhaltsstoffe.

Schon in der Pubertät essen Mädchen weniger
Dr. Ingrid Kiefer: „Geschlechtsspezifische Unterschiede im Ernährungsverhalten entwickeln bzw. verstärken sich bereits in der puberalen Phase. Mädchen essen tendenziell weniger und achten vor allem auf ein kalorien- und fettarmes, gesundes Essen. Für Jungen sind die Menge und der Geschmack des Essens am Wichtigsten. Für sie zählt Essen zu den schönsten Dingen im Leben und sie fühlen sich nach einer Mahlzeit besonders wohl und fit." So verwundert es nicht, dass sich für manche Mädchen das Essen zu einer Art Bedrohung entwickeln kann. Häufiger als Jungen benutzen sie es zur Frustbewältigung.

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Zitiert nach www.meduniqa.at

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