Aktuelle Meldungen

04.10.2011
Zahnmediziner unterstützen Gewaltopfer

Ministerin Steffens Schirmherrin der Aktion "Gemeinsam gegen häusliche Gewalt"

Im Rahmen der Landespressekonferenz stellten die Zahnärztekammern und Kassenzahnärztlichen Vereinigungen Nordrhein und Westfalen-Lippe unter Schirmherrschaft der Landesministerin für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter Frau Barbara Steffens am 15. September 2011 den Befundbogen forensische Zahnmedizin zur Dokumentation von typischen Anzeichen häuslicher Gewalt zur Verfügung.

Im Unterschied zu Prellungen, Verbrennungen usw. heilen abgebrochene Zähne und Brüche im Kieferbereich nicht, wenn sie unbehandelt bleiben. Daher bekommt der Zahnarzt oft als erster und zum Teil auch als einziger Mediziner die Opfer von familiärer Gewalt zu Gesicht. "Die Zahl der Verletzungen durch häusliche Gewalt ist in den letzten Jahren stark gestiegen." Das beklagt der bekannte Forensikexperte und Leiter des Gesundheitsamtes Duisburg Dr. Dr. Claus Grundmann: "In Großstädten wie Duisburg sehen die Kollegen in den Kliniken mindestens einmal pro Woche ein Kind mit Brandverletzungen aufgrund häuslicher Gewalt. Die Dunkelziffer ist erschreckend hoch."

"Für eine spätere strafrechtliche Verfolgung kann eine frühzeitige Dokumentation von entscheidender Bedeutung sein. Manche Spuren von Gewalt, insbesondere im Schleimhautbereich der Mundhöhle, sind nur wenige Tage nachweisbar. Hier hilft der Befundbogen, diese sofort und umfassend zu dokumentieren", erklärt der Vizepräsident der ZÄK Nordrhein Dr. Ralf Hausweiler: "Für uns ist zudem wichtig, darauf hinzuwirken, dass die Opfer weitere Hilfe in Anspruch nehmen. Eine vor Gericht verwertbare Dokumentation kann sie auf dem Weg heraus aus der familiären Gewalt unterstützen.

Der Vorstandsvorsitzende der KZV Nordrhein Ralf Wagner ergänzt: "Gewaltopfer haben häufig enorme Ängste, sich anderen Menschen anzuvertrauen. Gerade die enge Bindung und das vertrauensvolle Verhältnis von Zahnarzt und Patient, eine Stärke der wohnortnahen zahnmedizinischen Versorgung, führen dazu, dass wir Zahnärzte häufig die Ersten sind, die von Gewaltopfern aufgesucht werden."

Schirmherrin Barbara Steffens

Die Zahnärzte greifen mit dem Versuch, Opfern häuslicher Gewalt zu helfen, ein wichtiges gesellschaftspolitisches Thema auf. Deshalb unterstützen der Kinderschutzbund, das Gesundheitsamt der Stadt Düsseldorf und der Arbeitskreis für Forensische Odonto-Stomatologie (AKFOS) die Initiative der Nordrheiner, der sich auch Zahnärztekammer und Kassenzahnärztliche Vereinigung Westfalen-Lippe angeschlossen haben. Mehr noch: Die Landesministerin für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter Barbara Steffens hat sich als Schirmherrin zur Verfügung gestellt. Die Initiatoren sind sich einig mit der Ministerin, dass man sich nicht mit häuslicher Gewalt abfinden darf und Gewalt in der Familie ein weit verbreitetes Phänomen darstellt.

Der Befundbogen kann von allen Zahnärzten in Kürze unter www.zaek-nr.de und www.kzvnr.de heruntergeladen werden. Zusätzlich erhalten die rund 6.600 nordrheinischen Zahnärzte und Zahnmedizinischen Kliniken ein gedrucktes Exemplar mit Hinweisen für den Einsatz "vor Ort" durch den Zahnarzt und Informationen für Patienten. Mit Fortbildungsveranstaltungen schärft die Zahnärztekammer zudem zusätzlich den Blick der Zahnärzte dafür, Verletzungen durch häusliche Gewalt sicher zu erkennen.

Zitiert nach www.zaek-nr.de

zurück zur Übersicht

Aktuelle Termine

22.05.2012 - 23.05.2012
Fachtagung | Bonn

Lebensphase Alter gestalten - Gesund und aktiv älter werden


23.05.2012 - 25.05.2012
Fachkonferenz | Marseille/Frankreich

ISHEID 2012 - International Symposium HIV and Emerging Infectious Diseases

Logo der Veranstaltung

Seitenbeginn

Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung / Ostmerheimer Str. 220 / 51109 Köln / Tel +49 221 8992-0 / Fax +49 221 8992-300
E-Mail: poststelle@bzga.de / E-Mail für Bestellungen von Medien und Materialien: order@bzga.de

Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung ist eine Fachbehörde im Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Gesundheit.